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Pressemitteilung vom 18.03.2026
Rheinland-Pfalz
Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz unter Druck: Asylverfahren nehmen weiter zu
Die Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz stehen vor einer zunehmenden Herausforderung. Besonders die steigende Zahl an Asylverfahren sorgt für eine erhöhte Arbeitsbelastung. Wie wird sich die Situation in diesem Jahr entwickeln?
(Foto: Harald Tittel/dpa)Koblenz. Die Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Verfahren bearbeitet, was insbesondere auf die Zunahme der Asylverfahren zurückzuführen ist. Insgesamt wurden an den Gerichten in Koblenz, Mainz, Trier und Neustadt an der Weinstraße über 12.400 Verfahren registriert, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz mitteilte. Dies stellt einen Anstieg von knapp 2.700 Fällen im Vergleich zu 2024 dar.

Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Asylverfahren: Von etwa 5.300 im Jahr 2024 stieg die Zahl auf gut 7.800 neu eingegangene Verfahren im letzten Jahr. Damit erreichte man nach den Höchstwerten der Jahre 2016 und 2017 den dritthöchsten Stand der letzten drei Jahrzehnte. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde am landesweit zuständigen Verwaltungsgericht in Trier zusätzliches Personal eingestellt. Zudem richtete das Oberverwaltungsgericht zum 1. Januar 2026 einen zweiten Asylsenat ein, da die Verfahren in der zweiten Instanz 2025 um 70 Prozent auf 1.100 Fälle angestiegen sind.

OVG-Präsident Lars Brocker sieht auch für das laufende Jahr keine Entlastung voraus: "Diese Situation fordert die Verwaltungsgerichtsbarkeit in besonderem Maße", betonte er. Auch in anderen Rechtsbereichen wie Bau-, Umwelt-, Wirtschafts- sowie Polizei- und Ordnungsrecht verzeichneten die Gerichte im dritten Jahr in Folge steigende Fallzahlen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lag der Anstieg bei fast zwölf Prozent. Alle vier Verwaltungsgerichte des Landes sind betroffen, wobei die Standorte Koblenz mit einem Plus von 23,8 Prozent und Neustadt an der Weinstraße mit 19,3 Prozent besonders stark belastet sind. (dpa/bearbeitet durch Red)

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