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| Nachricht vom 14.05.2026 |
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| Ein langer Weg nach Hause: Die berührende Geschichte von Baby Ellen |
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| Rita Fransen erlebte bei ihrer zweiten Schwangerschaft eine Reihe medizinischer Herausforderungen, die sie und ihre Familie an ihre Grenzen brachten. Trotz der Schwierigkeiten konnten sie dank moderner Medizin und engagierter Betreuung einen positiven Ausgang erleben. |
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Neuwied. Bereits in der 16. Schwangerschaftswoche wurde bei Rita Fransen ein erhöhter Blutdruck festgestellt, was auf mögliche Komplikationen hindeutete. In der 19. Woche lag ein wichtiger Risikowert für Schwangerschaftsvergiftung über 200, während üblicherweise Werte unter 30 erwartet werden. "Uns war bewusst, dass sich die Lage jederzeit zuspitzen kann", erinnert sie sich.
In der 24. Schwangerschaftswoche führten starke Schmerzen zur Einweisung ins Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. Es wurde festgestellt, dass sich Ritas rechter Eierstock um die eigene Achse gedreht hatte, was eine sofortige Operation erforderlich machte. Der Eingriff verlief erfolgreich, und die Schwangerschaft konnte fortgesetzt werden.
Am 21. November wurde Rita Fransen empfohlen, bis zur Entbindung stationär im Krankenhaus zu bleiben. Diese Empfehlung stellte für die Familie eine erhebliche Belastung dar, insbesondere wegen ihres Sohnes. "Gerade wegen unseres Sohnes fiel es mir schwer, über Wochen im Krankenhaus zu bleiben", sagt Frau Fransen.
Am 19. Dezember, in der 28. Schwangerschaftswoche, zeigten sich während einer routinemäßigen CTG-Kontrolle kritische Veränderungen der kindlichen Herztöne. Ein Ultraschall ergab eine eingeschränkte Versorgung des Kindes, woraufhin die Entscheidung zur sofortigen Entbindung getroffen wurde.
Tochter Ellen kam per Kaiserschnitt mit einem Geburtsgewicht von 730 Gramm zur Welt. Die folgenden Wochen verbrachte sie auf der Kinderintensivstation, wo sie Atemunterstützung erhielt und engmaschig überwacht wurde. "Wir haben uns auf mögliche Rückschläge eingestellt, aber insgesamt verlief die Entwicklung positiv", beschreibt Artur Fransen die Situation.
Nach der intensivmedizinischen Phase folgten weitere Schritte auf der Kinderstation und im Mutter-Kind-Zimmer. Am 27. Februar durfte Ellen nach Hause. Für die Familie bedeutete dies Erleichterung und die Umstellung auf den neuen Alltag ohne permanente medizinische Überwachung. "Man muss lernen, Vertrauen zu entwickeln – in das Kind, aber auch in die medizinische Entscheidung", sagt Rita Fransen.
Aktuell entwickelt sich Ellen altersgerecht gut und wird durch Vorsorgeuntersuchungen und physiotherapeutische Maßnahmen begleitet. Hinweise auf schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen bestehen derzeit nicht. Rückblickend beschreibt die Familie die Monate als kräftezehrend, aber auch als von Dankbarkeit geprägt. "Es war ein langer Weg. Umso dankbarer sind wir Gott, dass wir heute gemeinsam zu viert sind", so Rita Fransen.
Ihr Rat an andere betroffene Eltern lautet: "Auch wenn die Situation zunächst ausweglos erscheint – man wächst über sich hinaus. Und es hilft, sich bewusst auf die kleinen Fortschritte zu konzentrieren."
Die Geschichte der Familie Fransen verdeutlicht die Möglichkeiten moderner Perinatalmedizin und die Bedeutung einer abgestimmten Betreuung in kritischen Schwangerschaftsverläufen. Red
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