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| Nachricht vom 28.06.2026 |
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| Kultur |
| Von Daumier bis Meckseper: Meisterwerke der Druckkunst in neuer Ausstellung entdecken |
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| Reinhard Zados „Galerie Blattwelt – Imprimaturmuseum“ ist eine kleine Schatzkiste voller Werke der traditionellen Kunst des Buchdrucks, der Lithografie, Radierung und des Kupfertiefdrucks. Um seine Druckpressen herum präsentiert der Künstler Arbeiten von Honoré Daumier und Friedrich Meckseper. Zudem macht er die Technik der Lithografie für Besucher nachvollziehbar. |
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Niederhofen. Der berühmte und fleißige Honoré Daumier (1808 bis 1879) war ein französischer Maler, Bildhauer, Grafiker und Karikaturist. Er ist ein wichtiger Vertreter des Realismus. Bedeutend sind seine politischen und sozialkritischen Karikaturen, in denen er Menschen aus dem Bürgertum in komischen Situationen darstellte. Die Volksvertreter zeichnete er gern mit einem kleinen Körper und einem überdimensionalen Kopf mit ausgeprägter Physiognomie. Er fertigte über fünfzig Jahre lang täglich eine Zeichnung für die satirische Zeitschrift „Charivari“. Seine Themen karikierten die Gesellschaft: Politiker, Richter und Lehrer tauchten serienweise auf. Kritik war zu der Zeit nur mittels Plakaten möglich. Mit der Lithografie – Druck auf Steinplatten – gelang es ihm, große Auflagen zu erschwinglichem Preis herzustellen.
Reinhard Zados Sammlung Daumierscher Drucke, die auch schon eine Ausstellung mit dem Titel „Kritische Grafik“ zierte, ist beachtenswert. Zado erklärt gern, wie er eine Originalzeichnung mittels eines analogen Films reproduziert, mit dessen Negativ er auf einer Polymerplatte ein Print-Klischee erstellt. Mit einem Andruck auf Kunstdruckpapier wird das Motiv als Fettabdruck auf den Stein gepresst. Dann lässt sich in Schichten eine Lithografie à la Daumier drucken.
Mit Friedrich Meckseper, einem deutschen Maler, Grafiker, Zeichner, Konstrukteur und Autor, der 2019 starb, war Reinhard Zado gut bekannt. Gemeinsam arbeiteten sie und einige Kollegen an einem Bild, Zados Beitrag war ein Tisch mit Rotweinglas, weil er das gut konnte. Der Whisky-Trinker Meckseper veränderte das Weinglas in grün. Mekseper, der lange in der Künstlerkolonie Worpswede lebte, starb 2019 mit 82 Jahren.
Friedrich Mecksepers Radierungen von entschleunigten Gegenwelten bestechen durch besondere Klarheit und Präzision. Dieser Linie, die sicherlich seinem Beruf als Feinmechaniker geschuldet war, blieb er stets treu. Auch die oft mechanischen Motive entnahm er seinem beruflichen Umfeld. Wiederholt taucht ein Gasballon in den Bildern auf. Mit einem solchen überquerte Meckseper mehrfach die Alpen.
Traumwelten gestaltet auch Reinhard Zado selbst. Er präsentiert seine Ausstellung "Magic in Art" an den Wänden des gemütlich-kunterbunten Museums. Ein Besuch in der Hauptstraße 22 in 56316 Niederhofen lohnt sich. htv
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