| NR-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied |
|
| Pressemitteilung vom 09.05.2026 |
|
| Region |
| 100 Jahre GSG Neuwied: Vom Wiederaufbau zur modernen Stadtentwicklung |
|
| Die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft Neuwied blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung 1926 hat sie die Stadtentwicklung entscheidend geprägt. Von der Bewältigung großer Wohnungsnot bis hin zu modernen Konzepten reicht ihr Aufgabenfeld bis heute. |
|
Neuwied. Die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft Neuwied, kurz GSG, feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Die Grundlage dafür wurde am 26. Januar 1926 gelegt, als die Stadtverordneten die Gründung einer städtischen Baugesellschaft beschlossen. Am 17. März 1926 wurde dieser Beschluss umgesetzt. Wenige Wochen später trafen sich die Gesellschafter erstmals. Seitdem prägt die GSG die Wohnraumentwicklung in Neuwied nachhaltig.
Wohnungsnot und schwierige Anfangsjahre
In den Jahren vor der Gründung war die Situation in Neuwied von den Folgen des Ersten Weltkriegs geprägt. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Energie war eingeschränkt, Rationierungen bestimmten den Alltag. Hinzu kamen Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und Belastungen durch Reparationsforderungen. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung weiter an, wodurch sich die Wohnungsnot deutlich verschärfte.
Die Lage wurde durch mehrere Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1920, 1924 und 1925/26 zusätzlich verschärft. Große Teile der Stadt wurden überflutet, viele Häuser unbewohnbar. Besonders betroffen waren Viertel, in denen einkommensschwächere Bevölkerungsschichten lebten. Viele Menschen mussten über Jahre hinweg in provisorischen Unterkünften wie Wohnbaracken leben.
Aufbau und erste Erfolge
Bereits vor der Gründung der GSG hatten sich gemeinnützige Einrichtungen um Wohnraum bemüht. Dazu gehörten die Gemeinnützige Bauverein eGmbH sowie die Gemeinnützige Bau- und Spargenossenschaft eGmbH. Beide konnten den Bedarf jedoch nicht decken. Ihre Bestände gingen später in die GSG über.
Die Stadt unterstützte die neue Gesellschaft durch günstiges Bauland und Kredite. Auch staatliche Zuschüsse wurden gewährt. Schon im ersten Jahr entstanden nahezu 100 neue Wohnungen. Nach fünf Jahren hatte sich diese Zahl fast verdreifacht. Anfang der 1930er-Jahre verfügte die GSG bereits über rund 800 Wohnungen.
Stadtbild prägende Bauprojekte
Noch heute erinnern verschiedene Siedlungen und Gebäude an die Anfangszeit der GSG. Dazu zählt das Sonnenland, das auf Ideen einer Gartenstadt zurückgeht. Auch die Gebäude am Von-Runkel-Platz in Heddesdorf entstanden in dieser Phase. Diese Projekte prägten das Stadtbild und stehen für frühe Ansätze moderner Stadtplanung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Neuwied erneut vor großen Herausforderungen. Zerstörungen und Materialmangel erschwerten den Wiederaufbau. Dennoch gelang es der GSG, bereits in den ersten Nachkriegsjahren zahlreiche Wohnungen wiederherzustellen. Mit der Währungsreform 1948 nahm die Bautätigkeit deutlich zu.
Wiederaufbau und Wachstum
In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Wohnhäuser, unter anderem am Schlosspark sowie in verschiedenen Straßen der Stadt. Besonders in den 1950er-Jahren standen die Bauprojekte der GSG für den Wiederaufbau und das wirtschaftliche Wachstum. In den 1960er-Jahren prägten größere Projekte wie der Raiffeisenring die Entwicklung und setzten neue Maßstäbe im Städtebau.
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb die Bautätigkeit hoch. Projekte in Heimbach-Weis und Heddesdorf wurden umgesetzt. In den 1990er-Jahren standen umfangreiche Investitionen im Raiffeisen-Hof im Mittelpunkt. Mit der Jahrtausendwende verlagerte sich der Fokus zunehmend auf die Sanierung und Modernisierung des Bestands.
Moderne Aufgaben und neue Konzepte
Neben der Instandhaltung von Wohnungen übernahm die GSG weitere Aufgaben. Sie baute Kindergärten und beteiligte sich an Gewerbeprojekten. Zudem bringt sie ihre Erfahrung in die Stadtentwicklung ein. Ein Beispiel dafür ist das Wohnraumversorgungskonzept für Neuwied.
Seit Anfang 2020 steht die Gesellschaft unter der Leitung von Geschäftsführer David Meurer. Zu seinen Zielen zählen der Erhalt und die Modernisierung des Wohnungsbestands sowie energetische Sanierungen im Sinne des Klimaschutzes. Auch die Verbesserung der Wohnumfelder und Quartiere spielt eine wichtige Rolle.
Bedeutung für die Stadt heute
Heute umfasst der Bestand der GSG 531 Häuser mit 3343 Wohnungen. Das entspricht etwa zehn Prozent aller Wohnungen in Neuwied. Hinzu kommen 15 Kindergärten sowie 688 Garagen und Tiefgaragenplätze. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt bei rund 6,00 Euro pro Quadratmeter und damit unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt.
Das Unternehmen investierte im Jahr 2024 rund 7,8 Millionen Euro in Modernisierung und Instandhaltung. Ziel ist die langfristige Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit. Auch Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Reduzierung von CO2-Emissionen gehören zur Strategie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf barrierefreiem und altersgerechtem Wohnraum. Damit reagiert die GSG auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung. Gleichzeitig werden neue Wohn- und Quartierskonzepte entwickelt. Im Modellprojekt "Werthviertel" soll gezeigt werden, wie modernes Wohnen mit hoher Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Infrastruktur umgesetzt werden kann. (PM/bearbeitet durch Red) |
|
| Pressemitteilung vom 09.05.2026 |
www.nr-kurier.de |
|
|
|
|
|
|