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| Nachricht vom 08.05.2026 |
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| Wirtschaft |
| Nachhaltig, umwelt- und klimagerecht: Willkommen im Badezimmer der Zukunft |
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| RATGEBER | Von der Körperpflege bis zur WC-Spülung entfallen rund 63 Prozent des täglichen Wasserverbrauchs im Haushalt auf das Badezimmer. In Rheinland-Pfalz liegt der Pro-Kopf-Verbrauch mit 129 Litern täglich sogar knapp über dem bundesweiten Durchschnitt. Und auch beim Stromverbrauch liegt das Bad weit an der Spitze, denn die Warmwasserbereitung ist gleich nach der Raumheizung der zweitgrößte Energiefresser im Haushalt. Schon dadurch wird klar, dass das Badezimmer einen zentralen Hebel für Klima- und Ressourcenschutz darstellt. Kompromisse sind dabei nicht notwendig: Moderne Technologien, langlebige Materialien und durchdachte Planung zeigen, wie sich Komfort und Nachhaltigkeit verbinden lassen. |
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Weniger Wasser- und Energieverbrauch, aber mehr Komfort
Bereits kleine technische Veränderungen im Badezimmer entfalten eine beachtliche Wirkung auf Umwelt und Geldbeutel. Innovative Sparduschköpfe senken den Wasserverbrauch von üblichen 15 auf nur noch sechs bis neun Liter pro Minute – dank Luftbeimischung geschieht dies ohne Komfortverlust. Spezielle Einhebelmischer mit Kaltwasser-Mittelstellung verhindern zudem das unnötige Anspringen der Heiztherme bei kurzen Waschvorgängen. Ergänzende Durchflussbegrenzer an den Waschbecken reduzieren die Wassermenge zusätzlich um bis zu 50 Prozent.
Hochgerechnet auf einen Mehrpersonenhaushalt lassen sich so jährlich mehrere hundert Euro Energiekosten sowie erhebliche Mengen CO₂ einsparen. Diese nachhaltigen Upgrades verbinden ökologische Verantwortung perfekt mit modernem Lebensstandard.
Langlebige Materialien und bewusster Konsum: zwei wesentliche Stichpunkte im Wohlfühlbad
Moderne Duschwände aus recycelbarem Glas oder Acrylglas stehen beispielhaft für den Wandel hin zu langlebigen, kreislauffähigen Produkten. Spezielle Beschichtungen erleichtern die Reinigung und reduzieren den Einsatz chemischer Putzmittel. Auch bei Armaturen und Accessoires setzen Hersteller zunehmend auf Materialien, die sich am Ende ihrer Lebensdauer sortenrein trennen und wiederverwerten lassen. Zertifikate wie der Blaue Engel, das EU Ecolabel oder Cradle to Cradle bieten dabei verlässliche Orientierung.
Neben der Ausstattung verdient natürlich auch der tägliche Verbrauch im Bad einen kritischen Blick. Allein in Deutschland werden jährlich rund 1,6 Milliarden Plastikflaschen für Shampoo, Duschgel und ähnliche Produkte verbraucht. Feste Shampoos sowie Cremes und andere Naturkosmetik in plastikfreien Verpackungen sind wirkungsvolle Alternativen. Ganz ohne Plastik kommt man trotzdem nicht aus – doch wer auf die korrekte Entsorgung im Bad achtet, leistet auch dadurch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.
Moderne Sanitärkeramik besteht aus kreislauffähigen Rohstoffen
Ein besonderes Augenmerk bei der nachhaltigen Badplanung verdient die Badkeramik. Waschbecken, WCs und Bidets findet man beispielsweise aus natürlichen Rohstoffen wie Ton, Kaolin und Feldspat gefertigt. Diese Materialien sind vollständig recycelbar und halten oft länger als herkömmliche Alternativen.
Obendrein punkten sie durch clevere Extras, die man frühestens auf den zweiten Blick erkennt: Moderne WCs mit Zwei-Mengen-Spülung kommen mit drei bis sechs Litern pro Spülgang aus und sparen gegenüber älteren Modellen erhebliche Wassermengen. Innovative Oberflächen mit Schmutzabweisungstechnologie verringern zudem den Reinigungsaufwand und den Einsatz aggressiver Reinigungsmittel.
Wer bei einer Sanierung auf hochwertige Keramik setzt, investiert in ein Produkt, das Jahrzehnte hält und am Ende seines Lebenszyklus dem Materialkreislauf wieder zugeführt werden kann. Unterstützt wird die Entscheidung zur Modernisierung durch attraktive Förderprogramme: KfW und BAFA bezuschussen energetische Sanierungen mit bis zu 45 Prozent der Kosten, in Rheinland-Pfalz ergänzen ISB-Darlehen und Tilgungszuschüsse das Angebot.
Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Badezimmer
Das Badezimmer bietet also enormes Potenzial für einen ressourcenschonenden Alltag. Wassersparende Technik, langlebige Materialien und der bewusste Umgang mit Verbrauchsprodukten greifen dabei ineinander. Mit rund 17,7 Millionen noch nie renovierten Bädern in Deutschland besteht großer Handlungsspielraum – und die Chance, Komfort, Design und Klimaschutz unter einem Dach zu vereinen. (prm) |
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| Nachricht vom 08.05.2026 |
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