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Nachricht vom 07.06.2026
Region
Green Hair Day in Gebhardshain: Gemeinsam gegen Angst und Verzweiflung
Das leuchtende Grün des bundesweiten Aktionstags "Green Hair Day" steht für Hoffnung, Stabilität und Zuversicht. Die Initiative setzt ein unübersehbares Zeichen dafür, dass es ein Leben mit und nach einer Krebsdiagnose gibt. Am vergangenen Freitag (5. Juni 2026) wurde Gebhardshain bereits zum zweiten Mal zu einem Ort dieser Bewegung. Getreu dem Motto "Macht euch die Haare grün" setzten die Beteiligten vor Ort ein starkes Signal der Solidarität.
Miteinander stark: Betroffene und Ehrenamtliche füllten den Aktionstag in Gebhardshain mit Leben, Lachen und gegenseitigem Mutmachen. (Fotos: Bettina Petinopoulos)Gebhardshain. Ihren Ursprung hat diese bewegende Initiative im onkologischen Zentrum am St. Johannes Hospital in Dortmund. Das dortige Team rief den Aktionstag ins Leben, um eine wichtige Botschaft in die Welt zu tragen: Die Mehrheit der Patienten hat heute eine gute und lange Überlebenschance - eine Realität, die sichtbar gemacht werden soll, ohne dabei die Bedrohung durch den Krebs zu verharmlosen. Um dieses Bewusstsein zu stärken, wird in der Dortmunder Klinik an jedem 5. Juni der "Green Hair Day" ausgerufen, an dem Mitarbeiter und Unterstützer aus Solidarität grüne Haare tragen. Diese Aktion schenkt Mut im Kampf gegen Todesangst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und rückt gleichzeitig die hohen Heilungserfolge moderner Krebstherapien fest in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Wie lebendig diese Botschaft auch andernorts aufgegriffen wird, zeigte sich nun bei der Fortsetzung in Gebhardshain: Die Veranstaltung im Salon Zweithaar-Beratung Schmidt von Bettina Petinopoulos knüpfte nahtlos an die gelungene Premiere aus dem Vorjahr an. Zwischen 10 und 14 Uhr verwandelten sich die Räumlichkeiten in der Hachenburger Straße 2 in einen geschützten Rückzugsort. Hier konnten Betroffene nicht nur ihre Ängste teilen, sondern in entspannter Atmosphäre gemeinsam neue Kraft für ihre persönliche Lebenssituation gewinnen.

Begegnungen, die bewegen
Der Tag war geprägt von einer harmonischen und von großer Empathie getragenen Stimmung. Dass der Austausch so tief ging, lag auch an den gemeinsamen Schicksalen: Die Mehrheit der anwesenden Frauen ist oder war an Brustkrebs erkrankt, was sofort ein Band der Vertrautheit schuf. Dass die Reichweite der Aktion spürbar wächst, zeigte sich auch an den Wegen, die die Gäste auf sich nahmen: Besucher reisten aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern an, um Teil dieses besonderen Tages zu sein. Die grünen Perücken, die viele Gäste begeistert aufsetzten, brachten eine lockere und lebensbejahende Leichtigkeit in die Räume.

Bettina Petinopoulos blickt bewegt zurück: "Es waren die glücklichen Gesichter, das Lachen und die gelebte Dankbarkeit, die diesen Tag für mich so besonders gemacht haben." Dass der intensive Austausch weit über die offizielle Zeit hinaus andauerte, verdeutlichte, wie wertvoll dieser Rahmen war, in dem sich alle Beteiligten mit ihren Emotionen und Gedanken gesehen und verstanden fühlten.

Beratung, Austausch und neue Perspektiven
Eine wertvolle fachliche Bereicherung war in diesem Jahr die Sozialstation Gebhardshain. Die Fachkräfte informierten die Besucher unter anderem über konkrete Unterstützungsmöglichkeiten wie Pflegegrade - ein Thema, das gerade auch bei befristeten Bedarfen während einer Akuttherapie von großer Bedeutung ist.

Die Gespräche an den Stehtischen zeigten eindrucksvoll, wie schnell Menschen auf Augenhöhe zueinanderfanden. Die Gastgeberin unterstreicht diese besondere Offenheit: "Da alle Beteiligten im selben Boot sitzen, entwickelt sich eine Atmosphäre, in der es den Gästen möglich ist, auch Themen anzusprechen, die gegenüber dem eigenen Umfeld oft unausgesprochen bleiben." Für Petinopoulos steht dabei fest: "Unsere Beratung und die Begleitung vor Ort sind unglaublich wichtig für das Selbstwertgefühl und ein gutes Lebensgefühl der Betroffenen - genau das möchten wir ihnen hier zurückgeben."

Ein Zeichen, das bleibt
Auch kulinarisch zog sich das verbindende Element durch den Tag: Für eine kleine Stärkung sorgten während der Veranstaltung grüne Smoothies sowie frisches grünes Obst. Als symbolischer Mutmacher für den Alltag diente zudem ein grünes Schlüsselband mit der Aufschrift "Du kannst alles schaffen!", das die Teilnehmenden als Zeichen der Verbundenheit mit nach Hause nahmen. Ein unverzichtbarer Beitrag, um den Tag so herzlich und einladend zu gestalten, kam dabei von dem achtköpfigen ehrenamtlichen Team, zu dem auch einige ehemalige Kundinnen zählten.

Gemeinsam wachsen: Ausblick auf 2027
Der diesjährige Erfolg bildet für Bettina Petinopoulos zugleich den Auftakt für ein erweitertes Vorhaben im kommenden Jahr. Sie plant, den Aktionstag mit der Charity-Zumba-Aktion der Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu verknüpfen, um die Kräfte der regionalen Selbsthilfe noch gezielter zu bündeln. Ziel dieser Kooperation ist es, die Aufmerksamkeit für wichtige onkologische Themen weiter zu erhöhen und Organisationen wie die "Herzkissen-Initiative" bei ihrer Arbeit für Krebspatientinnen zu unterstützen.

Dass dieses Engagement für Petinopoulos weit über den eigentlichen Aktionstag hinausgeht, beweist ihre tägliche Arbeit. Als Kooperationspartnerin von Brustkrebs Deutschland e. V. betreibt sie eine Perückensammelstelle, die gut erhaltene Modelle aufbereitet und weltweit an Brustkrebszentren weitergibt.

Am Ende des Tages zog Bettina Petinopoulos ein klares Fazit: "Wir müssen alle wieder lernen, unseren Mitmenschen wirklich zuzuhören. Dass wir uns diese Zeit füreinander nehmen, ist neben der Gesundheit das größte Geschenk." Der Aktionstag in Gebhardshain setzte genau hier an und war ein starker Appell, Netzwerke zu bilden und Betroffenen zu zeigen: Ihr seid nicht allein.

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