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Nachricht vom 13.06.2026
Region
Nicole nörgelt . . . über blinden Aktionismus an der Grenze
Plötzlich gibt es innerhalb Europas wieder Grenzkontrollen – angeblich, um die illegale Migration einzudämmen. Aber natürlich finden diese "Kontrollen", die den Namen absolut nicht verdienen, denn es wird nichts kontrolliert, sondern nur der gesamte Verkehr über eine Spur mit Riesenstaus dahinter ausgeleitet, nur an ganz vereinzelten Stellen statt.
(Symbolfoto)SATIRISCHE KOLUMNE | Wovon der gute Herr Dobrindt bei seinem Entschluss wohl ausgegangen ist, ist, dass natürlich alle Schlepper und Schleuser so dämlich sind, genau über den einen Grenzübergang zu fahren, an dem seit Monaten groß in den Medien angekündigt diese Kontrollen stattfinden. Kontrollen, bei denen übrigens einfach nur alle Fahrzeuge nach 30 Minuten Stau über eine Spur fahren, und niemand herausgeholt oder kontrolliert wird.

Am Ende leiden unter diesen Maßnahmen am meisten die Leute, die in den Orten rund um die kontrollierten Grenzübergänge wohnen, denn wer regelmäßig in die Nachbarländer pendelt, hat irgendwann den Kaffee auf und versucht, den sinnlosen Stau zu umfahren. Also kachelt der gesamte Verkehr – inklusive der LKWs – durch die kleinen Orte, deren Einwohner sich inzwischen zu Recht über die dauernde Belastung durch Lärm und Gestank beschweren. Außerdem können sie natürlich ihre Kinder nicht mehr vor die Haustür lassen, da sie ja sonst von den Massen an Fahrzeugen überfahren werden.

Und, liebe Leser, raten Sie mal, was wohl wahrscheinlich der Kleinbus machen wird, der irgendetwas zu verbergen hat – richtig, der fährt natürlich brav über den gesperrten Grenzübergang und nicht eine Autobahnabfahrt vorher ab und danach wieder auf. "Ironie off"

Gar nicht sprechen sollten wir in diesem Zusammenhang wohl über die Emissionen, die durch die massiven Staus an den Grenzen entstehen. Wie war das? Wir Deutschen werden ständig ermahnt, Emissionen zu reduzieren, aber dann werden künstliche und vollkommen sinnfreie Staus an den Grenzen verursacht, nur damit die Politiker sagen können: "Wir haben aber doch etwas gemacht."

Was haben sie denn gemacht? Die Beamten der Grenzschutzes häufen Überstunden an, die sie nie wieder loswerden, denn für umfassende Grenzkontrollen besitzt dieses Land gar nicht genug Personal. An einem Stauende kam es sogar schon zu einem tödlichen Unfall und den rechtschaffenen Bürgern, die einfach nur ins Nachbarland fahren wollen, wird der letzte Nerv geraubt. Sämtliche Anwohner rund um die Grenzübergänge kommen zu keiner Tages- und Nachtzeit mehr zur Ruhe und rund um den kontrollierten Grenzbereich kann man quasi das CO2 in die Atmosphäre entweichen sehen. Ist ja schon mal eine Leistung, wenn auch keine besonders ruhmreiche.

Vielleicht wäre es, gerade im Hinblick auf die demnächst beginnenden Sommerferien, sinnvoll, über mobile, zielgerichtete Kontrollen und Streifen nachzudenken. Denn das würde erstens den Schaden für Umwelt und Menschen deutlich reduzieren, zweitens mit Sicherheit mehr bringen, als Kontrollposten, die jeder im Vorfeld kennt und einfach umfahren kann und drittens die Beamten des Grenzschutzes entlasten.

Ganz schlaue Menschen werden jetzt sagen, dass wir ja in einer Demokratie leben und selbstverständlich auch der Bürger gegen solche Maßnahmen klagen kann. Ja, das ist möglich, aber teuer und führt leider nicht zum Ziel, wie man am Beispiel des Richters aus dem Saarland sehen kann, der gegen die Grenzkontrollen nach Frankreich geklagt und gewonnen hat. Trotzdem finden sie weiter statt. Kostet also wieder nur Geld und Nerven und führt zu nichts.

Und auch wenn mit dem Inkrafttreten der neuen europaweiten Asylregelung eine Erleichterung der innereuropäischen Grenzkontrollen "in Aussicht" gestellt wird, hilft das beim Tempo der deutschen Bürokratie bestimmt für die Urlaubsreise oder den Wochenendtrip in diesem Sommer nicht weiter.

In diesem Sinne, lieber Herr Dobrindt, weichen Sie doch von Ihrem blinden Aktionismus einfach mal ab und überlegen sich ein sinnvolles Konzept, um das Land vor illegaler Migration und Drogeneinfuhr zu schützen statt die Bürger immer weiter zu verärgern und zu enttäuschen.

Ihre Nicole

Was ist eine satirische Kolumne?
Die satirische Kolumne ist ein regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag, der unter einem festen Namen und mit einer unverwechselbaren, persönlichen Handschrift wechselnde – meist aktuelle – Themen aufgreift. Sie gibt ausdrücklich die subjektive, oft satirisch zugespitzte Sicht der Autorin wieder und erhebt bewusst keinen Anspruch auf ausgewogene Berichterstattung. „Nicole" ist dabei eine fiktive Kunstfigur, durch die gesellschaftliche Themen pointiert kommentiert werden.
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Quelle: 1781352072