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| Nachricht vom 06.04.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Kurt Beck über Sondierungsgespräche: Vertrauen und Strategie entscheidend |
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| Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gibt der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck Einblicke in die laufenden Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD. Obwohl er nicht direkt beteiligt ist, teilt er seine Erfahrungen über die Bedeutung von Vertrauen und Strategie. |
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Rheinland-Pfalz. Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zeigt Verständnis für den vertraulichen Charakter der aktuellen Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD. "Unendlich kann man es sicher nicht treiben, aber ich halte es für vernünftig. Sonst wird zu viel zerredet", erklärte Beck der Deutschen Presse-Agentur. Er betont, dass anfängliche vertrauliche Runden notwendig seien, um sich gegenseitig einzuschätzen und gemeinsame Wege zu finden.
In Rheinland-Pfalz steuert nach der Landtagswahl am 22. März alles auf eine Koalition unter CDU-Führung mit Gordon Schnieder als Ministerpräsident zu. Union und Sozialdemokraten befinden sich bereits in Sondierungsgesprächen.
Kleine Triumphe können sich rächen
Beck schildert, dass er selbst bei Gesprächen eine vergleichende Übersicht des eigenen Wahlprogramms und der Schwerpunkte des potenziellen Koalitionspartners nutzte. "Man macht eine Prioritätenliste der eigenen Ziele, um die Spielräume vorab zu klären." Zu Beginn sollten leichtere Themen behandelt werden, um eine Vertrauensbasis für schwierigere Punkte zu schaffen.
Aus seiner Erfahrung sei es wichtig, sich auch in die Rolle des jeweils anderen zu versetzen. "Es geht ja nicht nur darum, ein Papier zustande zu bringen, sondern fünf Jahre vernünftig miteinander zu regieren. Da hilft es gar nichts, kleine Triumphe einzuheimsen. Das holt einen alles wieder ein im Laufe der Zeit", so der 77-Jährige.
Was ein Kaffee bewirken kann
Beck meint, dass an dem Mythos, wonach in Rauchpausen mehr Einigungen erzielt werden als am Verhandlungstisch, etwas dran sei. "Die klassischen Rauchpausen gibt es nicht mehr. Aber ab und zu innezuhalten und auf der Terrasse einen Kaffee miteinander zu trinken und bei einem Vieraugengespräch ein Teilthema zu besprechen, macht schon Sinn."
Sogar Alkohol - in Maßen - könne manchmal helfen. "Während solcher Gespräche habe ich nie erlebt, dass Alkohol getrunken wurde. Aber wenn man durch ist, dann ein Glas Wein zusammen zu trinken, das kann durchaus etwas Befreiendes haben", erzählte der frühere SPD-Vorsitzende. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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| Nachricht vom 06.04.2026 |
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