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| Nachricht vom 06.07.2026 |
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| Großprojekt am Rechten Rhein: Sanierung der Bahnstrecke Troisdorf-Wiesbaden beginnt |
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| Am 10. Juli 2026 startet die DB InfraGO AG mit umfangreichen Bauarbeiten auf der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Während der fünfmonatigen Sanierungsphase wird ein umfassender Ersatzverkehr eingerichtet, um den Nah-, Fern- und Güterverkehr aufrechtzuerhalten. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Strecke langfristig zu stabilisieren und deutlich attraktiver zu gestalten. |
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Kreis Neuwied. Am Abend des 10. Juli beginnen die Arbeiten zur Korridorsanierung der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Für die nächsten fünf Monate sind umfangreiche Baumaßnahmen geplant, die unter anderem die Erneuerung von 80 Kilometern Gleisen, 100 Kilometern Oberleitungen, 160 Weichen und zehn Brücken umfassen. Auch 36 Bahnhöfe sollen modernisiert werden, der Bahnhof Bad Honnef wird sogar verlegt und komplett neu gebaut. In Summe entstehen an den Stationen 23 neue Aufzüge, 68 neue Rampen, Treppen und Zuwegungen. Die Bauteams erneuern zudem 24 Personenunterführungen. Außerdem erhalten die Stationen der Korridorsanierung ein einheitliches Design mit neuen Anzeigern und modernem Mobiliar.
Vollständig digital
Entlang der Strecke werden zudem insgesamt sechs noch bestehende Stellwerke alter Technik durch moderne elektronische Stellwerke (ESTW) ersetzt, darunter in Koblenz-Ehrenbreitstein, Engers und Neuwied. Die drei neuen Stellwerke in Neuwied, Engers und Koblenz-Ehrenbreitstein werden bis Ende 2026 baulich fertiggestellt, ihre Inbetriebnahme erfolgt nachgelagert. Der gesamte Korridor wird im Rahmen der Digitalisierung des Schienennetzes mit dem Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet. Die Strecke zählt dann zu den längsten, vollständig digitalisierten Strecken Deutschlands.
1,6 Milliarden Euro großes Projekt
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, betont die Bedeutung dieser Maßnahme: "Mit der Sanierung der rechtsrheinischen Strecke setzen wir unser ambitioniertes Bauvolumen weiter fort." Ziel sei es, die hochbelastete Eisenbahnstrecke robuster zu gestalten und den Zugverkehr störungsfreier zu machen. Insgesamt werden rund 1,6 Milliarden Euro in das Projekt fließen, die überwiegend aus der Neuverschuldung des Bundes, dem sogenannten Sondervermögen, stammen.
Während der Bauzeit wird der Personenverkehr durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) ersetzt, der mit 160 Bussen 13 Buslinien umfasst und die entfallenden Zughalte bedient. Fern- und Güterverkehrszüge fahren bis zum 12. Dezember auf Umleitungsstrecken.
Monatelange Einschränkungen
Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, äußert seine Hoffnung, dass die Deutsche Bahn aus bisherigen Projekten lernt: "Die Fahrgäste akzeptieren monatelange Einschränkungen nur, wenn die Strecke danach im Alltag zuverlässig funktioniert."
Achim Schwickert, der neue Minister für Inneres, Integration und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz, hebt die Wichtigkeit eines leistungsstarken Ersatzverkehrs während der Bauphase hervor. "Die fünfmonatige Bauphase wird für viele Fahrgäste mit Einschränkungen verbunden sein. Umso wichtiger sind ein leistungsstarker Ersatzverkehr und verlässliche Informationen für die Reisenden." Kaweh Mansoori, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, ergänzt: "Die Bauarbeiten werden den Reisenden in den kommenden Monaten einiges abverlangen. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Zeit nutzen, um die Strecke grundlegend zu modernisieren."
Erwartung von Verlässlichkeit
Auch Norbert Reinkober von go.Rheinland betont die Notwendigkeit eines reibungslosen Ersatzverkehrs: "Wir haben den SEV-Unternehmen deutlich gemacht, dass der Ersatzverkehr vom ersten Tag an gut funktionieren muss. Unsere Fahrgäste werden sehr stark unter der langen Bauzeit leiden." Dennoch sieht Reinkober die Maßnahme als überfällig: "Das in die Jahre gekommene und marode Schienennetz stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen. Daher freuen wir uns, dass in den kommenden fünf Monaten die Grundlage für einen leistungsfähigeren und zuverlässigeren Schienenverkehr gelegt wird. Wir erwarten, dass die geplanten Maßnahmen komplett und unter Einhaltung des vorgesehenen Zeitplans umgesetzt werden."
Anforderungen an die Qualität der Busse
Der Schienenersatzverkehr (SEV) bietet zahlreiche Fahrtmöglichkeiten durch eine enge Taktung und Expresslinien für schnelle Verbindungen, wie etwa zwischen Koblenz und Bad Honnef. Die genauen Zeiten sind in elektronischen Auskunftsmedien verfügbar. Für die Ersatzverkehre während der Korridorsanierungen hat die DB in Abstimmung mit den Aufgabenträgern einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Dazu gehören unter anderem neuwertige und barrierefrei zugängliche Fahrzeuge, die ausreichend Stauraum für Gepäck bieten und über WLAN an Bord verfügen. Die Busse des SEV können mit allen gültigen Fahrkarten genutzt werden.
Dank neuer Reiseketten, wie beispielsweise von Neuwied nach Andernach mit Anschluss an den RE 5, können für Fahrten nach Köln die linksrheinischen Verbindungen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zur Umfahrung der Sperrung genutzt werden. Zur Ergänzung sind auch die Personenfähre "Nixe" zwischen Erpel und Remagen sowie die Personen- und Autofähre zwischen Linz und Remagen-Kripp in das Verkehrskonzept integriert. Ebenso ist die Rheinfähre "Königswinter IV" in den SEV eingegliedert. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Fußgänger sowie Radfahrende. Ein zusätzliches Fahrradticket ist nicht erforderlich.
Nachteil der Busse
In den Bussen ist es mit dem Fahrrad hingegen schwieriger: Um während der Korridorsanierung möglichst vielen Fahrgästen die Nutzung des SEV zu ermöglichen, kann die Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen nicht garantiert werden. Grundsätzlich gilt im SEV: Rollstühle und Kinderwagen haben stets Vorrang. Klapp- und Falträder sowie E-Tretroller können zusammengeklappt kostenfrei als Gepäckstück mitgenommen werden.
Fahrkarten
Ein Kauf von Fahrkarten beim Fahrpersonal des SEV ist nicht möglich. Auch die Fahrkartenautomaten entlang des rechtsrheinischen Sanierungskorridors stehen während der gesamten Bauzeit nicht zur Verfügung. Fahrkarten sind also fast nur noch via Internet zu bekommen.
Nach den Sommerferien
Für den ersten Schultag des neuen Schuljahres am 10. August müssen die Schüler prüfen, ob ihre gewohnte SPNV-Linie fährt oder ob sie auf den SEV mit Bussen umsteigen müssen. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur die rechtsrheinischen Personenzüge ausfallen, sondern auch einzelne Zuglinien auf der linken Rheinseite in Abschnitten betroffen sind.
Gleise bleiben ein Gefahrenbereich
Die DB InfraGO verweist ausdrücklich darauf, dass auch während der Sanierung Bahnstrecken in Betrieb bleiben – wenn auch nicht für den regulären Personenverkehr. Auf den Gleisen sind weiterhin Bau-, Arbeits- und Logistikzüge unterwegs. Diese Fahrten dienen der Versorgung der Baustellen sowie dem Transport von Material und Maschinen. Selbst wenn die Strecke auf den ersten Blick stillgelegt erscheint, kann also jederzeit Zugverkehr stattfinden. Das Betreten der Gleisanlagen ist deshalb lebensgefährlich und verboten.
Informationen rund um den SEV mit einer Übersicht aller Linien.
Das Lärm- und Baustellentelefon von DB InfraGO ist täglich und rund um die
Uhr erreichbar: 030-7542 2031.
Ab dem 13. Dezember soll der Personenverkehr auf der Strecke wieder aufgenommen werden, dann gilt der neue Fahrplan für 2027. (TS) |
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| Nachricht vom 06.07.2026 |
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