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Pressemitteilung vom 06.06.2026
Ratgeber
WM 2026: Was Autofahrer bei Fahnen, Korsos und Heimfahrt beachten müssen
Mit der Fußball-WM 2026 beginnt für viele Fans wieder eine Zeit voller Emotionen, Autodeko und gemeinsamer Feiern. Doch zwischen Fahnen am Fahrzeug, Autokorsos und der Heimfahrt nach dem Public Viewing gelten klare Regeln, die im Jubel leicht übersehen werden.
Beim Autokorso nach dem WM-Spiel gelten klare Regeln. (Bildrechte: Getty Images / iStockphoto)Am 11. Juni 2026 beginnt die Fußball-WM 2026 in Mexiko, Kanada und den USA. Auch in Deutschland wächst damit die Vorfreude auf spannende Spiele, gemeinsame Fußballabende und ausgelassene Feiern. Für viele Fans gehören Fahnen am Auto, geschmückte Außenspiegel und spontane Autokorsos fest zur Turnierzeit dazu. Der ACV Automobil-Club Verkehr weist jedoch darauf hin, dass die WM-Euphorie nicht zu gefährlichen Situationen, Bußgeldern oder Punkten in Flensburg führen sollte.

Auto-Deko nur ohne Risiko
Viele Fahrzeuge werden während eines großen Turniers mit Fahnen, Fanschals oder Spiegelüberzügen geschmückt. Grundsätzlich ist das erlaubt, solange die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird. Problematisch wird es, wenn die Dekoration nicht sicher befestigt ist oder die Sicht des Fahrers einschränkt. Das kann etwa bei großen Fahnen am Seitenfenster der Fall sein. Auch integrierte Blinker in den Außenspiegeln dürfen durch sogenannte Spiegelsocken nicht verdeckt werden.

Gerade auf der Autobahn und bei höheren Geschwindigkeiten kann schlecht befestigte Deko schnell zu einem Risiko werden. Löst sich während der Fahrt eine Fahne oder ein Fanschal, kann das andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gefährden. Entsteht daraus ein Unfall, drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Der ACV rät deshalb dazu, vor allem vor längeren Fahrten oder bei Fahrten auf der Autobahn die Dekoration vorsichtshalber abzunehmen.

Wichtig ist außerdem, dass das Sichtfeld des Fahrers frei bleibt. Ebenso müssen die Kennzeichen vollständig sichtbar sein. Lose oder abstehende Teile haben am Fahrzeug nichts zu suchen. Entscheidend ist nicht der Fanartikel selbst, sondern die Frage, ob er sicher befestigt ist und den Verkehr nicht beeinträchtigt.

Regeln auch im Jubel beachten
Nach wichtigen Siegen bilden sich vielerorts spontane Autokorsos. Für viele gehört das Feiern im Fahrzeug einfach dazu. Aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht sind solche Korsos allerdings nicht unproblematisch. Unnötiges Hin- und Herfahren sowie vermeidbare Lärmbelästigung sind grundsätzlich untersagt. Während großer Fußballturniere werden Autokorsos zwar vielerorts geduldet, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird. Trotzdem gelten die allgemeinen Verkehrsregeln weiterhin ohne Einschränkung.

Das betrifft vor allem Situationen, in denen der Feiergedanke mit dem normalen Straßenverkehr kollidiert. Wer bei Rot einfach weiterfährt, weil der Korso sonst auseinandergezogen würde, begeht einen Verstoß. Auch das absichtliche Blockieren von Kreuzungen, um zusammenzubleiben, kann als Verkehrsbehinderung gewertet werden. Spätestens wenn Einsatzfahrzeuge behindert werden oder keine Rettungsgasse mehr gebildet werden kann, wird aus ausgelassener Stimmung ein ernstes Problem.

Auch das Hupen ist klar geregelt. Es ist nur zur Warnung vor Gefahren oder außerhalb geschlossener Ortschaften zur Ankündigung eines Überholvorgangs erlaubt. Zwar wird Hupen bei Autokorsos häufig toleriert, ein Anspruch darauf besteht jedoch nicht. Wer sich darauf verlässt, geht ein Risiko ein. Gleiches gilt für den missbräuchlichen Einsatz von Warnblinkanlage oder Lichthupe. Auch hier bleibt die Straßenverkehrsordnung maßgeblich.

Alle Insassen müssen angeschnallt sein und auf zugelassenen Sitzplätzen sitzen. Der Wunsch, den Sieg gemeinsam und sichtbar zu feiern, ändert nichts an dieser Pflicht. Rettungswege müssen jederzeit frei bleiben. Wer an Veranstaltungen rund um das Public Viewing teilnimmt, sollte deshalb nicht nur während der Fahrt aufmerksam sein, sondern auch beim Halten und Parken. Halteverbote, Einfahrten oder Rettungswege werden in der Feierlaune schnell übersehen. Das kann ein Bußgeld oder sogar das Abschleppen des Fahrzeugs zur Folge haben.

Gefahren durch ungesicherte Mitfahrer
Besonders kritisch wird es, wenn Mitfahrer während der Fahrt nicht mehr richtig gesichert sind. In der Euphorie nach einem Sieg verschwimmen die Grenzen schnell. Wer sich aus dem Fenster oder aus dem Schiebedach lehnt, bringt sich und andere in Gefahr. Bereits bei einer stärkeren Bremsung oder einem Ausweichmanöver drohen ernsthafte Verletzungen. Mitfahrer dürfen deshalb nur angeschnallt und auf zugelassenen Sitzplätzen mitfahren.

Nicht erlaubt ist es außerdem, große Fahnen an langen Stangen oder andere Gegenstände während der Fahrt aus dem Fenster zu halten. Solche Gegenstände können andere Verkehrsteilnehmer behindern und bei höherem Tempo schnell gefährlich werden. Auch Pyrotechnik wie Bengalos oder Feuerwerkskörper hat im Auto und während der Fahrt nichts verloren. Solche Szenen mögen bei Feiern immer wieder zu sehen sein, sie stellen aber klare Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung dar.

Wer andere dadurch gefährdet, muss mit Bußgeldern und Punkten rechnen. Kommt es zu einem Unfall, kann zusätzlich die Haftungsfrage eine Rolle spielen. Aus kurzer Unachtsamkeit kann so schnell ein Fall mit weitreichenden Folgen werden. Gerade bei größeren Menschenansammlungen und aufgeheizter Stimmung steigt die Gefahr, dass riskantes Verhalten zu spät erkannt wird.

Livestream im Auto birgt Risiken
Wenn Spiele laufen, kann es für Autofahrer verlockend sein, unterwegs einen WM-Livestream auf dem Smartphone oder Tablet zu verfolgen. Genau hier setzt der ACV eine klare Grenze. Für Autofahrer ist die Nutzung von Smartphone oder Tablet während der Fahrt nur sehr eingeschränkt erlaubt. Das Gerät darf nicht in die Hand genommen oder aktiv bedient werden. Wer dagegen verstößt, muss mit mindestens 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es dabei zu einer Gefährdung oder zu einem Unfall, können die Strafen deutlich höher ausfallen.

Problematisch ist nicht nur das Gerät in der Hand. Auch ein WM-Livestream auf einem fest montierten Gerät kann während der Fahrt unzulässig sein, wenn bewegte Bilder für den Fahrer sichtbar sind und vom Verkehr ablenken können. Das kann selbst dann als Verstoß gewertet werden, wenn das Gerät nicht aufgenommen wird. Schon ein kurzer Blick aufs Display genügt, um bei Tempo 50 mehr als 25 Meter blind zurückzulegen.

Der ACV nennt deshalb eine einfache Alternative. Die klassische Live-Reportage im Radio hält Fußballfans auf dem Laufenden, ohne den Blick vom Verkehr abzulenken. Noch einfacher ist es, wenn Mitfahrer das Spiel verfolgen und den Fahrer informieren. Auch dann sollten dem Fahrer selbst während der Fahrt keine kurzen Spielszenen gezeigt werden. Entscheidend ist, dass die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr bleibt und nicht bei einer Szene aus dem Spiel.

Alkoholgrenzen gelten auch beim Feiern
Für viele Fans gehört Alkohol zu einem WM-Spiel dazu. Gerade wenn Spiele spät am Abend stattfinden, liegen Feier und Heimweg oft eng beieinander. Umso wichtiger ist ein klarer Blick auf die geltenden Promillegrenzen. Für Autofahrer liegt die Grenze bei 0,5 Promille. Bereits ab 0,3 Promille kann es jedoch kritisch werden, wenn Fahrfehler oder Ausfallerscheinungen hinzukommen. Dann spricht man von relativer Fahruntüchtigkeit. In solchen Fällen kann bereits eine Straftat vorliegen, auch wenn 0,5 Promille noch nicht erreicht sind.

Für Fahranfänger in der Probezeit gilt ein absolutes Alkoholverbot. Beim Fahrrad liegt die absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille. E-Scooter werden oft unterschätzt, doch auch hier gelten die gleichen Regeln wie beim Auto. Wer nach einer Feier alkoholisiert mit dem E-Scooter fährt, riskiert deshalb ebenfalls Bußgelder und Punkte. Die Vorstellung, auf einem kleineren Fahrzeug gelte automatisch ein geringerer Maßstab, ist falsch.

Neben dem Alkohol weist der ACV auch auf einen weiteren Punkt hin, der nach späten Spielen leicht übersehen wird. Müdigkeit kann die Reaktionsfähigkeit ähnlich stark beeinträchtigen wie Alkohol. Bereits ein kurzer Sekundenschlaf reicht aus, damit Gefahrensituationen zu spät erkannt werden. Wer sich nach einem späten Spiel nicht mehr fit fühlt, sollte auf alternative Verkehrsmittel setzen oder sich fahren lassen. Damit bleibt die Freude an der WM 2026 nicht nur im Stadion, beim Public Viewing oder vor dem Fernseher, sondern auch auf dem Heimweg sicher beherrschbar. (PM/bearbeitet durch Red)
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