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Pressemitteilung vom 08.07.2026
Region
Heiße Tage, schwere Atmung: Wie Hitze chronische Lungenerkrankungen verschärft
Chefärztin Dr. Imogen Scheef vom Franziskus Krankenhaus in Linz gibt im Interview Antworten für chronisch erkrankte Menschen und wertvolle Tipps.
Dr. Imogen Scheef (Foto: Krankenhaus)Linz. Heiße Sommertage sind längst keine Ausnahme mehr – und sie stellen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen vor besondere Herausforderungen. Hitzeperioden können Beschwerden verstärken, die Lunge belasten und sogar akute Notfälle auslösen. Im Interview erklärt Dr. Imogen Scheef, Chefärztin der Inneren Abteilung am Franziskus Krankenhaus Linz am Rhein, warum Hitze für Betroffene so gefährlich sein kann und wie man sich schützt.

Frau Dr. Scheef, warum wirkt sich Hitze so stark auf Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen aus?
Dr. Scheef: Hitze bedeutet Stress für den gesamten Körper – und besonders für die Lunge. Bei hohen Temperaturen steigt die Ozonbelastung, die Atemwege werden gereizt und entzünden sich leichter. Menschen mit COPD, Asthma oder chronischer Bronchitis merken das sofort: Die Atmung fällt schwerer, Husten nimmt zu, und die Belastbarkeit sinkt. Dazu kommt, dass heiße, trockene Luft die Schleimhäute austrocknet und sie anfälliger für Infekte macht.

Welche Patientengruppen sind besonders gefährdet?
Dr. Scheef: Vor allem Menschen mit COPD, Asthma, Herz-Lungen-Erkrankungen und ältere Patienten. Viele unterschätzen, wie sehr Hitze den Kreislauf und die Atmung gleichzeitig belastet. Auch Menschen, die im Alltag gut zurechtkommen, können an sehr heißen Tagen plötzlich deutliche Beschwerden entwickeln.

Welche Symptome sollten Betroffene ernst nehmen?
Dr. Scheef: Warnsignale sind:
zunehmende Atemnot
pfeifende oder angestrengte Atmung
starker Husten
ungewöhnliche Erschöpfung
Schwindel oder Herzrasen
Wenn sich diese Symptome trotz Medikamenten nicht bessern oder sich rasch verschlimmern, sollte man ärztliche Hilfe suchen. Hitze kann akute Verschlechterungen auslösen, die wir in der Notaufnahme regelmäßig sehen.

Was können Betroffene tun, um sich an heißen Tagen zu schützen?
Dr. Scheef: Es gibt einige sehr wirksame Maßnahmen:
Kühle Räume aufsuchen und direkte Sonne meiden.
An heißen Tagen verliert der Körper bis zu 15 Liter Wasser durch Schwitzen. Ausreichend trinken, um diesen Verlust auszugleichen und um die Schleimhäute feucht zu halten, ist ungemein wichtig.
Medikamente konsequent einnehmen, besonders inhalative Therapien.
Anstrengungen in die frühen Morgenstunden verlegen.
Wohnräume abdunkeln, um Hitze draußen zu halten.
Ozon- und Feinstaubwerte beachten – an belasteten Tagen möglichst drinnen bleiben.
Viele unterschätzen, wie wichtig eine gute Flüssigkeitszufuhr ist. Schon leichte Dehydrierung verschlechtert die Atmung.

Wie gut ist das Franziskus Krankenhaus Linz auf hitzebedingte Atemnot vorbereitet?
Dr. Scheef: Sehr gut. Unsere Innere Abteilung ist auf akute Atemwegserkrankungen spezialisiert. Wir verfügen über moderne Diagnostik, ein erfahrenes pneumologisches Team und eine leistungsfähige Intensivmedizin. Gerade in Hitzeperioden sind wir darauf eingestellt, dass mehr Patienten mit Atemnot zu uns kommen.

Was möchten Sie Betroffenen zum Abschluss mitgeben?
Dr. Scheef: Hitze ist nicht nur unangenehm – sie kann für Menschen mit Atemwegserkrankungen gefährlich werden. Wer seine Erkrankung gut behandelt, Warnsignale kennt und an heißen Tagen bewusst vorsorgt, kann viel für seine Gesundheit tun. Hitzeperioden werden uns aufgrund der globalen Erwärmung immer häufiger begegnen – umso wichtiger ist es, die eigenen Grenzen zu kennen und ernst zu nehmen. (PM)
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