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Nachricht vom 09.06.2026
Region
Gänsehaut bei "In The End": Rock am Ring feiert mit 90.000 Besuchern ein starkes Festival
Rock am Ring hat seine 41. Ausgabe mit 90.000 Fans am Nürburgring gefeiert. Zwischen wechselhaftem Wetter, vollen Bühnenflächen, lauten Gitarren und großen Momenten blickte das Festival zugleich schon auf 2027 voraus.
Fotos: Lara Jane Schumacher/Art of JaneNürburg. Mit einem eindrucksvollen Festivalwochenende hat Rock am Ring seine 41. Ausgabe gefeiert und einmal mehr gezeigt, warum das Festival seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Live-Events Europas zählt. 90.000 Besucherinnen und Besucher erlebten vom 5. bis 7. Juni drei Tage voller Musik, Energie und Festivalmomente am Nürburgring. Alle Wochenendtickets waren bereits seit Oktober 2025 ausverkauft – so früh wie noch nie. Entsprechend voll war es auf dem Gelände und besonders im Infield, vor allem beim lang ersehnten Auftritt von "Linkin Park".

Das Wetter zeigte sich über das Wochenende hinweg durchwachsen, blieb aber deutlich besser als in den Wochen zuvor angekündigt. Während viele Camperinnen und Camper bereits vor Festivalbeginn mit matschigen Untergründen und Regen zu kämpfen hatten, wechselten sich an den Festivaltagen selbst trockenere Phasen, Sonne und Regen ab. Regencapes waren am Samstag fast so gefragt wie Sonnencreme am Freitag. Auf dem Infield standen dafür auch kostenlose Spender bereit.

Auffällig war in diesem Jahr auch die vergrößerte Mandora Stage, die in ihrer Wirkung inzwischen nahezu an die Hauptbühne, die "Utopia Stage", heranreichte. Dazu kamen die "Orbit Stage", viele Verpflegungsstände mit einer großen Auswahl, auch vegetarisch und vegan, Cashless-Bezahlung, Stage-Diving, Circle Pits und zahlreiche außergewöhnliche Kostüme, die den Ring einmal mehr zu einer eigenen Festivalwelt machten.

Starker Auftakt mit "Linkin Park"
Der Freitag begann bereits am frühen Nachmittag mit "Loathe" auf der Mandora Stage um 14.05 Uhr, bevor um "Mehnersmoos" auf der Utopia Stage und "Slay Squad" auf der Orbit Stage folgten. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter, unter anderem mit "We Came As Romans", "Magnolia Park", "TX2", und den "Architects". Gegen Abend folgten "Within Temptation", "Trivium" und "Papa Roach", die mit einem spektakulären Helikopter-Anflug direkt hinter die Bühne für einen der außergewöhnlichsten Momente des Festivals sorgten.

Inmitten der mitreißenden Acts richtete sich der Blick bereits auf das kommende Jahr: Unter dem Jubel zehntausender Fans wurde "blink-182" als erster Headliner für Rock am Ring 2027 angekündigt. Bei der Verkündung wurde der Ring in grünes Licht getaucht, dazu gab es Feuerwerk. Für viele Besucherinnen und Besucher erfüllte sich damit ein langjähriger Wunsch: Nach mehr als vier Jahrzehnten Festivalgeschichte werden die kalifornischen Pop-Punk-Ikonen 2027 erstmals überhaupt bei Rock am Ring auftreten. Ihr letztes Konzert in Deutschland liegt bereits einige Jahre zurück: Zuletzt war "blink-182" 2023 in Deutschland zu sehen.

Später am Freitag spielten "Malevolence" und "Babymetal", bevor um 23.00 Uhr der wohl meistbeachtete Auftritt des Wochenendes begann: "Linkin Park" standen erstmals seit zwölf Jahren wieder am Ring auf der Bühne. Ein besonderer Gänsehaut-Moment geschah, als das Publikum zu "In The End" mitsang. Bei vielen Songs war die Erinnerung an den verstorbenen ehemaligen Frontsänger Chester Bennington spürbar. Die neue Leadsängerin Emily Armstrong hinterließ dabei starken Eindruck und trug ihren Teil dazu bei, dass dieser Auftritt zu den emotionalsten Momenten des Wochenendes zählte. Nach Mitternacht ging der erste Festivaltag mit "Danko Jones", "Limp Bizkit" und "The Butcher Sisters" zu Ende.

Zwischen Regencapes, Rap und Horrorshow
Der Samstag begann um 14.20 Uhr mit "Max Grimm" auf der Orbit Stage, bevor Acts wie "Ecca Vandal", "Paleface Swiss" und "Letlive." die Bühne betraten. Am Nachmittag zeigte Sängerin Taylor Momsen mit ihrer Band "The Pretty Reckless" auf der Utopia Stage, dass sie weitaus mehr kann, als Schauspielerin in der Serie "Gossip Girl" zu sein. Ihre kräftige Stimme setzte einen frühen Höhepunkt des zweiten Tages. Parallel und kurz danach ging es unter anderem mit "Bilmuri", "The Subways" und "Bury Tomorrow" weiter, während letztere dem Publikum mit Feuer und rauchigen Stimmen ordentlich einheizten.

Einer der einprägsamsten Auftritte des Tages kam gegen Abend von "Ice Nine Kills" auf der Mandora Stage. Die Band brachte eine Horrorshow auf die Bühne, bei der jeder Song eine eigene Geschichte erzählte. Schauspieler, Feuer und jede Menge Kunstblut machten den Auftritt zu einem besonderen Erlebnis. Im Anschluss setze "Electric Callboy" auf der Utopia Stage die Abriss-Stimmung ihrer Auftritte aus dem vergangenen Jahr erfolgreich fort. "Marteria" erweiterte auf der Mandora Stage den Genre-Mix des Festivals. Wie schon bei seinen früheren Auftritten am Ring riss er das Publikum mit seinem Rap mit. In einem Instagram-Beitrag blickte er später melancholisch auf seine Auftritte am Nürburgring zurück und zeigte sich dankbar: "Ich liebe diesen Ort. Danke für alles, was hier passiert ist."

Den späten Samstag prägten danach vor allem die großen Namen. "Volbeat" lieferten den Rock-Fans einen der Headliner-Momente des Wochenendes. "Basement" spielten ab 23.20 Uhr, bevor "Bad Omens" die Mandora Stage übernahmen. "Palaye Royale" und "H-Blockx" machten den Tagesabschluss.

Großer Abschluss mit "Finch", "The Offspring" und "Iron Maiden"
Der Sonntag startete früher als die Vortage. Um 12.20 Uhr eröffneten "Mouth Culture" die Orbit Stage, um 12.55 Uhr folgten "Bad Nerves" auf der Utopia Stage. Danach spielten unter anderem "Ego Kill Talent", "Return to Dust", "Blood Incantation", "Hollywood Undead", "Catch Your Breath" und "Finch" auf der Hauptbühne, welcher nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seiner Rede in Erinnerung blieb.

Danach folgten Auftritte von Acts wie "The Offspring", "Alter Bridge" oder "The Story So Far". Ab 21.00 Uhr gehörte die Utopia Stage dann "Iron Maiden". Für viele Rock-Fans war dieser Auftritt einer der wichtigsten Programmpunkte des gesamten Wochenendes. Parallel dazu und danach liefen die letzten großen Sets des Festivals: "A Perfect Circle", "Set It Off" und "Kublai Khan TX", bevor "Sabaton" noch einmal für einen mächtigen Abschluss sorgten. Auf der Orbit Stage beschlossen "Sondaschule" ab 0.20 Uhr den letzten Festivaltag.

Positive Bilanz und erster Headliner für 2027
Internationale Top-Acts prägten ein Wochenende, das musikalisch breit aufgestellt war und von Metal, Rock und Punk bis Rap reichte. Dazu kamen viele kleinere und mittlere Acts, die auf allen drei Bühnen für Bewegung vor der Bühne sorgten. Stage-Diving, Circle Pits und ausgelassene Festivalbilder gehörten ebenso dazu wie Regencapes, matschige Schuhe und spontane Sonnenpausen.

Matt Schwarz, Veranstalter von Rock am Ring, zieht ein positives Fazit: „Ein Wochenende wie dieses erinnert uns daran, warum wir Festivals veranstalten. 90.000 Menschen haben Rock am Ring in eine einzigartige Stadt aus Musik, Freundschaft und Leidenschaft verwandelt. Die Energie auf dem Gelände war vom ersten bis zum letzten Moment außergewöhnlich. Mit blink-182 konnten wir zudem einen der meistgewünschten Acts der Festivalgeschichte erstmals für Rock am Ring gewinnen. Schöner kann der Ausblick auf 2027 kaum sein.“

Auch die Einsatzkräfte und Behörden zogen eine positive Bilanz. Trotz wechselhafter Wetterbedingungen verlief das Festivalwochenende nach Angaben der Veranstalter friedlich und organisatorisch reibungslos. Mit "blink-182" als erstem bestätigten Headliner richtet sich der Blick nun bereits auf Rock am Ring 2027, welches vom 4. bis 6. Juni 2027 stattfindet. Der Vorverkauf startet heute, am 9. Juni 2026, um 12.00 Uhr.
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