NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Nachricht vom 22.07.2026
Rheinland-Pfalz
Galeria-Filiale in Koblenz vor ungewisser Zukunft
Die Warenhauskette Galeria plant eine Verkleinerung ihres Filialnetzes und überprüft die Rentabilität von 33 Standorten. Auch in Rheinland-Pfalz sind mehrere Filialen betroffen, die um ihre Zukunft bangen müssen - unter anderem Koblenz.
Galeria Karstadt Kaufhof in Köln. Foto: Oliver Berg/dpaKoblenz. 33 Filialen der Warenhauskette Galeria stehen auf dem Prüfstand und könnten geschlossen werden. Das Unternehmen hat die betroffenen Standorte benannt und verhandelt mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen. Sollte keine tragfähige Lösung gefunden werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet. Gespräche laufen bereits bei einigen Häusern, während sie bei anderen jetzt beginnen sollen.

In Rheinland-Pfalz sind die Standorte Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz und Speyer Teil dieser Liste. Kriterien für die Auswahl waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. Geschäftsführer Tilo Hellenbock sagte: "Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten." Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin von Galeria offen.

Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Auch an den übrigen 50 Standorten sollen Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria den Umzug in geeignetere Immobilien und mögliche Neueröffnungen.

Neuer Millionenkredit für Galeria
Die angeschlagene Warenhauskette erhielt kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers, die an einen Sanierungsplan geknüpft ist, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juni wurde bekannt, dass rund 30 der 83 Filialen als gefährdet gelten.

Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben.

Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, meldete Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz an. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. (dpa/bearbeitet durch Red)
Nachricht vom 22.07.2026 www.nr-kurier.de