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| Nachricht vom 03.04.2026 |
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| Politik |
| Historische Holzproben enthüllen Geheimnisse von St. Medard |
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| Neue Erkenntnisse aus dem Kirchturm von St. Medard in Bendorf werfen ein Licht auf die mittelalterliche Handwerkskunst. Im Rahmen eines Ortstermins wurden spannende Details zur Geschichte der Kirche präsentiert. |
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Bendorf. Bei einem Ortstermin stellte Michael Syré, Altbürgermeister und Kenner der Bendorfer Geschichte, gemeinsam mit Fachleuten neue Erkenntnisse über die Kirchen St. Medard vor. Die Untersuchungen basierten auf drei Holzproben aus dem Kirchturm, darunter Teile einer Innentür und zwei Gerüsthölzer. Diese Proben wurden im Labor für Dendroarchäologie der Universität zu Köln analysiert und lieferten wertvolle Hinweise zur Historie.
Ein Gerüstholz zeigte deutliche Übereinstimmungen mit Hölzern, die um das Jahr 1171 gefällt wurden. Eine genaue Datierung des zweiten Gerüstholzes war aufgrund seines Zustands nicht möglich. Für die Eichentür im Turm konnte ein Fällzeitraum von etwa 1163 plus/minus 10 Jahre bestimmt werden. Im Vergleich dazu gilt die Tür des Klosters Maulbronn mit der Jahreszahl 1178 als die älteste datierte Tür Deutschlands. Diese Ergebnisse unterstützen die Einschätzung von Michael Syré, dass die Tür in Bendorf ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Handwerkskunst darstellt.
Im weiteren Verlauf der Besichtigung erläuterte Syré auch die Bedeutung der Wandmalereien in der Apsis des Reichardsmünsters, die auf etwa 1230 datiert werden. Diese Malereien wurden 2007 bei Innenrenovierungen freigelegt und sind eine weitere kunsthistorische Besonderheit der Region. Red
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