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| Nachricht vom 08.02.2026 |
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| Wirtschaft |
| Die smarte Heizlösung: Warum eine Infrarotheizung Ihre Wärmepumpe perfekt ergänzt |
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| RATGEBER | Die Wärmepumpe gilt als eine der Schlüsseltechnologien der Energiewende im Gebäudesektor. Viele Hausbesitzer im Westerwald und der Region Neuwied setzen bereits auf diese umweltfreundliche Heizmethode. Doch was passiert, wenn die Außentemperaturen in den Keller fallen oder nur ein einzelner Raum schnell warm werden soll? In diesen Momenten stößt die ansonsten effiziente Wärmepumpe an ihre Grenzen. Genau hier kommt eine intelligente Partnerin ins Spiel: die Infrarotheizung. Sie arbeitet nach einem völlig anderen Prinzip und kann die Schwächen der Wärmepumpe gezielt ausgleichen. Zu verstehen, wann die Infrarotheizung als Ergänzung zur Wärmepumpe – wann die Kombination sinnvoll ist, kann nicht nur den Wohnkomfort erheblich steigern, sondern auch die Heizkosten spürbar senken. |
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Das ungleiche Paar: Wie Wärmepumpe und Infrarotheizung heizen
Um die Vorteile der Kombination zu verstehen, muss man zunächst die grundlegend unterschiedlichen Funktionsweisen beider Systeme kennen. Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) Wärmeenergie, verdichtet diese und gibt sie an ein wassergeführtes Heizsystem ab, wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung oder klassische Heizkörper. Dieser Prozess ist sehr effizient, aber auch träge. Es dauert eine Weile, bis die Wärme im Raum ankommt, da erst das Wasser und dann die Raumluft erwärmt werden muss. Dieser Vorgang wird als Konvektion bezeichnet.
Die Infrarotheizung hingegen wandelt elektrischen Strom direkt in Strahlungswärme um, ähnlich der wohltuenden Wärme der Sonne. Diese Infrarotstrahlen erwärmen nicht primär die Luft, sondern direkt die Oberflächen von Wänden, Möbeln und den Menschen im Raum. Diese erwärmten Objekte geben die Wärme dann sekundär an die Umgebung ab. Das Ergebnis ist eine sofort spürbare, behagliche Wärme ohne Luftzirkulation und Staubaufwirbelung. Für eine fundierte Beratung und eine Auswahl an hochwertigen Geräten, die in Deutschland gefertigt werden, ist ein Fachhändler für Infrarotheizungen die richtige Anlaufstelle. Erst das Zusammenspiel dieser beiden unterschiedlichen Technologien ermöglicht ein hocheffizientes und flexibles Heizsystem.
Die Achillesferse der Wärmepumpe: Wo die Infrarotheizung ansetzt
Die wahre Effizienz eines Heizsystems zeigt sich nicht bei Idealbedingungen, sondern wenn es flexibel auf Kälte und den individuellen Bedarf reagieren muss.
Die größte Schwäche vieler Luft-Wasser-Wärmepumpen zeigt sich bei sehr niedrigen Außentemperaturen, wie sie im Winter auch in unserer Region vorkommen können. Fällt das Thermometer unter den Gefrierpunkt, sinkt die Effizienz der Wärmepumpe rapide. Um die gewünschte Vorlauftemperatur für das Heizungswasser dennoch zu erreichen, schaltet sich bei den meisten Geräten ein elektrischer Heizstab zu. Dieser funktioniert im Grunde wie ein riesiger Tauchsieder und verbraucht enorm viel Strom. Er ist der Hauptgrund für unerwartet hohe Stromrechnungen bei Wärmepumpenbesitzern im Winter und sollte so selten wie möglich zum Einsatz kommen.
Ein weiteres Manko ist die bereits erwähnte Trägheit des Systems. Möchte man morgens nur für eine halbe Stunde das Badezimmer auf eine angenehme Temperatur bringen, ist das Anwerfen des gesamten Wärmepumpen-Kreislaufs ineffizient und langsam. Das Gleiche gilt für selten genutzte Räume wie ein Gästezimmer oder einen Hobbykeller. Hier permanent eine Grundtemperatur zu halten, kostet unnötig Energie. Genau in diesen Szenarien spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus. Sie liefert auf Knopfdruck gezielte Wärme und verhindert so, dass der teure Heizstab der Wärmepumpe anspringen muss oder das ganze Haus für einen einzelnen Raum beheizt wird.
Perfektes Timing: Konkrete Szenarien für den cleveren Mix
Die Frage, wann die Infrarotheizung als Ergänzung zur Wärmepumpe – wann die Kombination sinnvoll ist, lässt sich am besten anhand konkreter Alltagsbeispiele beantworten. Es geht nicht darum, die Wärmepumpe zu ersetzen, sondern sie intelligent zu unterstützen und ihre Effizienz zu maximieren. Die Infrarotheizung agiert hier als flexibler und schneller Partner, der immer dann einspringt, wenn das Hauptsystem an seine Grenzen stößt. Durch diesen gezielten Einsatz wird das Gesamtsystem nicht nur komfortabler, sondern auch wirtschaftlicher.
Besonders bewährt hat sich die Kombination in folgenden Situationen:
Spitzenlastabdeckung im tiefen Winter: Anstatt den stromfressenden Heizstab der Wärmepumpe zu aktivieren, sorgt eine Infrarotheizung im Wohnzimmer für die fehlenden Grade an Behaglichkeit.
Heizen in der Übergangszeit: Im Frühling oder Herbst, wenn nur abends für ein oder zwei Stunden Wärme benötigt wird, bleibt die Wärmepumpe aus. Eine Infrarotheizung im Wohnbereich liefert schnell und kostengünstig die gewünschte Wärme.
Zonale Wärme im Badezimmer: Eine als Spiegel oder Handtuchtrockner getarnte Infrarotheizung sorgt morgens in wenigen Minuten für eine angenehme Wärme, ohne das zentrale Heizsystem hochfahren zu müssen.
Temperierung selten genutzter Räume: Ein Gästezimmer oder ein Büro im Keller kann bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit auf eine angenehme Temperatur gebracht werden, ohne permanent durch die Wärmepumpe mitgeheizt zu werden.
Kosten, Verbrauch und Wirtschaftlichkeit im Check
Die Sorge vor hohen Stromkosten ist bei jeder Form der Elektroheizung berechtigt. Doch im intelligenten Verbund mit einer Wärmepumpe kehrt sich das Bild um. Der strategische Einsatz einer Infrarotheizung senkt die Gesamtheizkosten, da sie den ineffizienten Betrieb der Wärmepumpe in Extremsituationen verhindert. Ein Heizstab einer Wärmepumpe hat oft eine Leistung von 6.000 bis 9.000 Watt, während eine Infrarotheizung für einen Raum gezielt mit 500 bis 1.000 Watt arbeitet. Die Stromeinsparung ist also erheblich.
Die folgende Tabelle verdeutlicht den Unterschied am Beispiel eines kalten Wintertages, an dem die Wärmepumpe Unterstützung benötigt, um die Raumtemperatur zu halten:
Szenario Standard-Betrieb: Hier arbeiten Wärmepumpe und elektrischer Heizstab zusammen. Der geschätzte Verbrauch für zwei Stunden liegt bei ca. 12 bis 18 kWh. Das Ergebnis sind sehr hohe Stromkosten.
Szenario Smarte Kombination: Hier arbeiten Wärmepumpe und Infrarotheizung zusammen. Der geschätzte Verbrauch für die Infrarotheizung liegt für zwei Stunden bei nur ca. 1 bis 2 kWh. Das Ergebnis sind deutlich geringere Kosten, da der Einsatz des Heizstabs vermieden wird.
Die Wirtschaftlichkeit steigt nochmals dramatisch, wenn eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert ist. Der selbst erzeugte Solarstrom kann direkt für den Betrieb der Infrarotheizung genutzt werden. Gerade in der Übergangszeit, wenn die Sonne noch genügend Energie liefert, kann so nahezu kostenlos geheizt werden. Diese Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik und Infrarotheizung stellt eine der modernsten und effizientesten Methoden dar, ein Gebäude zukunftssicher und unabhängig von fossilen Brennstoffen zu beheizen.
Ein zukunftssicheres und flexibles Heizkonzept für Ihr Zuhause
Die Kombination aus Wärmepumpe und Infrarotheizung ist weit mehr als nur ein Kompromiss. Sie ist eine durchdachte Systemlösung, die die Stärken beider Technologien vereint und ein Höchstmaß an Effizienz, Komfort und Flexibilität ermöglicht. Während die Wärmepumpe für eine sparsame und ökologische Grundlastwärme im gesamten Haus sorgt, übernimmt die Infrarotheizung die Rolle des schnellen und präzisen Spezialisten für besondere Anforderungen. Sie fängt Lastspitzen ab, sorgt für bedarfsgerechte Wärme in einzelnen Zonen und steigert die Behaglichkeit spürbar.
Für Hausbesitzer bedeutet dies eine Win-Win-Situation: Sie senken ihre Betriebskosten, indem sie den teuren Einsatz des Not-Heizstabs vermeiden, und gewinnen gleichzeitig an Wohnqualität durch sofort verfügbare Strahlungswärme. Die Entscheidung, wann die Infrarotheizung als Ergänzung zur Wärmepumpe – wann die Kombination sinnvoll ist, ist somit ein entscheidender Schritt zu einem resilienten und intelligent gesteuerten Heizsystem. In einer Zeit steigender Energiepreise und dem Wunsch nach mehr Autarkie ist dieser hybride Ansatz eine kluge Investition in die Zukunft der eigenen vier Wände. (prm) |
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