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Pressemitteilung vom 06.07.2026
Kultur
Kunst im Spannungsfeld von Fragilität und Stabilität
Am Freitag (3. Juli 2026) eröffnete der Kunstverein Linz am Rhein die Ausstellung "Fragil Stabil" von Beatrice Richter. Die Vernissage zog Kunstinteressierte an, die sich in den Räumen von Markt9 einfanden. Der Abend bot Einblicke in das Werk der Künstlerin und regte zur Reflexion über persönliche und gesellschaftliche Themen an.
Norbert Boden, Teresa Schmidt-Meinecke und Beatrice Richter (Foto: Ines Langs)Linz am Rhein. Bei angenehmen sommerlichen Temperaturen fanden viele Kunstinteressierte den Weg in die Räumlichkeiten von Markt9 in Linz am Rhein zur Vernissage der Ausstellung von Beatrice Richter mit dem Titel "Fragil Stabil".

Der Vorsitzende des Kunstvereins Linz am Rhein, Norbert Boden, hieß die Gäste willkommen und begrüßte die Künstlerin. Nach einigen einleitenden Worten über die Vita von Beatrice Richter stellte er die Kulturwissenschaftlerin Teresa Schmidt-Meinecke vor und übergab ihr das Wort für die Einführung.

Gegensätze oder ergänzende Zustände
Schmidt-Meinecke erläuterte zunächst den Ausstellungstitel. Das Wort "fragil" könne Zartheit, Unsicherheit oder Verletzlichkeit symbolisieren, während "stabil" für Halt, Beständigkeit und Ordnung stehe. Diese Begriffe könnten sowohl auf gesellschaftliche Veränderungen als auch auf persönliche Erlebnisse bezogen werden. Sie stellte die Frage, ob es sich um Gegensätze oder um sich ergänzende Zustände handle und forderte die Anwesenden auf, selbst darüber nachzudenken.

Anschließend beschrieb sie die Arbeitsweise von Richter, die Tusche auf ungechlortem Papier verwendet. Mit wenigen schnellen Gesten schafft Richter stark umrissene, konkrete Formen, die sowohl spontan als auch präzise wirken. Ihre Bilder erinnern an mikroskopische Strukturen, vielleicht getrocknete Pflanzenteile, wie in einem Herbarium.

Ständiger Schaffensprozess
Richter arbeitet ohne Vorstudien; jedes Werk hat das Potenzial, direkt fertig zu sein. Es gibt keinen Ausschuss, da jede Zeichnung auf besondere Merkmale und Möglichkeiten geprüft wird. In ihrem Atelier warten zahlreiche Fragmente darauf, mit anderen Werken zu neuen Kompositionen zusammengefügt zu werden, wodurch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einen Dialog treten.

Schmidt-Meinecke schlug eine Brücke zum eigenen Leben. Jeder kenne Phasen, in denen man sich unvollständig fühle, aber auch Momente, in denen alles stimmig erscheine. Die stille Botschaft der Ausstellung sei, dass nichts sofort abgeschrieben werden sollte. Zum Abschluss äußerte sie ihre Faszination darüber, dass das Schaffen von Richter nie abgeschlossen sei und stets das Potenzial für zukünftige Entwicklungen berge.

Boden bedankte sich für die Ausführungen und lud die Anwesenden ein, die Ausstellung in Ruhe zu erkunden. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 26. Juli 2026, zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen. Im Rahmen der Finissage am Sonntag, 26. Juli 2026, von 14 bis 16 Uhr wird ein Gespräch mit der Künstlerin stattfinden. (PM/Red)
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