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Nachricht vom 19.02.2026
Politik
Kandidat für die Landtagswahl 2026: Nick Baltrock (AfD)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Nick Baltrock (AfD)
Nick Baltrock (Foto: Nick Baltrock)Wahlkreis Linz am Rhein/Rengsdorf. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Nick Baltrock (AfD).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Seit 2017 bin ich nun in der AfD und hatte seitdem bei Infoständen und Veranstaltungen die Gelegenheit, mit sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen. Ihre Sorgen, Nöte und Anregungen sind ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit sowohl in der Partei, als auch meiner Fraktionsarbeit im Neuwieder Kreistag. Durch die fatale Politik der etablierten Parteien in den vergangenen Jahrzehnten ist der finanzielle und wirtschaftliche Druck für Unternehmen und Bürger immer stärker geworden. Als AfD-Politiker stehen für mich das Wohl und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, von den jüngsten bis zu den ältesten, stets an erster Stelle.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Das Erfolgsmodell der sozialen Marktwirtschaft steht für freie Entfaltung des einzelnen Menschen, für sozial verantwortungsvolle Unternehmen und für einen Staat, der Mensch und Wirtschaft arbeiten und gedeihen lässt. Wohlstand wächst dort, wo die Wirtschaft wächst, nicht wo der Staat wächst. Die Voraussetzungen dafür sind eine starke Bildung, eine stabile und günstige Energieversorgung, eine gut ausgebaute und funktionierende Infrastruktur sowie eine weitaus geringere Bürokratiebelastung. Bürokratie betreibt keine Wertschöpfung. Sie kostet Wertschöpfung.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Zu den fundamentalen Aufgaben des Staates gehört die Gesunderhaltung und medizinische Versorgung seiner Bevölkerung. Der Mensch muss stets im Mittelpunkt des Handelns stehen. Das Gesundheitswesen hat sich am Patienten, seiner unantastbaren Würde und an seinen Grundrechten auszurichten.

Die AfD wird deutlich mehr Medizinstudienplätze schaffen und Landarztstipendien anbieten, bei denen sich angehende Mediziner verpflichten, eine Praxis auf dem Land zu übernehmen beziehungsweise zu eröffnen. Die Landarzt- und Landkinderarztquoten-Regelung muss ebenfalls ausgeweitet werden.

Kommunen und Gemeinden müssen vom Land großzügig Unterstützung erhalten, um Ärzte werben und Medizinische Versorgungszentren einrichten zu können. Auch der Einsatz mobiler Praxen wird von uns befürwortet.

Die AfD fordert einen Untersuchungsausschuss zu den Maßnahmen der damaligen Landesregierung im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Durch die Aufarbeitung wird die AfD für eine Unterstützung beziehungsweise Entschädigung aller Menschen beziehungsweise deren Angehörigen und Hinterbliebenen in Rheinland-Pfalz sorgen, die durch eine sogenannte Coronaimpfung gesundheitliche Schäden erlitten haben.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Jahrzehntelang gehörte Deutschland in puncto Infrastruktur zu den weltweit führenden Nationen. Diese Zeiten sind lange vorbei und vor allem Landesstraßen gleichen mancherorts eher Schlaglochpisten als guten Fahrbahnen. Aus diesem Grund wird die AfD das Budget und die Personalausstattung des Landesbetriebs Mobilität drastisch erhöhen, damit mehr Straßen und Brücken saniert beziehungsweise ausgebaut werden können.

Die AfD wird die ungerechten Straßenausbaubeiträge in Rheinland-Pfalz abschaffen. Der Einnahmeausfall der Kommunen wird mit mindestens 90 Millionen Euro pro Jahr aus dem Landeshaushalt ausgeglichen. Dieser Ausgleich erfolgt unbürokratisch über den kommunalen Finanzausgleich. Verteilungsmaßstab ist die Länge des beitragspflichtigen Straßennetzes (vor allem Gemeindestraßen). Durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge werden die bisher betroffenen Bürger finanziell und die Kommunen von Bürokratie entlastet.

Im ländlichen Raum ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) häufig unzureichend. Entweder besteht gar keine Busanbindung oder die Taktung ist ungenügend. Die AfD will das ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum gezielt verbessern, um Arbeitnehmern und Familien mit Kindern ein verlässliches und attraktives Mobilitätsangebot bereitzustellen. Dabei wird der ÖPNV bedarfsgerecht ausgebaut; kaum genutzte oder leer fahrende Linien auf Nebenstrecken sollen durch kleinere Fahrzeuge, Rufbusse oder flexible Fahrpläne an das Nutzerverhalten angepasst werden.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die Landesregierung lässt unsere Weidetierhalter mit der Raubtierproblematik weitgehend im Stich, da teure Herdenschutzmaßnahmen unzureichend sind. Derzeit dürfen Wölfe aufgrund des vorherrschenden Schutzstatus auf EU-Ebene nur in Ausnahmefällen getötet werden. Dass dieser Schutzstatus nun abgesenkt und der Wolf ins rheinland-pfälzische Jagdrecht überführt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sind weitere Anpassungen nötig, um Wölfe rechtssicher und gezielt entnehmen zu können. Die AfD setzt sich für ein konsequentes, aktives Wolfsmanagement und damit verbunden für eine Bestandsregulierung ein, um Weidetiere zu schützen. Der jährliche Zuwachs gehört konsequent bejagt, auffällige Wölfe sind zu erlegen. Nach Verkehrsunfällen sollen verunfallte Wölfe durch die Polizei und die Jäger getötet werden dürfen. Im dicht besiedelten Deutschland und in einer artgerechten Landwirtschaft mit Weideflächen für das Nutzvieh hat der Wolf allenfalls in den Gebieten einen Platz, in denen keine Interessenskonflikte zu erwarten sind. Eine Bestandsregulierung verspricht hier nur Vorteile: für die Landwirtschaft, den Tierschutz und die Bürger.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Als AfD wollen wir Forschung und Innovation in Rheinland-Pfalz fördern und stärken. Dies möchten wir durch steuerliche Investitionen anstoßen, damit Unternehmen und Gründer in Rheinland-Pfalz investieren. Denn dies sichert nicht nur vorhandene Arbeitsplätze, sondern schafft neue in der Zukunft. Erreichen wollen wir dies durch eine Ausweitung von Förderungen für Gründerstipendien und eine bessere Ausstattung der Risikokapitalfonds (zum Beispiel für Start-Ups). Die Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) soll durch ein höheres Budget zum KI-Zentrum Deutschlands aufgebaut werden. Mit dieser Förderung und Etablierung der KI als Schlüsselindustrie will die AfD einen Wachstumsanstieg bewirken, wie es in Kalifornien, Texas und Teilen Asiens gelungen ist.

Die Bürokratiebelastung ist ein massiver Wettbewerbsnachteil des Standortes Deutschland und damit von Rheinland-Pfalz. Die AfD steht für konsequenten Bürokratieabbau, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch die Schaffung eines unabhängigen Normenkontrollrates, sollen sämtliche bestehende und neue Gesetze überprüft werden. Für jedes neue Gesetz sollen zwei alte gestrichen werden. Vor allem KMU-Gesetze sollen einem Praxis-Check unterzogen werden. Die Umsetzung von EU- und Bundesrecht soll auf die Mindestvorgaben beschränkt werden, um den Mittelstand zu fördern.

Als Kernforderungen wird die AfD die digitale- und die Verkehrsinfrastruktur ausbauen, Steuern und Abgaben senken und für günstige Strompreise durch den Wiedereinstieg in die Kernenergie sorgen. Dadurch stärken wir den ländlichen Raum und unsere Unternehmen, damit sie wettbewerbsfähig bleiben und Arbeitsplätze schaffen können.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Die AfD wird das Landesklimaschutzgesetz abschaffen. Für unsere Bürger und Wirtschaft bedeutet die Rückabwicklung weniger Bürokratie und geringere Kosten. Es ist das Ziel der AfD, die wirtschaftsfeindliche Klimapolitik zu beenden, um Industrie und Arbeitsplätze im Land zu erhalten. Insbesondere die CO₂-Abgabe muss als Kostentreiber abgeschafft werden. Die Industrie ist die Basis des deutschen Wohlstands, denn nur sie ermöglicht dem Staat und seinen Bürgern, ausreichend hohe Einnahmen zu erzielen, um sich dem Klimawandel anzupassen.

Rheinland-pfälzische Kommunen haben, wie in ganz Deutschland, im internationalen Vergleich enorme Defizite bei der Digitalisierung. Dies liegt unter anderem daran, dass Verwaltungsprozesse zu kompliziert sind und mitunter jahrzehntelang nicht angepasst wurden. Die AfD wird die Digitalisierung der kommunalen Verwaltung vorantreiben. Dazu werden wir unnötige Bürokratie abbauen und Verwaltungsprozesse so verändern, dass sie endlich digital darstellbar sind. Im Zuge dessen muss jede neue Anwendung zunächst dahingehend getestet werden, ob sie den Verwaltungsaufwand reduziert.

Qualifizierte Fachkräfte können nur hervorgebracht werden, wenn Rheinland-Pfalz wieder attraktiver für Familien wird, durch geringere Steuer- und Abgabenbelastung für Unternehmen und Bürger, durch ein besseres Bildungssystem und mehr öffentliche Sicherheit. Darüber hinaus will die AfD Rückkehranreize für qualifizierte Deutsche schaffen, die bereits ausgewandert sind, und Bleibeanreize für all jene, die ans Auswandern denken. Wie auch für ausländische Fachkräfte wird ein Unterstützungsangebot eingerichtet, um die Rückkehr in die deutsche Heimat zu erleichtern.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Ein leistungsorientiertes, mehrgliedriges Bildungswesen mit hohen Bildungsstandards soll Qualität sichern. Leistungen dürfen nicht nach unten angepasst werden und die Notenwahrheit muss wieder Einzug in die Klassenzimmer finden. Zudem wird die AfD eine standardisierte Abschlussprüfung für die Mittlere Reife (Sekundarabschluss I) einführen.

Beim Thema Digitalisierung des Unterrichts darf diese Technik nur dort eingesetzt werden, wo sie den Unterricht verbessert. Künstliche Intelligenz kann Lehrer entlasten, aber nicht ersetzen. Grundschulen bleiben frei von Tablet-Computern. Datenschutz ist Pflicht.

Darüber hinaus werde ich mich für eine Erhöhung der Lehramtsstudienplätze einsetzen. Denn nur wenn Klassen wieder kleiner und Lehrer entlastet werden, kann das Niveau steigen und Gewalt an Schulen abnehmen.

Die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist ein hohes Gut und Ziel. Doch die derzeitige Inklusionspolitik verfehlt dieses Ziel, sie wird den Kindern nicht gerecht. Inklusion um jeden Preis schadet mehr, als sie nützt. Die AfD steht für eine pragmatische und vernünftige Inklusion im Bildungsbereich, die für alle Beteiligten sinnvoll ist. Daher werden spezialisierte Förderschulen erhalten und gestärkt.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Die freiheitlich-konservative Ausrichtung der AfD, welche sich nicht nur im Grundsatzprogramm, sondern auch in der aktiven parlamentarischen Arbeit niederschlägt, hat mich überzeugt.

Worüber können Sie lachen?
Über gute Witze

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Von der Flüchtlingskrise, Corona inklusive Grundrechtseinschränkungen, Verbrenner-Aus, Energiewende, CO₂-Steuer, Verlust der inneren Sicherheit, Bildungskrise bis hin zur Altersarmut hat die Politik von CDU und SPD der vergangenen Jahrzehnte in EU, Bund und Land nachhaltigen Schaden angerichtet. Auch das Mercosur-Abkommen kann man getrost als Sargnagel unserer Landwirtschaft betrachten.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Die AfD geführte Landesregierung setzt ihre Wahlversprechen konsequent um.

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Dass Politik kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Das gilt sowohl für die parlamentarische als auch für die innerparteiliche Arbeit.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich bin ein gradliniger und empathischer Politiker, der mit einer vernunftorientierten Politik seinen Beitrag für eine sichere Zukunft leisten möchte, in der das Wohl von Land und Bürgern wieder im Mittelpunkt steht. Mein Ziel ist es, dass Rheinland-Pfalz in puncto Bildung, Wirtschaft, Energie, Infrastruktur, Lebensstandard und Daseinsvorsorge zu einem der besten Bundesländer in der Bundesrepublik Deutschland wird. Dafür werde ich mich im zukünftigen Landtag einsetzen, wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken.

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Kurzer Steckbrief

Wohnort: Ehlscheid
Geburtsdatum: 6. April 1980
Familienstand: ledig

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Elektriker, Bürokaufmann
Politischer Werdegang: Eintritt in die AfD 2017; Wahl als Beisitzer im Kreisvorstand 2017; seit der Kommunalwahl 2019 außerfraktionelles Mitglied in den Kreisausschüssen ÖPNV, Kultur, Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald und Kuratorium Monrepos; Wahl zum stellvertretenden Kreisschriftführer 2019. Wahl zum Kreisschriftführer 2021 und seit 2023 stellvertretender Kreisvorsitzender des AfD Kreisverbandes Neuwied.
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Ich war rund 20 Jahre als Vereinsfußballer sowie in einem Tanzverein aktiv.

Hobbys: Fitnessstudio, Wandern in der Natur sowie Ausflüge zu regionalen und überregionalen Sehenswürdigkeiten
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Malberg (Waldbreitbach), Aussichtsturm (Kurtscheid), Weißenfelser Ley (Neustadt (Wied))
Vorbilder: keine
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: nick.baltrock@afd-neuwied.de

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Neuwied finden Sie hier. (Red)
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