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Pressemitteilung vom 08.04.2026
Region
Warnung vor falschen Handwerkern: Betrugsmaschen in der Region nehmen zu
In der Region häufen sich gegenwärtig Vorfälle mit falschen Handwerkern, die ihre Dienste unangekündigt an der Haustür anbieten. Die Betrüger treten oft in Gruppen auf, wirken zunächst überzeugend und verschwinden nach dem Erhalt von Geldbeträgen meist sehr schnell wieder vom Grundstück.
Symbolbild. (KI-generiert)Puderbach. Aktuelle Fälle zeigen, dass vor allem Hof- und Dachreinigungsdienste als Tarnung für betrügerische Absichten genutzt werden. Eine typische Masche ist der spontane Dach- und Rinnencheck. Dabei bieten die Täter unangekündigt Reparaturen oder Reinigungen an und behaupten oft, dass sofortige Maßnahmen notwendig seien, obwohl tatsächlich keine Schäden vorliegen. Ziel ist es, eine schnelle Zusage für unnötige Arbeiten zu erhalten.

Ein weiteres Tätigkeitsfeld dieser Gruppen sind Reinigungsarbeiten in Einfahrten und Gärten. Es werden Versiegelungen von Hofzufahrten, fachgerechte Unkrautentfernung oder Terrassenreinigungen versprochen. Das Ergebnis solcher Haustürgeschäfte ist in der Regel eine schlechte Arbeitsqualität zu völlig überteuerten Preisen. Oft bleiben die Tätigkeiten zudem unvollständig. Auch der sogenannte Fassaden- oder Schimmelschreck wird als Druckmittel genutzt, indem eine angebliche Gefahr durch Schimmelpilze vorgetäuscht wird.

Warnzeichen und die S-H-S-Regel
Betroffene sollten auf typische Warnzeichen achten. Verdächtig sind unangekündigte Besuche mit der Begründung, man sei zufällig in der Gegend. Wenn massiver Druck zur sofortigen Erledigung aufgebaut wird oder Barzahlung ohne Rechnung verlangt wird, ist höchste Vorsicht geboten. Auch extrem günstige Einstiegsangebote entpuppen sich im Nachhinein bei mangelhafter Ausführung oft als viel zu teuer.

Zur Abwehr wird die S-H-S-Regel empfohlen: Stoppen, Hinterfragen, Schützen. Der Auftrag sollte sofort gestoppt und das Angebot kritisch hinterfragt werden. Zum eigenen Schutz sowie zum Schutz von Nachbarn und Freunden sollte die örtliche Polizeiinspektion informiert werden. Seriöse Handwerksbetriebe vereinbaren vorab Termine und verlangen keine Barzahlungen an der Haustür.

Prävention und Beratungsmöglichkeiten
Es wird dringend geraten, niemanden unangemeldet in die Wohnung oder auf das Grundstück zu lassen. Dienstausweise sollten konsequent überprüft werden. Zahlungen sollten ausschließlich per Überweisung nach Erhalt einer ordentlichen Rechnung erfolgen. Verträge dürfen nicht übereilt unterschrieben werden. Bei Verdacht sollte umgehend die Polizei über den Notruf 110 informiert und nach Möglichkeit Kennzeichen von Fahrzeugen notiert werden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, für geplante Maßnahmen mindestens zwei bis drei Angebote von bekannten Betrieben einzuholen. Die Seniorensicherheitsberaterinnen der Verbandsgemeinde Puderbach stehen für eine kostenlose Beratung zur Verfügung. Interessierte können den Kontakt über die Telefonnummern 02684-858200 oder 02684-858205 herstellen, um sich über Schutzmaßnahmen zu informieren. (PM/bearbeitet durch Red)

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