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Nachricht vom 17.02.2026
Vereine
VC Neuwied 77 setzt auf Jugendarbeit und punktet
Der VC Neuwied 77 hat sich nach dem Abschied aus der höchsten Spielklasse neu orientiert und setzt verstärkt auf die Jugendarbeit. Diese Strategie scheint Früchte zu tragen, denn sowohl auf als auch neben dem Spielfeld gibt es positive Entwicklungen.
Messner und sein Stellertalent Milla Holspach freuen sich über eine Rheinlandmeisterschaft. Foto: O.v.Kielpinski
Neuwied. In der Spielhalle des VC Neuwied 77 herrschte kürzlich eine besonders gute Stimmung. Der Grund dafür waren nicht nur das spannende Regionalliga-Derby gegen den TV Vallendar, das mit 2:3 endete, sondern vor allem erfreuliche Nachrichten aus dem Jugendbereich. Das Verbandsgericht hatte das Weiterkommen der U18-Mannschaft bei den diesjährigen Jugendmeisterschaften bestätigt. Zudem bleibt Benjamin Messner, der maßgeblich für diesen Erfolg verantwortlich ist, dem Verein erhalten.

Nach dem Abschied aus der Bundesliga hat der VC Neuwied seine Ausrichtung geändert. Der langjährige Partner DJK Andernach hat die Zusammenarbeit in der Regionalliga und im Jugendbereich beendet. Aus dem Unterbau des ehemaligen Bundesligisten wurde die erste Damenmannschaft gebildet. Statt auf Lizenzspielerinnen setzt der Verein nun wieder auf regionalen Nachwuchs, der sowohl in unteren Ligen als auch in der Regionalliga Südwest und Rheinland-Pfalz-Liga spielt. Nach einem teilweise schwierigen ersten Jahr zeigen sich jetzt Erfolge in der Jugendarbeit. In fast allen Altersklassen sind die Neuwieder Teams noch im Rennen. Ziel sind die Teilnahmen an südwestdeutschen Meisterschaften.

Benjamin Messner, der engagierte Jugendleiter, bleibt trotz Angeboten anderer Vereine beim VC Neuwied. "Ich fühle mich in Neuwied sehr wohl", sagt Messner. "Vor allem motiviert mich die Entwicklung der jungen Spielerinnen in den letzten Monaten. Ich möchte sie begleiten und durch Talentarbeit die erste Mannschaft weiterbringen."

Die guten Trainingsbedingungen und die positive Atmosphäre im Verein werden als Schlüssel zum Volleyballboom in Neuwied gesehen. Zora Schneider (15), die durch die AG am Werner-Heisenberg-Gymnasium zum VC Neuwied kam, bestätigt: "Wir waren alle so glücklich, als Ben uns gesagt hat, dass er bei uns bleibt." Auch die Eltern schätzen Messners Arbeit hoch.

Trotz einiger Herausforderungen, wie der Anzweiflung der Spielberechtigung zweier Mädchen bei Jugendmeisterschaften, zeigt sich der Verein optimistisch. "Die Stimmung untereinander ist unfassbar schön, und wir verspüren einen großen Zusammenhalt", betont Doro Winzen.

Mittelfristig plant Messner, weiteren Nachwuchs für die Regionalligamannschaft auszubilden. Gemeinsames Training erfahrener und junger Spielerinnen sei ein Schlüssel für den Erfolg. Die erfahrene Kapitänin Lisa Guillemard begrüßt Messners Vertragsverlängerung: "Er ist als Trainer und Mensch eine große Bereicherung für all unsere Teams."

Längerfristig plant der VC Neuwied keine Rückkehr in die Bundesliga, sondern konzentriert sich auf den Aufbau einer breiten Basis im Jugendbereich. Ein attraktives Angebot über Schul-AGs und Training mit viel Spaß soll dazu beitragen. "Natürlich wollen wir auch weiter, unter guten Bedingungen in die 3. Liga", erklärt Messner. „All das macht mir so viel Spaß, dass ich in Neuwied weitermache."

Die Neuausrichtung des VC Neuwied 77 scheint auf gutem Wege zu sein, doch dieser Weg bleibt herausfordernd. Unterstützung ist stets willkommen. rED
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