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Nachricht vom 01.06.2026
Region
CDU zu Windkraft in Bad Hönningen: "Transparenz und Bürgerbeteiligung essenziell für das Windkraftprojekt"
Die Planungen für die Errichtung eines Windparks in Bad Hönningen laufen, im März wurde der Flächenpachtvertrag unterschrieben. Die CDU-Fraktion im Stadtrat hat sich aktuell in einer Pressemitteilung zur Windkraft in Bad Hönningen geäußert.
Fotos: Volker RisseBad Hönningen. Die Stellungnahme von CDU-Vorsitzendem Volker Risse und CDU-Fraktionsvorsitzendem Eric Delaporte im Wortlaut:

"Die Planungen für den Bau von Windrädern zur regionalen erneuerbaren Energieerzeugung laufen in Bad Hönningen. Nachdem eine Bürgerversammlung zur Windkraft noch unter Bürgermeister René Achten am 31.1.2025 in der Sprudelhalle stattgefunden hat und in vielen Ratssitzungen das Thema auch öffentlich behandelt wurde, wird die Bürgerbeteiligung weiter intensiviert.

Andererseits sind die Vertragsdetails nicht öffentlich. Hierbei handelt es sich um einen frühen Vor-, Flächensicherungs- und Projektentwicklungsvertrag, der noch keine abschließende Aussage über die tatsächliche Umsetzung des Projekts erlaubt. Angelegenheiten, bei denen das wirtschaftliche Interesse von Unternehmen (oder auch Privatpersonen) berührt werden, gehören gemäß des Kommunalrechts zwingend in den nichtöffentlichen Teil einer Ratssitzung.

Regional erzeugte und erneuerbare Energie ist die Zukunft, da sind sich die meisten einig. Sie sind im öffentlichen Interesse (siehe §2 EEG). Durch Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Rechenzentren wird der Strombedarf stark zunehmen. Dafür braucht es Standorte für Windkraftanlagen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist längst nicht mehr nur ein Instrument des Klimaschutzes, sondern ein Treiber für regionale Wirtschaft und Wertschöpfung. Als Stadt profitieren wir finanziell insbesondere an den Pachteinnahmen, die unabhängig vom Ertrag anfallen und zusätzlich vom Stromertrag selbst. Letzterer schwankt von Jahr zu Jahr, je nachdem, wie stark der Wind weht.

Die Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Windkraftanlagen für den Standort Bad Hönningen liegt in erster Linie beim Investor, ist aber für die Stadt mittelbar relevant, da sie Einfluss auf Umfang und Realisierung des Projekts hat. Der Investor BMR-Süwag wird nur investieren, wenn es sich für ihn rechnet. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass sich Umfang oder Umsetzung des Projekts noch verändern können. Die Stadt hat keine direkten Investitionskosten. Der Investor wird die Windhöffigkeit an unserem Standort daher noch genau prüfen.

Die vertraglichen Konditionen zwischen BMR-Süwag und der Stadt sind identisch mit dem Vertrag mit dem Privateigentümer. Worauf wir achten müssen ist jedoch, dass es bei mindestens zwei Standorten auf städtischem Gebiet bleibt, denn diese beeinflussen die Einnahmen stärker als die Einnahmen durch Abstands-, Rotor- und Poolflächen.

Häufig wird die angeblich mangelnde „Windhöffigkeit“ angesprochen. Ja, der Wind weht hier weniger kräftig als an der Küste. Moderne Anlagen können heute auch an windschwächeren Standorten deutlich höhere Erträge erzielen als frühere Anlagengenerationen. Ob das Projekt wirtschaftlich umgesetzt werden kann, wird die weitere Prüfung zeigen. Die geplanten acht Windräder mit einer Leistung von je 7 MW werden zusammen durchschnittlich ca. 120 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen. Das reicht rein rechnerisch für den Bedarf von etwa 30.000 Haushalten. Nur zwei der acht geplanten Anlagen sind auf städtischem Grund. Auf die Realisierung der sechs anderen haben wir wenig Einfluss.

Regional erzeugte Energie kann einen Beitrag zur Entlastung der ohnehin mangelnden Stromnetze von der Nordsee in den Süden leisten. Daher machen Windkraftanlagen nicht nur an der Küste, sondern auch tief im Inland Sinn.

Der CDU-Stadtverband hat im Dezember 2023 eine Besichtigung der Windkraftanlagen in Mengerskirchen für Ratsmitglieder und interessierte Bürger organisiert. Dort wurde uns geschildert, dass sehr viel weniger Bäume weichen müssen, als man annehmen könnte. Die Jagdpächter und Wanderer, die anfangs gegen die Windkraft waren, sind längst versöhnt und schätzen die ausgebauten Waldwege. Nach aktuellem Planungsstand befindet sich keine der vorgesehenen Anlagen in der Kernzone des Naturparks Rhein-Westerwald.

Der vorgeschriebene Mindestabstand zur Wohnbebauung liegt in Rheinland-Pfalz bei 900 Metern. Nach dem vorliegenden Plan wird der Abstand in Bad Hönningen größer ausfallen.

In Mengerskirchen mussten die Windräder noch nie wegen überlasteter Netze abgeschaltet werden, weil der Netzbetreiber (Süwag) frühzeitig in die Planung einbezogen wurde.

Das ist auch ein Vorteil im Zusammenhang mit der Diskussion zum "Interessenbekundungsverfahren (IBV)": Die möglichen Partner via IBV Vattenfall oder RWE sind nicht nur weit weg. Die Süwag/Syna sind hier vor Ort, wir kennen die Ansprechpartner gut und als lokaler Netzbetreiber wissen sie, was hier geht und was nicht. Das IBV wäre auch nicht kostenlos zu haben gewesen (ca. 10.000€).

Die Kosten für den Rückbau der Anlagen muss BMR-Süwag hinterlegen.

Unserem Erachten nach sollten wir das erfolgreiche Konzept aus Mengerskirchen so weit wie möglich kopieren und das Rad nicht neu erfinden! Mit einer Ausnahme: Die dortige Mindesteinlage für Genossenschaftsanteile (3.000 €) war zu hoch. Wir sollten diese Einstiegshürden deutlich senken, damit noch mehr unserer Bürger direkt finanziell partizipieren können. Die Renditen für Genossenschaftsanteile liegen erfahrungsgemäß bei ca. 9%. Die genaue Ausgestaltung der Genossenschaft folgt aber erst noch.

Windstrom ist preiswert und macht uns perspektivisch unabhängig und nicht erpressbar durch Importe fossiler Energieträger aus dem Ausland, die sich langfristig erschöpft.

Moderne Anlagen können mit Erfassungs- und Abschaltsystemen ausgestattet werden, um Auswirkungen auf bestimmte Vogel- und Fledermausarten zu reduzieren. Avifaunistische Untersuchungen wurden bereits durchgeführt und haben nach Angaben des Projektentwicklers zu Anpassungen der bisherigen Planung geführt."
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