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Pressemitteilung vom 10.05.2026
Rheinland-Pfalz
Kleiderberge in Koblenz setzen ein Zeichen gegen den Konsumrausch
Am 9. Mai 2026 machten große Kleiderberge in Mainz und Koblenz auf die Folgen des Kleidungskonsums aufmerksam. Anlass war der deutsche Erdüberlastungstag am 10. Mai, der verdeutlicht, wie sehr der Ressourcenverbrauch aus dem Ruder läuft.
Die Aktio0n in Koblenz. (Foto: Lea Kessler)Koblenz. Am 9. Mai sorgte das Aktionsbündnis "Rheinland-Pfalz bewegt was" mit großen Kleiderbergen in Mainz und Koblenz für Aufsehen. Diese symbolisierten den massiven Konsum von Kleidung und den hohen Ressourcenverbrauch der Modeindustrie. Der deutsche Erdüberlastungstag am 10. Mai veranschaulicht, dass bei einem Lebensstil wie in Deutschland ab diesem Datum alle erneuerbaren Ressourcen für das komplette Jahr bereits aufgebraucht wären.

Edda Treiber, ELAN-Fachpromotorin von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V., erklärte: "Wir leben so, als hätten wir drei Planeten, dabei haben wir nur einen." Die sogenannte Fast Fashion habe sich in den letzten Jahren stark entwickelt, wobei im Durchschnitt jeder Deutsche mehr als 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr kaufe.

Den eigenen Konsum überdenken
Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V. betonte: "Wir kaufen billig ein - doch den wahren Preis zahlen andere: Menschen im Globalen Süden und die Umwelt." Das Bündnis fordert dazu auf, den eigenen Konsum zu überdenken und Verantwortung zu übernehmen, indem weniger gekauft und länger genutzt wird.

Lea Kessler von der BUND Regionalgruppe Koblenz ergänzte: "Es ist wichtig, das eigene Verhalten zu hinterfragen - aber es reicht nicht aus, die Verantwortung allein auf Einzelne abzuwälzen." Ein Wandel in der Modeindustrie erfordere politische Rahmenbedingungen, die soziale und ökologische Standards verbindlich machen würden, wie es das Lieferkettengesetz vorsehe. (PM/Red)
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