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Nachricht vom 04.07.2026
Region
Kultursommer Rheinland-Pfalz 2026: Grandioser Auftakt im Kulturwerk Wissen
Das Motto des Kultursommers lautet in diesem "Die Goldenen Zwanziger". Der Untertitel "Zwischen Rausch und Realität" zeugt bereits davon, dass es sehr unterschiedliche Sichtweisen auf dieses wohl bekannteste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts gibt. "Das ist keine Dreigroschenoper" zeigt die Problematik der heutigen Zeit auf.
Die Darstellerinnen und Darsteller sind alle aus der Region. (Bilder: kkö)Wissen. „Das ist keine Dreigroschenoper“ als Titel der Auftaktveranstaltung sorgte bei den Gästen für eine gewisse Spannung. Viele fragten sich, was sie erwarten würde. Die Oper von Bertolt Brecht ist hinreichend bekannt, aber das „Geheimnis“ um die neue Interpretation wurde erst an diesem Abend gelüftet.

Ging es im Original um den Konkurrenz. und Existenzkampf zwischen zwei „Geschäftsleuten“, dem Kopf der Bettelmafia und einem Verbrecher, dem gute Beziehungen zum Polizeichef von London nachgesagt werden, so zeigten die Darsteller im Kulturwerk die „Welt von heute“ mit den Möglichkeiten, aber auch den Gefahren, die die neuen Medien mit sich bringen. Selbstverständlich wurden, wie im Original, die beiden „Gegenspieler“ Eggi Messer und Sugar zunächst „Geschäftspartner“. Eggi Messer heiratet Ruby, die Tochter von Sugar, was diesem eher missfällt. Die Kostüme der Darstellerinnen und Darsteller sind dabei an die Mode der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts angelehnt. Alle Mitwirkenden kommen aus Vereinen und Gruppen der Region. Die Musiker stammen aus Musikvereinen und der Kreismusikschule.

Die Frage, ob der „Content“, der in den „sozialen“ Netzwerken genutzt wird, der Wahrheit entsprechen muss oder nicht, zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück. Wie im Original geht es darum, möglichst viel Geld zu verdienen, ohne großen Aufwand und gern auch unter Umgehung von Gesetzen. Hierzu hat man ja „Freunde bei der Polizei und in gehobenen Positionen“, die einen „beschützen“. Am Ende kommt es dann doch zu den Verhaftungen der „Missetäter“.

Begrüßung und Eröffnung der Fotoausstellung
In seiner Begrüßung und Eröffnung der Fotoausstellung „Raus aus dem Korsett“ stellte Bürgermeister Berno Neuhoff, auch mit Blick auf das vorher Gesehene, fest: „Wir leben in herausfordernden Zeiten, geprägt durch Krisen, Kriege, Klimawandel und zunehmende gesellschaftliche Konflikte. Damit müssen wir uns auseinandersetzen und diese auch teilweise ,aushalten‘. Der Kultur fällt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie soll erfreuen, aber auch, wie am heutigen Abend, gesellschaftliche Gruppen und Personen zusammenführen“, so Neuhoff weiter.

Die Ausstellung „Raus aus dem Korsett“ zeigt den Willen der Veränderung in vielen Bereichen des Lebens. Im Besonderen bei den Frauen der „Goldenen Zwanziger“. Die Kleidung wurde anders, das Auftreten selbstbewusster. Die Frauen mussten in den Jahren des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) bereits die Männer an Werkbänken und in Fabriken „ersetzen“. Jetzt wollten die Damen einfach leben und sich entfalten können, so Bürgermeister Berno Neuhoff.

Die Nachkriegswehen und die sich daraus entwickelnden Veränderungen, aber auch die am Ende erfolgte Weltwirtschaftskrise, waren Herausforderungen. „Wir leben in einer anderen Zeit, nicht mit dem Jahrzehnt zu vergleichen. Die Demokratie ist gefährdet wie damals, viele Menschen konsumieren im Netz und ziehen sich aus dem staatlichen Leben zurück, weil sie das Vertrauen in den Staat verloren haben. Andere hingegen stellen immer höhere Erwartungen an den Staat, die aber nicht erfüllbar sein werden“, so Neuhoff weiter.

Neuhoff dankte allen Beteiligten an dieser Veranstaltungsreihe und gab der Hoffnung Ausdruck, dass solche Veranstaltungen dazu führen, wieder „Auge in Auge“ zu kommunizieren. Die Fotoausstellung ist samstags und sonntags, oder nach Vereinbarung, geöffnet. Am 5. Juli findet um 18 Uhr die Vorführung des Films „Metropolis“ (1927) statt. Weitere Veranstaltungen werden die Lesung von Harald Jähner (15. Juli, 19 Uhr), die Matinee Dorée mit Jazz, Rhönrad und Film (19. Juli ab 11 Uhr) sowie das Ensemble Federboa & Zylinder (26. Juli, 19 Uhr) sein.
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