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Pressemitteilung vom 22.02.2026
Region
Abriss der Burg Steineck: Ein umstrittenes Kapitel in Rheinbreitbachs Stadtentwicklung
Der geplante Abriss der historischen Burg Steineck in Rheinbreitbach sorgt für Kontroversen. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. übt scharfe Kritik an den Plänen und sieht darin einen Verlust für das kulturelle Erbe des Ortes.
Grafik: Regionalverband Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e. V.Rheinbreitbach. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. kritisiert die Entscheidung der Gemeinde Rheinbreitbach, die historische Burg Steineck zu verkaufen. Das Konzept des Höchstbietenden sieht den Abriss des Bauwerks vor, um Platz für über 20 neue Eigentumswohnungen zu schaffen. Nach Ansicht des Verbandes wurde diese Entscheidung hauptsächlich aus finanziellen Gründen getroffen, um den größtmöglichen Erlös zu erzielen. Dies führe dazu, dass ein bedeutendes Zeugnis der Ortsgeschichte einer kurzfristigen wirtschaftlichen Verwertung geopfert werde.

Die Burg Steineck, auch bekannt als "Elisenhof", ist ein prägendes Gebäude aus der Historismus-Zeit und hat eine wichtige kulturhistorische Bedeutung für Rheinbreitbach. Über Jahrzehnte hinweg diente sie als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortes, unter anderem als Hotel, Restaurant, Blindenerholungsheim und Gründungslokal der Karnevalsgesellschaft "Me haalen et us". Ihr Abriss würde einen unwiederbringlichen Verlust für die Gemeinde bedeuten.

Mit der geplanten Neubebauung droht zudem eine nachhaltige Veränderung des gewachsenen Ortsbildes der Simrockstraße. Die Entscheidung wirft Fragen zur städtebaulichen Entwicklung, zur Verkehrsbelastung durch mindestens 24 zusätzliche Fahrzeuge sowie zur sozialen Ausgewogenheit der Wohnraumentwicklung auf. Der Verband bedauert, dass alternative Nutzungskonzepte, wie ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt, nicht weiterverfolgt wurden. Solche Konzepte hätten den Erhalt des historischen Bestands ermöglicht und dringend benötigten Wohnraum geschaffen.

Auch die ökologischen Auswirkungen sind erheblich. Der Abriss eines massiven Gebäudes bedeutet den Verlust großer Mengen sogenannter grauer Energie. Zudem wird die Versiegelung bisheriger Grün- und Parkflächen die Klimabilanz und das Mikroklima negativ beeinflussen.

Der Regionalverband sieht in dieser Entscheidung einen weiteren Einschnitt in das bauliche und kulturelle Erbe Rheinbreitbachs. Es wird bemängelt, dass dem Erhalt und der Weiterentwicklung der Baukultur nicht die nötige Priorität eingeräumt wird. Bereits die Aufhebung der Gestaltungssatzung für den Innerort habe dies angedeutet. Der Verband plant, die Entscheidung sowie die zugrunde liegenden Verfahren und Rahmenbedingungen umfassend zu prüfen. Dies schließt auch rechtliche Möglichkeiten zum Schutz der historischen Bausubstanz ein. PM/Red
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