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Pressemitteilung vom 10.07.2026
Region
Vortrag von Professor Dr. Franz Segbers in der Kapelle des Heinrich-Hauses
In Neuwied-Engers fand eine Veranstaltung der KAB Basisgruppe Engers-Mülhofen und des Bildungswerkes der KAB DV Trier mit Prof. Dr. Franz Segbers, Sozialethiker, in der Kapelle des Heinrich-Hauses statt.
Professor Dr. Franz Segbers hielt seinen Vortrag in der Kapelle des Heinrich-Hauses. (Foto: Anne Basten)Neuwied. Das Thema des Vortrages war: "Auf den Schrei der Mutter Erde und der Armen hören. „Reichtum besteuern – Armut bekämpfen" statt. Der Vortrag lud zur Diskussion über die Verantwortung der Reichen und Überreichen angesichts wachsender sozialer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung in der Welt sowie in Deutschland ein.

Prof. Dr. Segbers stellte engagiert eine Steuerpolitik vor, welche die Reichen und Überreichen im Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen, aber auch gegen die verbreitete Armut in die Pflicht nehmen soll. Segbers trug einleitend vor: "Das reichste eine Prozent der Weltbevölkerung besitzt annähernd die Hälfte des weltweiten Vermögens, die ärmere Hälfte jedoch nur 0,75 Prozent. Gleichzeitig verursacht dieses reichste Prozent so viel Treibhausgase wie die fünf Milliarden Menschen, die zu den ärmeren zwei Dritteln der Weltbevölkerung gehören."

Vermögen, Einkommen und Steuern
Laut Segbers habe die Gewerkschaft ver.di veröffentlicht: "In Deutschland leben 700.000 Multimillionäre. Sie halten zusammen mit den rund 5.000 Milliardären über die Hälfte (52,8 Prozent) des Finanzvermögens."

Die Online-Plattform Statista zitierte er wie folgt: "Ein Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als die Hälfte des Finanzvermögens in Deutschland. Dieses eine Prozent besitzt knapp 30 Prozent des gesamten Vermögens. Auf die ärmsten 50 Prozent in Deutschland (42 Millionen) entfallen 3,4 Prozent des Gesamtvermögens"

Die Hilfsorganisation Oxfam soll im Januar 2026 Folgendes veröffentlicht haben: "Bei der Anzahl der Milliardäre ist Deutschland mit 172 Personen auf Platz vier weltweit. Ihr Vermögen ist 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar gewachsen."

Der Beitrag "Finanzwende" (taz vom 4. Juni 2026/Anne Brorhilker) zeige auf, dass neben den Steuerprivilegien im Rahmen der gegenwärtig geltenden Besteuerungsgesetzgebung in Deutschland dem Gemeinwesen jährlich rund 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung und weitere 100 Milliarden Euro durch Geldwäsche verloren gehen würden.

Armut, Sozialabbau und Sozialstaat
Segbers sagte dazu: "Wer Armut bekämpfen will, der muss den Reichtum unserer Gesellschaft heranziehen. Armut ist falsch verteilter Reichtum." Während zwischen 1998 und 2015 die reichsten 30 Prozent steuerlich entlastet worden seien, würden die unteren 70 Prozent stärker belastet. Politische Entscheidungsträger würden durch interessengeleitete Erzählungen ein Zerrbild der Wirklichkeit zeichnen. (PM/Red)
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