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Nachricht vom 08.06.2026
Kultur
Der 46. Europäische Keramikmarkt 2026 lockte tausende Besucher nach Höhr-Grenzhausen
Der Europäische Keramikmarkt 2026 in Höhr-Grenzhausen zog erneut zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Mit vielen Keramikkunsterwerken und zwei Wettbewerben bot der Markt seinen Gästen ein abwechslungsreiches Erlebnis.
Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen (Foto: Wolfgang Rabsch)Höhr-Grenzhausen. Der 46. Europäische Keramikmarkt 2026 in Höhr-Grenzhausen hat erneut seinem Namen alle Ehre gemacht, einer der größten Europäischen Märkte für Keramik zu sein. Die Töpferstadt hatte sich am Samstag und Sonntag (6. und 7. Juni) auf einen Besucheransturm von Gästen aus aller Welt gewappnet. Trotz aller Routine herrscht in der Vorbereitung und Organisation des Keramikmarkts Anspannung, um auch allen und vorhersehbaren Ereignissen Paroli bieten zu können. Die äußeren Rahmenbedingungen konnten an beiden Tagen nicht besser sein, denn es herrschte ideales Marktwetter, ein Mix aus Sonne und Wolken, kein Tropfen Regen fiel, leichter Wind und angenehme Außentemperaturen.

Auch die Behauptung, es kamen Besucher nicht nur aus Europa, sondern aus der ganzen Welt nach Höhr-Grenzhausen ist nicht abwegig. Regelmäßig besuchen Keramikbegeisterte aus den Vereinigten Staaten und aus asiatischen Ländern den Westerwald, um sich zu informieren und auch zu kaufen.

In diesem Jahr bewarben sich 194 Aussteller(2025 waren es 190). Eine Fachjury wählte 134 Europäische Keramikerinnen und Keramiker sorgsam aus, die ihre Unikate ausstellen dürfen. Aus dem europäischen Ausland kommen insgesamt 20 Aussteller, so unter anderem aus Italien, Österreich, Belgien, Polen, und auch aus den Niederlanden.

Gastland war 2026 Schweden
In diesem Jahr wurden sechs Keramikerinnen aus der schwedischen Region Västergötland ihre Werke ausstellen. Von einer Fachjury ausgewählt, vereint diese Künstlerinnen jahrelange Erfahrung, eine fundierte keramische Ausbildung und eine tief verwurzelte Leidenschaft. Die Gäste aus Schweden stellten auf dem Plateau des Keramikmuseums ihre Werke aus.

6. Offene Deutsche Töpfermeisterschaft auf dem Laigueglia-Platz
Samstag und Sonntag fand wieder die "Offene Deutsche Töpfermeisterschaft" im Rahmen des Europäischen Keramikmarktes statt. Der Wettbewerb wurde in verschiedenen Durchgängen gewertet und ermittelte den Sieger oder die Siegerin durch ein Ausscheidungsverfahren. Dabei traten Keramiker und Keramikerinnen gegeneinander an und drehten in verschiedenen Disziplinen. Zum Beispiel Hochdrehen, Weitdrehen, Bauchdrehen, "vom Stock drehen" oder "Serie drehen". Insgesamt wetteiferten 20 Keramiker und Keramikerinnen um den begehrten Titel, denn es waren Preisgelder zu gewinnen.

Den 1. Platz belegt Martin Jung (Münchwald, der 2. Platz ging an Martin Ernst (Babenhausen) und den 3. Platz holte sich Terrey Davies (Florenz).

"Big Band Boden" begeisterte erneut beim Naspa-Open-Air
Am Samstagabend spielte die "Big Band Boden" nach dem großen Erfolg im Vorjahr erneut auf dem Laiguegliaplatz. Sie spielte Swing-Klassiker und bekannte Pop-, Rock- und Soul-Hits in Live-Arrangements und begeisterte die zahlreichen Zuschauer.

Da die Kuriere wegen anderer Termine nur am Samstag vor Ort sein konnten, wurde dieser Artikel freundlicherweise durch Dr. Nele van Wieringen, Leiterin des Keramikmuseums, unterstützt, die vom Sonderwettbewerb "Die Kanne" die Kuriere mit einer Pressemitteilung unterstützte.

Sonderwettbewerb im Keramikmuseum
Anlässlich des Keramikmarktes veranstaltete das Keramikmuseum Westerwald auch in diesem Jahr einen Sonderwettbewerb. Passend zur aktuellen Bauhaus-Ausstellung, die am Sonntag endete, stand das Thema "Die Kanne" im Mittelpunkt. Insgesamt 59 Keramiker und sieben Kinder beteiligten sich am Wettbewerb. Die Jury zeigte sich begeistert von der Vielfalt der eingereichten Formen, Ideen und Dekore. Besucher hatten während des Marktes die Möglichkeit, ihre Stimme für den Publikumspreis abzugeben.

Bei der Preisvergabe legte die Jury besonderen Wert auf die Handhabung der Kannen: Wie liegen sie in der Hand? Sind sie leicht? Wie ist der Henkel angesetzt? Und vor allem: Sind sie gebrauchsfähig? Neben der Funktionalität spielte auch die künstlerische Kreativität eine bedeutende Rolle.

Die Arbeiten, die diese Kriterien am überzeugendsten umsetzten, wurden wie folgt ausgezeichnet: Claudia Becker (Ayl) Preis: 250 Euro - gestiftet von der Firma Laufen Deutschland, Roca GmbH, Alexander Barabanov (Dormagen) Preis: 500 Euro - gestiftet von der Stadt Höhr-Grenzhausen, Martina Sigmund-Servetti (Heilbronn) Preis: Materialspende im Wert von 500 Euro - gestiftet von der Firma Goerg & Schneider, Ayaka Iwabu (Höhr-Grenzhausen) Preis: 1.000 Euro - gestiftet von der Sparkasse Westerwald-Sieg, Dick Lion (Höhr-Grenzhausen) Preis: 1.200 Euro - gestiftet von der Firma Sibelco Deutschland GmbH, Olga Simonova (Wiesbaden) Preis des Publikums und Matvejs Zukovs Nachwuchspreis: Töpferset für Einsteiger - gestiftet von der Firma Hans Wolbring GmbH.

Die Wettbewerbsausstellung ist noch bis zum 9. August 2026 im Keramikmuseum Westerwald zu sehen.

Zufriedene Organisatoren
Da die Kuriere am Sonntag, dem Ende des Keramikmarkts nicht vor Ort sein konnten, gelang es, in einem Telefonat mit Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert und Markus Ströher vom "Kannenbäckerland-Touristik-Service" ein abschließendes Statement zu erhalten. Übereinstimmend erklärten beide, dass sie mit dem Verlauf des Keramikmarktes sehr zufrieden wären. Der wichtige Faktor Wetter hätte sich der guten Stimmung angepasst. Zufriedene Aussteller und interessierte, kauffreudige Besucher hätten das positive Gesamtbild bestätigt. Auch der Pendelverkehr mit zwei Shuttle-Bussen habe gut funktioniert. Jeder Keramikmarkt sei trotzdem eine große Herausforderung, die man aber gerne in Kauf nehmen würde, wenn der letzte Aussteller die Marktzone verlassen hat und sich keine besonderen Vorfälle ereignet hätten.
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