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Pressemitteilung vom 22.07.2026
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Klein, aber wichtig für funktionierende Ökosysteme: Die Wirbellosen im Zoo Neuwied
Klein sein, bedeutet nicht weniger beeindruckend zu sein. Das beweisen die Wirbellosen Tiere im Zoo Neuwied. Es lohnt sich einmal genauer hinzuschauen und zu entdecken, wie wichtig auch die Kleinsten für funktionierende Ökosysteme sind.
Zwerggarnele (Foto: Eva Fritsch)Neuwied. Wenn Besucher an den Gehegen des Zoo Neuwied entlangschlendern, ziehen meist die großen Tiere mit Fell, Federn oder Schuppen die Aufmerksamkeit auf sich. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt eine faszinierende Welt der Wirbellosen.

Im Exotarium des Zoos Neuwied warten in der oberen Etage gleich mehrere spannende Vertreter dieser Tiergruppe. Besonders auffällig sind die leuchtend roten Zwerggarnelen, die im Englischen als "Red Fire Cherry Shrimp" bekannt sind. Ursprünglich stammen die bis zu drei Zentimeter großen Tiere aus Seen sowie kleinen und mittleren Fließgewässern Ostchinas, haben sich inzwischen aber auch in anderen Regionen Chinas sowie in Japan, Taiwan und sogar auf Hawaii etabliert. Ihre Färbung kann von Schwarz, Braun und Dunkelgrün über Weiß bis hin zur völligen Transparenz reichen. Im Aquarium übernehmen die Garnelen eine wichtige Aufgabe: Sie ernähren sich von Algenbelägen, abgestorbenen Pflanzenteilen und Futterresten und gelten so als echte "Restevertilger". Dadurch helfen sie, die Wasserqualität zu verbessern.

Nicht weniger erstaunlich sind die Sungay-Gespenstschrecken. Mit einer Körperlänge von bis zu acht Zentimetern sehen sie einem kleinen Ast zum Verwechseln ähnlich. Diese Form der Tarnung wird als Mimese bezeichnet - die Tiere ahmen dabei ihre Umgebung so perfekt nach, dass sie kaum zu entdecken sind. Auch ihre Fortpflanzung ist außergewöhnlich: Die Weibchen können sich durch sogenannte Jungfernzeugung, wissenschaftlich Parthenogenese genannt, vermehren. Aus unbefruchteten Eiern schlüpfen nach vier bis sechs Monaten bereits rund 17 Millimeter große Nymphen, die nach weiteren drei bis vier Monaten ausgewachsen sind.

"Viele Besucher laufen an unseren Wirbellosen vorbei, weil sie klein und oft perfekt getarnt sind. Wer sich aber einen Moment Zeit nimmt, entdeckt Tiere mit faszinierenden Anpassungen und Verhaltensweisen. Gerade diese Arten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und spannend die Natur auch im Kleinen ist", erklärt Tierpfleger Thorben Maur, der das Exotarium betreut.

Zuhause und Rückzugsort
Doch nicht nur innerhalb der Gehege lohnt sich ein genauer Blick. Auf den Blumenstreifen des Zoo Neuwied summen zahlreiche Hummeln und andere Wildbienen zwischen Lavendel und weiteren insektenfreundlichen Pflanzen. Auch Schmetterlinge, Schwebfliegen und diverse Käfer fühlen sich hier wohl. Sie zeigen, dass der Zoo Neuwied nicht nur Lebensraum für seine tierischen Bewohner bietet, sondern auch wertvolle Rückzugsorte für heimische Arten schafft.

Darauf macht auch die aktuelle EAZA-Kampagne "Wetlands for Life" aufmerksam. Sie beschäftigt sich mit der Bedeutung von Feuchtgebieten für die Artenvielfalt und lädt Besucher dazu ein, selbst aktiv zu werden. Mithilfe der kostenlosen App "iNaturalist" können Tier- und Pflanzenarten im Zoo dokumentiert und wissenschaftlich erfasst werden. Besonders in der Nähe der Gewässer lassen sich zahlreiche heimische Arten beobachten. Wer dazu beitragen möchte, einfach die App iNaturalist herunterladen, dem Projekt "Zoo Neuwied: EAZA Wetlands for Life" beitreten, Fotos machen und dort hochladen. Und man muss gar nicht wissen, welche Tiere man beobachtet hat, bei der Bestimmung hilft die App weiter. Jeder Eintrag trägt dazu bei, mehr über die Artenvielfalt im Zoo Neuwied außerhalb der Gehege zu erfahren. (PM)
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