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| Nachricht vom 19.02.2026 |
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| Politik |
| Kandidat für die Landtagswahl 2026: Thomas Sablotny (Freie Wähler) |
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| Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Thomas Sablotny (Freie Wähler) |
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Wahlkreis Linz am Rhein/Rengsdorf. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Thomas Sablotny (Freie Wähler).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich habe mich politisch vor allem im Bereich Gesundheit und Soziales engagiert, weil hier die größten Herausforderungen für Rheinland-Pfalz liegen. In der Programmkommission der FREIEN WÄHLER habe ich daran mitgearbeitet, Lösungen für Ärztemangel, Pflegekrise, Klinikschließungen und überbordende Bürokratie zu entwickeln. Mein Ziel ist eine wohnortnahe, bezahlbare und menschliche Versorgung - unabhängig vom Wohnort. Gleichzeitig setze ich mich für moderne Pflegekonzepte, bessere Arbeitsbedingungen, Prävention und eine starke Familienpolitik ein. Ich engagiere mich, weil ich überzeugt bin, dass Politik wieder pragmatisch, bürgernah und lösungsorientiert sein muss. Rheinland-Pfalz kann mehr - und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz braucht einen handlungsfähigen Staat, bessere Bildung, eine stabile Gesundheitsversorgung, starke Kommunen und eine Wirtschaftspolitik, die Mittelstand und Innovation fördert. Wir müssen Bürokratie abbauen, Sicherheit stärken, ländliche Räume entlasten und endlich wieder pragmatisch regieren - ohne Ideologie, dafür mit Vernunft und klaren Prioritäten.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis 3 stabil bleibt, brauchen wir mehr Ärzte vor Ort, starke Grundversorgungskliniken, eine gesicherte Geburtshilfe und moderne Pflegeangebote. Bürokratie muss massiv reduziert werden, damit Ärzte und Pflegekräfte wieder Zeit für Menschen haben. Mit Digitalisierung, alternativen Wohn- und Pflegeformen und einer echten Landarztstrategie sichern wir die Versorgung für Linz, Rengsdorf, Unkel, Asbach, Bad Hönnigen und die umliegenden Gemeinden.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Die größten Infrastrukturprobleme im Wahlkreis sind marode Straßen, unzuverlässiger ÖPNV und Funklöcher. Ich setze drei Prioritäten:
Erstens eine Sanierungsoffensive für Landes- und Kreisstraßen ohne Straßenausbaubeiträge,
Zweitens flächendeckende Glasfaser- und Mobilfunkversorgung bis 2030 - und es ist eigentlich beschämend, dass das heute noch als 'Innovation' verkauft wird und
Drittens einen verlässlichen Takt-ÖPNV mit besseren Pendlerverbindungen. Das stärkt Mobilität, Wirtschaft und Lebensqualität im gesamten Wahlkreis.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung hat klare Grenzen: Sie endet dort, wo die Existenz unserer Weidetierhalter bedroht wird. Die FREIEN WÄHLER fordern ein aktives Wolfsmanagement mit regionalen Obergrenzen, konsequentem Monitoring und der Möglichkeit zur Entnahme einzelner Tiere, wenn sie wiederholt Nutztiere reißen oder auffällig werden. Der Schutz von Nutztieren, Landschaftspflege und menschlicher Sicherheit haben Vorrang. Entschädigungen müssen unbürokratisch erfolgen - im Zweifel zugunsten der Tierhalter. Wir brauchen eine Politik, die Naturschutz, Tierwohl und die Sicherung der Weidetierhaltung in Einklang bringt. Das gelingt nur, wenn der Wolf reguliert wird und Weidetierhaltung als gleichwertiges Schutzgut anerkannt ist.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Ich setze drei wirtschaftspolitische Schwerpunkte:
Erstens wollen wir Gründungen massiv erleichtern - mit einer 48-Stunden-Gründung, digitalen One-Stop-Portalen und besseren Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups.
Zweitens stärken wir den industriellen Mittelstand und das Handwerk durch echten Bürokratieabbau, digitale Verwaltungsprozesse und bessere Rahmenbedingungen für Fachkräfte.
Drittens fördern wir Zukunftstechnologien, indem wir Transferzentren ausbauen, Innovation erleichtern und Genehmigungen beschleunigen. So sichern wir bestehende Arbeitsplätze und schaffen neue - in allen Regionen des Landes.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Der Strukturwandel darf nicht dazu führen, dass ländliche Räume abgehängt werden. Entscheidend ist, dass Digitalisierung, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung zuerst dort gestärkt werden, wo die Wege weit und die Herausforderungen groß sind. Der Mittelstand braucht schnelle Genehmigungen, digitale Verwaltung und verlässliche Rahmenbedingungen. Gute Schulen, duale Ausbildung und regionale Fachkräftesicherung verhindern Abwanderung. Landwirtschaft und Handwerk müssen entlastet werden, damit Wertschöpfung im Land bleibt. Strukturwandel gelingt nur, wenn der ländliche Raum nicht Nachzügler ist, sondern Ausgangspunkt einer modernen, leistungsfähigen Entwicklung.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Wir wollen die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz so ausrichten, dass Unterricht wieder verlässlich stattfindet und jedes Kind die Grundlagen sicher beherrscht. Dazu gehören verbindliche Leistungsstandards, Intensivklassen für Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse und eine 110-prozentige Unterrichtsversorgung. Wir gewinnen Lehrkräfte durch schnellere, verbindliche Verbeamtung, bessere Arbeitsbedingungen und echten Bürokratieabbau. Inklusion soll funktionieren, nicht überfordern - mit klaren Standards und Schulgesundheitsfachkräften an allen Grundschulen. Die Digitalisierung der Schulen braucht flächendeckende Glasfaser, zentrale IT-Services und moderne Didaktik. Unser Ziel ist klar: mehr Qualität, mehr Entlastung und ein Bildungssystem, das Kindern echte Chancen gibt.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich bin dieser Partei beigetreten, weil sie eine Politik der Vernunft und Bodenständigkeit vertritt. Die FREIEN WÄHLER stehen für sachorientierte Lösungen statt Ideologien, für Bürgernähe statt Parteitaktik und für einen Staat, der wieder handlungsfähig wird. Genau das braucht Rheinland-Pfalz. Das Wahlprogramm setzt klare Schwerpunkte: bessere Bildung, eine stabile Gesundheitsversorgung, starke Kommunen, Entlastung des Mittelstands und eine Politik, die Probleme wirklich anpackt. Diese Verbindung aus Pragmatismus, kommunaler Verwurzelung und Verantwortungsbewusstsein entspricht meinen eigenen Überzeugungen. Deshalb trete ich für diese Partei an.
Worüber können Sie lachen?
Ich kann gut über schwarzen Humor lachen - vor allem dann, wenn er die Absurditäten des Alltags auf den Punkt bringt. Manchmal hilft genau dieser trockene, leicht sarkastische Blick, um mit Situationen umzugehen, die eigentlich zum Kopfschütteln sind. Wichtig ist mir dabei aber immer: Humor darf nie verletzen, sondern soll uns eher zeigen, dass man auch schwierige Dinge mit einer Portion Gelassenheit nehmen kann.
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Mich frustriert vor allem, wenn Probleme über Jahre bekannt sind, aber nicht konsequent angegangen werden. In Rheinland-Pfalz erleben wir das in vielen Bereichen: marode Infrastruktur, schleppende Digitalisierung, ein Bildungssystem unter Druck, eine Gesundheitsversorgung, die im ländlichen Raum immer lückenhafter wird, und eine Verwaltung, die zu langsam und zu kompliziert ist. Mich ärgert, wenn Bürgerinnen und Bürger das Gefühl haben, dass Entscheidungen an ihrer Lebensrealität vorbeigehen. Politik muss pragmatisch handeln, statt sich in Zuständigkeitsbereiche oder ideologischen Debatten zu verlieren. Ich möchte, dass Probleme endlich gelöst werden - nicht nur verwaltet.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Die glücklichsten Menschen Deutschlands leben in Rheinland-Pfalz
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ich stehe noch am Anfang meiner politischen Laufbahn. Deshalb kann ich rückblickend keine große Fehleinschätzung benennen - dafür fehlt schlicht die lange Erfahrung. Was ich aber sagen kann: Ich lerne jeden Tag dazu. Politik ist ein Feld, in dem man schnell merkt, wie komplex Zusammenhänge sind und wie wichtig es ist, zuzuhören, offen zu bleiben und sich nicht zu früh festzulegen. Mein Anspruch ist, Fehler gar nicht erst zu wiederholen, indem ich transparent arbeite, Rückmeldungen ernst nehme und Entscheidungen gut begründe.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich bin nahbar, authentisch und ehrlich, weil ich selbst mitten im Alltag der Menschen stehe, die ich vertreten möchte. Ich höre zu, weil ich weiß, wie sich viele dieser Sorgen anfühlen - ich erlebe sie ja selbst. Ich bin kein Theoretiker, der Probleme aus der Distanz betrachtet, sondern jemand, der anpackt, Lösungen sucht und Verantwortung übernimmt. Mir ist wichtig, Politik so zu machen, wie ich selbst behandelt werden möchte: klar, direkt, bodenständig und mit echtem Interesse an den Menschen.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Vettelschoß
Geburtsdatum: 05.12.1989
Familienstand: Verheiratet
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Teilezurichter; Technischer Produktdesigner
Politischer Werdegang: seit 2022 Mitglied Freie Wähler; seit 2024 stellvertretender Kreisvorsitzender Freie Wähler Neuwied
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Karneval JGV and Friends; seit 2020 Ehrenmitglied JGV Vettelschoß; seit 2025 Mitglied FWG Vettelschoß-Kalenborn; seit Ende 2025 stellvertretender Vorsitzender FWG Vettelschoß-Kalenborn
Hobbys: handwerkliche Tätigkeiten, Strategiespiele, alles zum Thema Geschichte
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Linzer Altstadt, Burg Ehrenstein, Vettelschoß
Vorbilder: Mein mittlerweile verstorbener Vater und mein großer Bruder
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: E-Mail: T.W.Sablotny@t-online.de; Instagram: https://www.instagram.com/sablotnyth?igsh=MW85bjBqbWsxN3I5bA==
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Neuwied finden Sie hier. (Red) |
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