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| Nachricht vom 21.02.2026 |
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| Politik |
| Kandidat für die Landtagswahl 2026: Markus Seemann (Bündnis 90/Die Grünen) |
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| Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Markus Seemann (Bündnis 90/Die Grünen) |
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Wahlkreis Neuwied. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die nachgereichten Antworten von Markus Seemann (Bündnis 90/Die Grünen).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich habe mich besonders für Chancengerechtigkeit in Bildung, für soziale Teilhabe und
für starke Familien eingesetzt. Mir ist wichtig, dass Herkunft und Einkommen nicht über Zukunftschancen entscheiden. Politik muss nah an den Menschen sein und konkrete
Verbesserungen im Alltag bewirken.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Wir brauchen mehr Investitionen in Bildung, bezahlbaren Wohnraum, eine verlässliche
Gesundheitsversorgung und eine moderne Infrastruktur. Gleichzeitig müssen
Verwaltung und Politik bürgernäher, transparenter und digitaler werden. Ferner müssen unsere Kommunen auskömmlich finanziert werden, damit unsere Sozialräume noch besser ausgestaltet werden können und unser aller Leben bereichern.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Wir müssen Hausarztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen stärken, Fachkräfte
gewinnen und Bürokratie abbauen. Mobile Angebote, Telemedizin und bessere
Arbeitsbedingungen sind entscheidend, besonders im ländlichen Raum. Die
Landespolitik müssen wir darüber hinaus alles, was unseren eigenen Einflussbereich
verlässt, mit Nachdruck auf Bundesebene einfordern - abseits von Parteipolitik. Die
Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung darf nicht weiter unter Scheindebatten und Parteipolitik leiden.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Die größten Herausforderungen sind ein unzureichend ausgebauter öffentlicher
Nahverkehr, fehlende sichere Rad- und Fußwege sowie zu wenig klimafreundliche
Energie- und Versorgungsinfrastruktur. Meine Prioritäten:
Massiver Ausbau des klimafreundlichen ÖPNV
Mehr Verbindungen, bessere Taktung und bezahlbare Tickets - damit Mobilität auch ohne Auto zuverlässig möglich ist. Alle Schülerinnen und Schüler sollten kostenlos den ÖPNV nutzen dürfen.
Durchgängige und sichere Rad- und Fußverkehrsnetze - ohne Nahtoderfahrungen!
Sichere Schulwege, regionale Radschnellverbindungen und barrierefreie Wege
für alle Generationen.
Dezentrale Energie- und Klimainfrastruktur stärken
Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, Bürgerenergieprojekte,
Wärmenetze und Speicherlösungen vor Ort.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die Weidetierhaltung steht für naturverbundene, artgerechte Tierhaltung - und ist ein
bewusstes Gegenmodell zur industriellen Massentierhaltung. Der Wolf gehört wieder zu
unserer heimischen Natur. Gleichzeitig haben Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter
Anspruch auf verlässlichen Schutz ihrer Tiere. Prävention, konsequenter Herdenschutz
und faire Entschädigungen müssen deshalb Vorrang haben. Wenn trotz wirksamer Schutzmaßnahmen wiederholt erhebliche Schäden entstehen, kann eine gezielte Entnahme als letztes Mittel gerechtfertigt sein. Naturschutz und Landwirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Tragfähige Lösungen entstehen nur, wenn die Expertinnen und Experten der praktischen Weidetierhaltung eng in Entscheidungen eingebunden werden - nicht, wenn ihnen Lösungen von außen präsentiert werden.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Förderung von Innovation, Klimaschutz und Digitalisierung im Mittelstand
Stärkung kommunaler Finanzen als Aktivierungsenergie für eine bessere Unternehmensansiedlung und Wirtschaftsentwicklung.
Qualifizierung und Fachkräftesicherung durch Weiterbildung und Ausbildungsoffensiven
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Der Wandel darf nicht nur in den Städten stattfinden. Wir brauchen dezentrale
Arbeitsplätze, digitale Infrastruktur, gute Mobilität und starke kommunale Einrichtungen. Regionale Wirtschaftskreisläufe und erneuerbare Energien bieten große
Chancen für den ländlichen Raum.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Mehr Lehrkräfte durch bessere Ausbildung und attraktivere Arbeitsbedingungen
Kleinere Klassen und mehr multiprofessionelle Teams
Stärkung von Inklusion und Schulsozialarbeit
Konsequente Digitalisierung mit pädagogischem Konzept
Lehr- und Lernräume, in denen man sich tatsächlich gerne aufhält
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich bin Teil von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, weil wir soziale Gerechtigkeit, ökologische
Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft verbinden. Mir ist wichtig, Politik für
kommende Generationen zu machen. Deshalb bin ich nach meinem Engagement in ersten Elternvertretungen den nächsten Schritt der Mitgestaltung gegangen und fand bei den GRÜNEN mein politisches Zuhause.
Worüber können Sie lachen?
Über gute Wortspiele, selbstironische Kommentare und über Situationen, in denen Menschen sich selbst nicht zu ernst nehmen. Der Comedian Teddy Teclebrhan kriegt mich immer.
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Allgemein, wenn Menschen Unrecht getan wird, Feindbilder hochstilisiert werden und
nach unten getreten wird.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Schule der Zukunft: Starke Teams sichern Bildung in Rheinland-Pfalz
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Die Verletzlichkeit demokratischer Strukturen unterschätzt zu haben (zum Beispiel mit Blick auf die USA in den vergangenen zwölf Monaten).
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich will Politik nicht über Menschen machen, sondern mit ihnen. Wenn Sie eine verlässliche, soziale und pragmatische Stimme für unsere Region wollen, geben Sie mir Ihre Stimme.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Neuwied-Niederbieber
Geburtsdatum: 18. September 1990
Familienstand: verheiratet, 3 Kinder
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Mitarbeiter im Integrationsfachdienst Übergang Schule-Beruf für junge Menschen mit Sehbeeinträchtigungen; seit 2023: Studium der Sozialen Arbeit (B.A.), voraussichtlicher Abschluss Frühling 2026; 2014 bis 2015: Fachabitur; 2010 bis 2013: Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann
Politischer Werdegang: Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN seit 2021; Mitglied des städtischen Jugendhilfeausschuss seit 2024; Stadtratsmitglied seit 2025; Fraktionsgeschäftsführer seit 2025; stellvertretender Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft Soziales & Gesundheit der GRÜNEN RLP; Beisitzer im Ortsverband Neuwied seit 2025
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Mitglied des DBSH (Berufsverband der Sozialen Arbeit); Delegierter des DBSH für die Nationale Armutskonferenz NAK; Mitglied des BUND; Mitglied der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder, Jugend und Familie; Mitglied der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Bildung und Weiterbildung; Mitglied der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Familie
Hobbys: Bandmusiker - Sänger, Leitung Schulband, Leitung Schul-Chor
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Kleinkastell Anhausen, das Neuwieder Kino,
Aquafit Dierdorf
Vorbilder: Hans Thiersch - Sozialwissenschaftler und Begründer der Lebensweltorientierten Sozialarbeit, die auch mein Verständnis von politischer
Gestaltung maßgeblich geprägt hat.
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: frag@markusseemann.de
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Neuwied finden Sie hier. (Red) |
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