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Pressemitteilung vom 06.05.2026
Rheinland-Pfalz
KI statt Kaffeeklatsch: Junge Erwachsene bevorzugen digitale Gespräche
In einer aktuellen Umfrage zeigt sich, dass viele junge Menschen in Rheinland-Pfalz lieber mit Künstlicher Intelligenz (KI) kommunizieren als mit ihrer Familie. Diese Entwicklung wirft Fragen über die sozialen Fähigkeiten der jüngeren Generation auf.
(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)Ludwigshafen. Rund 40 Prozent der jungen Erwachsenen, die KI nutzen, ziehen es vor, mit Chatbots zu "plaudern" anstatt mit Verwandten zu sprechen. Besonders auffällig ist, dass etwa 70 Prozent der unter 30-Jährigen KI-Chatbots als wertvolle Dialogpartner für einsame Menschen ansehen. Diese Zahlen stammen aus der repräsentativen Umfrage "KI-Nutzung im privaten Alltag 2026", durchgeführt von der Krankenkasse Pronova BKK, bei der 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt wurden.

Pronova-BKK-Expertin Patrizia Thamm äußerte Bedenken: "Unsere sozialen Fähigkeiten verarmen, wenn wir der KI gegenüber menschlichen Gesprächen den Vortritt geben." Sie erklärte weiter, dass KI klare, fertige Antworten bevorzuge und damit das Kommunikationsverhalten verändere. In der Interaktion mit anderen Menschen erlebe man Reibungen und abweichende Perspektiven, was essenziell für persönliches Wachstum sei.

Von den Befragten ab 60 Jahren betrachten immerhin 59 Prozent KI als nützlichen "Gesprächspartner" für Einsame. Thamm betonte, dass KI eine niedrigschwellige Gesprächsinstanz sein könne, um kurzfristig das Gefühl sozialer Leere zu mindern. Allerdings warnt sie auch, dass KI die Einsamkeit verschlimmern könne, wenn Menschen ausschließlich diesen Kontakt suchten. "Sie bleibt ein System ohne eigenes Empfinden und ersetzt keine realen Beziehungen."

Die Umfrage zeigt laut Einschätzung der Krankenkasse, dass Künstliche Intelligenz im Alltag der Deutschen angekommen ist. "96 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen KI privat für Recherche, Ratschläge oder eine nette Plauderei." Dennoch sei die Technologie fehleranfällig: Etwa jeder zweite junge Nutzer sei bereits auf eine Falschinformation der KI hereingefallen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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