NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Nachricht vom 02.05.2026
Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz: Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung steht - Erste Reaktionen
Nach intensiven Verhandlungen steht der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD in Rheinland-Pfalz. Die Vereinbarungen umfassen viele Wahlversprechen, doch die Umsetzung wird Zeit benötigen. Kritiker äußern sich skeptisch zu den Plänen der neuen Regierung.
Gordon Schnieder. (Foto: Woti)Mainz. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD in Rheinland-Pfalz umfasst rund 100 Seiten und spiegelt zahlreiche Wahlversprechen wider. Die Umsetzung der Vorhaben ist oft schrittweise geplant und wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Ein zentraler Schwerpunkt der Koalitionäre liegt auf den kommunalen Finanzen, Bildung für die Jüngsten, Staatsmodernisierung sowie der Sanierung von Straßen und Brücken. Zudem ist ein umfassendes Sicherheitspaket vorgesehen.

Zehn Ministerien werden aufgeteilt
Die neue Regierung besteht aus zehn Ministerien - fünf pro Partei. Die CDU übernimmt unter anderem das Bildungs- sowie das Innenministerium. Auch die Ressorts Landwirtschaft, Justiz und Verbraucherschutz fallen an die CDU. Die SPD behält das Finanzministerium und erhält zusätzliche Zuständigkeiten wie Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Neu zugeschnittene Häuser für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur sowie das Arbeits- und Sozialministerium werden ebenfalls von der SPD geführt.

Erste Reaktionen
Kritik kommt von verschiedenen Seiten. Katrin Eder von den Grünen bezeichnet den Koalitionsvertrag als Dokument der Mutlosigkeit. Giuseppe Guzzo von der Grünen Jugend bemängelt das fehlende Interesse an jungen Menschen und kritisiert das geplante Handyverbot an Schulen. Jan Bollinger von der AfD spricht von einer "Kraftlos-Koalition" ohne wesentliche Veränderungen in wichtigen Bereichen.

Arne Rössel von der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz gratuliert zur raschen Einigung und fordert eine zügige Umsetzung der Pläne. Marco Weber vom Bauern- und Winzerverband sieht Chancen für die Landwirtschaft, während ver.di und die Lehrergewerkschaft GEW gemischte Reaktionen zeigen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien mit einem jährlichen Zubau von 1.500 Megawatt wird von Michael Bleidt vom Verband kommunaler Unternehmen als ambitioniertes Ziel unterstützt. Der Eigentümerverband Haus und Grund kritisiert hingegen die geplante Mieterschutzverordnung.

Am 18. Mai soll Schnieder im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Im Anschluss werden die Minister vereidigt. (TS)
Nachricht vom 02.05.2026 www.nr-kurier.de