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| Nachricht vom 01.05.2026 |
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| Politik |
| Neuwied reagiert auf BAMF-Zulassungsstopp mit eigenem Integrationskurs |
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| Nach einem überraschenden Zulassungsstopp für Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sucht die Stadt Neuwied nach Lösungen. Ein erster Schritt ist bereits getan, doch Bürgermeister Peter Jung fordert mehr. |
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Neuwied. Anfang Februar traf ein Schreiben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei den Trägern der Integrationskurse ein, das viele in Neuwied schockierte. Zahlreiche Personengruppen, darunter Geflüchtete mit Gestattung oder Duldung sowie EU-Bürger ohne Jobcenter-Leistungen, erhalten keine Zulassung mehr zu den Kursen. Bürgermeister Peter Jung und die Volkshochschule (VHS) Neuwied forderten eine rasche Lösung von Bundesseite. Währenddessen hat die Stadt zusammen mit der VHS einen eigenen Kurs entwickelt, der ab den Sommerferien startet und durch das städtische Integrationsbudget finanziert wird. Dieser Kurs soll Sprachkompetenzen und kulturelle Kenntnisse vermitteln.
Städtischer Kurs als Übergangslösung
Jutta Günther, Leiterin der vhs, betont die Bedeutung des neuen Angebots: "Das ist ein außergewöhnlicher Einsatz vonseiten unserer Stadt, der vielen Menschen zugutekommt." Der Kurs richtet sich an Personen, die sich die monatlichen Kosten von 458 Euro nicht leisten können, und wird kostenfrei angeboten. Andere Interessenten können gegen einen reduzierten Beitrag teilnehmen. Der Kurs umfasst 600 Unterrichtseinheiten und findet an fünf Vormittagen pro Woche statt. Interessierte sollten sich frühzeitig anmelden.
Langfristige Perspektiven gefordert
Die Finanzierung des Kurses ist zunächst bis zum Jahresende gesichert. Bürgermeister Jung drängt jedoch auf eine langfristige Lösung: "Wir haben eine erste temporäre Option bereitstellen können, doch damit ist das Problem auf lange Frist leider nicht gelöst." Die Entscheidung des BAMF stößt auch intern auf Kritik, und es wird eine Rücknahme des Zulassungsstopps gefordert. Zudem sieht Jung Unternehmen in der Pflicht, ihren Mitarbeitenden Sprachkurse anzubieten und sie zur Teilnahme zu motivieren. Ein Runder Tisch von Stadt und VHS soll diese Themen weiter vorantreiben. Red
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