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Pressemitteilung vom 08.04.2026
Region
Vortrag über Kinderverschickung im Westerwald
Das Landeshauptarchiv Koblenz lädt am 14. April 2026 zu einem spannenden Vortragsabend ein, der sich mit einem wenig erforschten Kapitel der Nachkriegsgeschichte beschäftigt. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Kinderverschickungen in Erholungsheimen des Westerwaldes.
Archivbild Kindererholungsheim Asbach. (Quelle: AEKV Best. 815,19)Koblenz. Am Dienstag, 14. April, um 18 Uhr, öffnet das Landeshauptarchiv Koblenz seine Türen für einen besonderen Vortragsabend. Der Vortrag thematisiert die Kinderverschickungen zwischen den 1950er und 1990er Jahren, bei denen schätzungsweise acht bis zwölf Millionen Kinder in Deutschland zu Kur- oder Erholungsaufenthalten in Heime geschickt wurden. Auch im Westerwald gab es zahlreiche Einrichtungen, die Kinder aus ganz Deutschland aufnahmen. Diese Heime warben mit den klimatischen Vorteilen der Region, wie Höhenlage und besonderen Luftverhältnissen, als förderlich für die Gesundheit.

Der Vortrag gibt Einblicke in dieses junge Forschungsfeld und beleuchtet insbesondere die Bedeutung der Kinderverschickungen für die Region Westerwald. Dabei werden erste Forschungsergebnisse zu Erholungsheimen in evangelischer Trägerschaft in Asbach, Altenkirchen und Rehe präsentiert. Archivalische Quellen und Erfahrungsberichte ehemaliger Verschickungskinder bilden die Grundlage der Untersuchung und bieten unterschiedliche Perspektiven auf das Leben in den Einrichtungen.

Zum Abschluss wird ein Ausblick auf offene Forschungsfragen und zukünftige Projekte gegeben. Besucher sind eingeladen, bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Bürger und regionale Historiker. Der Eintritt ist kostenlos. (PM/Red)
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