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Nachricht vom 21.02.2026
Politik
Kandidatin für die Landtagswahl 2026: Lana Horstmann (SPD)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Lana Horstmann (SPD)
Lana Horstmann (Foto: SPD RLP/Susie Knoll)Wahlkreis Neuwied. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die nachgereichten Antworten von Lana Horstmann (SPD).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Die letzten fünf Jahre durfte ich, neben der ehrenamtlichen Politik in den kommunalen Räten, bereits als Landtagsabgeordnete in meinem Wahlkreis für Neuwied, Dierdorf und Puderbach tätig sein. In der Zeit habe ich viel Neues erlebt und auch dazugelernt, wofür ich sehr dankbar bin.

Ich durfte viele Organisationen, Institutionen, Vereine und vieles mehr kennenlernen - vor allem die Menschen dahinter. Das hat mir auch gezeigt, wie vielschichtig unser Bundesland, aber auch mein Wahlkreis ist. Mir ist es wichtig, zuzuhören, zu verstehen und Anliegen mit in meine Arbeit in Mainz und vor Ort einfließen zu lassen. In vielen Bereichen haben wir sicherlich Herausforderungen, sei es beispielsweise in der Bildungslandschaft, im Gesundheitswesen, in der Transformation der Arbeitswelt oder eben auch im Bürokratieabbau. Die Auflistung lässt sich sicherlich fortsetzen. Aber genau an diesen Herausforderungen oder eben auch stetigen Veränderungen möchte ich aktiv mitarbeiten. Oftmals hört man "die da oben" machen ohnehin, was sie wollen. Genau das möchte ich eben nicht. Ich wohne ebenso hier, es ist mein Zuhause, und mir ist es wichtig, dass wir gemeinsam auch weiterhin gut und gerne in Rheinland-Pfalz leben.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
In vielen Bereichen sind wir auf dem richtigen Weg und es läuft gut. Daher gibt es keinen Grund, in Aktionismus oder sogar Schnellschüsse zu verfallen. Es ist wichtig, dass wir den rheinland-pfälzischen Weg weiterentwickeln. Unsere Investitionen, gerade in den Bereichen Bildung und Infrastruktur, müssen wir weiter hochhalten. Den Ausbau der Schulsozialarbeit und der Sprachförderung weiter voranzutreiben, sind unter anderem wichtige Bausteine. Darüber hinaus ist es auch wichtig, unsere Sicherheit weiterhin auf einem hohen Niveau, durch Personal und Ausstattung, zu halten. Wir sind eines der sichersten Länder, dank über 10.000 Polizistinnen und Polizisten, und haben die niedrigste Kriminalitätsrate seit 30 Jahren. Wir haben aber ebenso einen stabilen Arbeitsmarkt, den es gemeinsam gilt, auf die Veränderungen der Arbeitswelt, eben mit Unternehmern, Belegschaften, aber auch einer starken Sozialpartnerschaft weiterhin zukunftsfest aufzustellen. Sicherlich ist ein wichtiger Aspekt der Bürokratieabbau oder eben auch die Möglichkeit, neue Ansiedlungen zu schaffen, mittels der Erschließung von "Turboflächen".

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Wir haben sicherlich Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung, welches kein alleiniges Thema hier vor Ort ist, sondern bundesweit und darüber hinaus.
Wir müssen dafür sorgen, dass im Zuge der Demografie und des Wettbewerbs um Fachkräfte, sei es Ärzte, Pflegefachkräfte oder auch Hebammen, eine Infrastruktur vorfinden, um gerne hier vor Ort tätig zu sein und sich mit ihren Familien niederzulassen. Aber wir haben dafür gesorgt, dass mehr Medizinstudienplätze geben wird, oder wir auch weiterhin auf die Landarztquote setzen, um gerade den ländlichen Raum in den Fokus zu rücken. Die Stärkung von medizinischen Versorgungszentren nimmt hierbei auch eine wichtige Rolle ein. Aber auch Telemedizin wird hierbei sicherlich ein ergänzendes Instrument der Zukunft sein.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Sicherlich sind Investitionen in unsere Straßen unabdingbar, die aber auch einen großen finanziellen Kraftakt bedeuten. Es ist gut, dass Rheinland-Pfalz daher rund 4,8 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes erhält, um in unsere Infrastruktur zu investieren. Mein Wahlkreis ist sehr heterogen, sodass auch unterschiedliche Bedürfnisse vorherrschen. Der ÖPNV spielt daher hier auch eine große Rolle, um die Mobilität zu gewährleisten. Eben Bus und Bahn.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Der Bund nimmt den Wolf in das Bundesjagdrecht auf, um Weidetiere besser zu schützen. Dies sieht eben auch ein regionales Bestandsmanagement vor, sodass Länder in Regionen mit hoher Wolfsdichte Bestände regulieren können, sofern der Herdenschutz, mit all seinen Möglichkeiten, nicht ausreicht. Natürlich muss dieses Thema mit Vernunft und Verstand angegangen werden, was ich aber auch allen Beteiligten und Interessenvertretern zuspreche. Somit wäre eine ausgewogene Regulierung im Sinne der Weidetierhaltung, aber auch im Sinne des Artenschutzes umsetzbar.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Auch hier spielt das Thema Bürokratieabbau eine große Rolle. Wir benötigen daher schnellere Prozesse, mehr Flexibilität und Ermessensspielraum. Damit schaffen wir, neben weiteren möglichen Förderkulissen und vielem mehr, aber zunächst einmal die Grundlage.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Rheinland-Pfalz ist ein Flächenland und hat die verschiedenen Herausforderungen, gerade auch für den ländlichen Raum. Schnelle und unbürokratische Programme, wie beispielsweise "KIPKI", "RZN" oder auch "LEADER", die schnelle und unbürokratische Investitionen in den Klimaschutz, in die Stärkung und Weiterentwicklung von Regionen oder eben auch die Förderung von konkreten Projekten vor Ort ermöglichen, sind hierbei gute Beispiele, die es gilt fortzuführen - auch weiterhin in meinem Wahlkreis.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Bildungsgerechtigkeit ist und bleibt ein Herzensthema und soll weiterhin kostenfrei sein, um Bildung oder das Aufstiegsversprechen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen. Unsere Gesellschaft verändert sich und Schulen beziehungsweise unsere engagierten Lehrkräfte können dies nicht allein stemmen. Davor verschließen wir nicht die Augen, sondern setzen eben genau da an: Daher bauen wir Schulsozialarbeit konsequent weiter aus, investieren in die frühkindliche Sprach.- und Bildungsförderung und erweitern präventive Angebote. Der Ausbau von Ganztagsstrukturen sowie fortlaufende Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung gehören weiterhin dazu. Das Ganze, dass junge Menschen den bestmöglichen Start erhalten, gelingt eben nur, wenn wir ganzheitlich denken: Daher ist die Vernetzung mit Familien- und Sozialpolitik ein weiterer richtiger Weg.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidatin antreten:
Ich bin 2009 in die Partei eingetreten, weil ich davon überzeugt bin, dass wir eine starke Sozialdemokratie brauchen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich damals in meinem Heimatort in Oberbieber angesprochen worden bin, ob ich mir nicht vorstellen kann, "mal mitzumachen". Ich bin sehr froh, dass mir diese kleine Hürde somit persönlich genommen worden ist und ich tatsächlich vom "Reinschnuppern" auch die Möglichkeit bekommen habe, mich kommunal zu engagieren. Natürlich ist es in einer Partei so, wie sicherlich auch im privaten Umfeld, sei es in der Familie oder Ehe: 100 Prozent Übereinstimmung gibt es wohl nie. Aber eins ist für mich klar und daher bis heute ausschlaggebend: Meine Partei war und ist immer gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze aufgestanden, hat alle Menschen im Blick und steht für soziale und Chancengerechtigkeit.

Worüber können Sie lachen?
Ich lache gerne und viel, da ich auch gerne in Gesellschaft und mit Familie und Freunden zusammen bin. Aber oftmals kann ich auch sehr gut über mich selbst lachen.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wir leben in einer Demokratie, die es gilt zu verteidigen. Zu einer Demokratie gehört es aber auch, verschiedene Ansichten zu haben, zu diskutieren, um beste Lösungen zu ringen oder eben auch am Ende des Tages einen Konsens zu finden. Leider hat sich unter anderem auch das politische Umfeld aber so verändert, dass mit Fake-News, Hass und Hetze agiert wird - vorzugsweise in den sozialen Netzwerken - und es gar nicht mehr um die Sache diskutiert wird. Das hat für mich weder was mit anständiger Politik noch mit einem gesellschaftlichen Umgang zu tun und führt meiner Meinung nach zu nichts. Ich würde mir wünschen, dass wir, ob in der Politik oder eben auch im Alltag, ob im realen Leben oder auch in der digitalen Welt, respektvoll und sachlich miteinander umgehen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
"SPD Rheinland-Pfalz erhält die absolute Mehrheit mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer"

Ich denke, dass die Frage wohl genauso gemeint war, ein wenig "provokant"
Natürlich ist mir bewusst, dass der Wählerwille entscheidet und wir in einer vielfältigen Parteienlandschaft leben. Dennoch, ich bin überzeugt von meiner Partei und unserem Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer, sodass ich mit einer Mehrheit auch zufrieden bin ;-)

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ehrlicherweise, dabei geht es auch gar nicht darum, Schwächen von sich wegzuschieben, hat mich in der jüngsten Vergangenheit oftmals die Kommunikation auf Bundesebene meiner Partei gestört. Es muss verständlich, aber auch konkret kommuniziert werden, oder man wartet eben ab, bis man konkret werden kann. Dass sich hierbei oftmals medial auf einzelne Personen "eingeschossen" worden ist, das heiße ich nicht gut und darum geht es mir auch nicht - dies gilt für alle.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich bin weiterhin motiviert und möchte mich weiterhin für ein lebens- und liebenswertes Rheinland-Pfalz und den Wahlkreis 4 einsetzen.

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Kurzer Steckbrief

Wohnort: Neuwied-Oberbieber
Geburtsdatum: 25. November 1986
Familienstand: ledig

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, tk Rasselstein GmbH; Abschluss zur Betriebswirtin/VWA, VWA Koblenz (nebenberuflich); zertifizierte Weiterbildung Management und Partizipation; TU Dortmund; 2014 ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach Freigestellte Betriebsrätin/Angestellte; 2021 Berufliche Tätigkeiten im Landtag Rheinland-Pfalz, Abgeordnete
Politischer Werdegang: 2009 Mitglied der SPD; 2014 Mitglied im Stadtrat Neuwied; 2014 Mitglied im Ortsbeirat Oberbieber; 2018 Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Neuwied; 2018 Vorsitzende der SPD Oberbieber; 2018 bis 2024 Vorsitzende der SPD Neuwied; 2019 stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Neuwied; 05/2021 Mitglied des Landtags; 2023 stellvertretende Vorsitzende SPD Kreis Neuwied; 2024 stellvertretende Vorsitzende SPD Neuwied; 2024 Mitglied des Kreistages Neuwied
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG Metall; Mitglied im Ortsvorstand der IG Metall Neuwied; Mitglied im Vorstand des VfL Oberbieber; Mach meinen Kumpel nicht an e. V.; TC Rengsdorf; Funken Rot-Weiss Neuwied; Landfrauenverband Kreis Neuwied; Freiwillige Feuerwehr Oberbieber; AWO Oberbieber; Schützenverein KKSG Oberbieber; Freundeskreis Landesmusikakademie RLP; Förderkreis Rhein-Wied-Gymnasium Neuwied; Therapie-Alpaka-Freunde Oberbieber

Hobbys: Tennis (wenn auch nur sehr selten)
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Neuwied, Dierdorf und Puderbach ☺
Vorbilder: Malu Dreyer
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: Wahlkreisbüro: Dierdorfer Straße 33 in 56564 Neuwied; Telefonnummer: 02631 9593110; E-Mail: wahlkreis@spd-lanahorstmann.de; Homepage: www.spd-lanahorstmann.de

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Neuwied finden Sie hier. (Red)
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