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Nachricht vom 24.01.2026
Region
Streit mit dem Vermieter: Familie mit Baby seit Tagen ohne Heizung und warmes Wasser
Eine junge Familie aus Asbach hat seit Tagen in ihrer Wohnung keine Heizung und kein warmes Wasser - und der Vermieter scheint aktuell nicht wirklich was an der Situation ändern zu wollen. Stattdessen gibt es Streit um den Zugang zu einem Abstellraum und Post vom Anwalt.
Joyce Gielen, ihr Partner Yannik und das drei Monate alte Baby. An Weihnachten war die Welt noch in Ordnung. (Foto: privat)Asbach. Joyce Gieren ist die Verzweiflung anzuhören, wenn sie von ihrer momentanen Wohnsituation berichtet. Die junge Mutter lebt mit ihrem Partner und der drei Monate alten Tochter in einer Mietwohnung in Asbach - und zwar seit Dienstagmorgen, 20. Januar, ohne Heizung und ohne warmes Wasser. "Es ist belastend. Draußen herrschen Minusgrade, die Erdgeschosswohnung ist stark ausgekühlt, eine angemessene Versorgung unseres Kindes ist unter diesen Umständen kaum möglich", fasst Joyce Gieren die aktuelle Lage ihrer Familie zusammen. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahme fühle sich weder der Vermieter noch der vom Vermieter eingeschaltete Vermittler für die Behebung des Problems zuständig, kritisiert die 26-Jährige. "Es passiert schlicht nichts."

Das Problem: Das Heizöl ist leer, der Heizungsraum nur über einen mitvermieteten Abstellraum zugänglich. Seit Mai wohnen Joyce Gieren und ihr Partner in der Wohnung. "In unserem Mietvertrag wurde damals festgelegt, dass dieser Abstellraum an uns mitvermietet wird und wir alleine den Schlüssel dafür bekommen. Der Raum grenzt an unsere Küche und führt auf unsere Terrasse. Um unsere Privatsphäre zu schützen, haben wir diesen Raum als Bestandteil unseres Mietverhältnisses in den Vertrag schreiben lassen", erklärt Joyce Gieren und betont im selben Atemzug: "Aber natürlich können andere Mieter des Hauses sowie vor allem der Vermieter Zutritt bekommen. Unsere Nachbarn haben zum Beispiel Gartengeräte dort abgestellt. Da können sie immer ran, wir möchten lediglich vorab gefragt werden, weil der Raum direkt an unsere Wohnung und Terrasse grenzt."

Zunächst sei diese Regelung für alle Beteiligten kein Problem gewesen, führt die junge Mutter weiter aus. Doch im Laufe der Wochen wollte der Vermieter - entgegen der Vereinbarung im Mietvertrag - doch einen eigenen Schlüssel für den Abstellraum haben. "Das ging aber auch gar nicht, weil es sich um ein Sicherheitsschloss handelt und es aktuell nur einen Schlüssel gibt", erzählt Joyce Gieren. "Die notwendigen Unterlagen für das Nachmachen des Sicherheitsschlüssels hat der Vermieter aber nicht mehr. Wir hätten unseren Schlüssel also vollständig abgeben müssen, obwohl der Raum eindeutig an uns vermietet ist." Im September eskalierte die Situation dann nach Gierens Angaben erstmals. "Der Vermieter hat die Tür zum Abstellraum eingetreten und den Zugang zu unserer Küche verbarrikadiert."

Zugang zum Heizungsraum jederzeit ermöglicht
Jetzt, mitten im Winter, kam es zum nächsten Eklat. Auf den Hinweis der Familie in dieser Woche, dass die Heizung nicht funktioniere, reagierte der Vermieter zunächst nicht. Am Donnerstag, 22. Januar, erreichte Joyce Gieren und ihr Partner dann ein Brief vom Anwalt des Vermieters, aus dem hervor ging, dass kein Heizöl aufgefüllt werde, solange der Schlüssel zum Abstellraum nicht vollständig herausgegeben werde. "Dieser Raum ist jedoch an uns vermietet und kein allgemein zugänglicher Bereich. Das ist vertraglich so geregelt, warum sollten wir den Schlüssel ‚vollständig‘ heraus geben?", empört sich die 26-Jährige und betont: "Bis zu diesem Zeitpunkt wurde kein einziges Mal ein Termin angefragt, um kurzfristig Zugang zum Heizungsraum zu ermöglichen. Wir haben den Zugang durch unseren Abstellraum nicht verweigert, sondern wurden schlicht nicht kontaktiert! Natürlich hätte der Vermieter jederzeit an die Heizungsanlage gekonnt, wenn er uns nur gefragt hätte. Das hat er aber nicht, er hat demnach auch nie den Füllstand der Heizöltanks geprüft." Eigenständig Heizöl bestellen hätten sie als Mieter auch nicht gedurft, gibt Joyce Gieren an.

Gerade wisse sie nicht, wie es weitergeht, sagt die 26-Jährige. Der Anwalt der Familie ist mit dem Anwalt des Vermieters in Kontakt, um eine Heizöllieferung schnellstmöglich zu realisieren. Aktuell leben Joyce Gieren, ihr Partner und das gemeinsame Kind mit Heizlüftern und Heizdecken, warmes Wasser kommt aus dem Wasserkocher. Besonders um ihr Baby macht sich die junge Mutter Sorgen. "Doch statt die akute Notlage zu beheben, wird uns vom Vermieter nun sogar Kindeswohlgefährdung unterstellt, obwohl wir seit Tagen dringend um Abhilfe bitten. Für uns ist diese Situation kaum noch auszuhalten." Laut Joyce Gieren seien sie nicht die einzigen Mieter, die Ärger mit dem Vermieter haben. "Unser direkter Vormieter ist vor Gericht gezogen, auch eine andere Partei aus dem Haus hatte bereits Probleme mit unserem Vermieter. Hier kann man also nicht von einem Einzelfall sprechen." Dauerhaft wollen Joyce Gieren und ihr Partner keineswegs in der Wohnung bleiben. "Aber etwas Neues zu finden mit Baby und zwei Katzen ist auch nicht so leicht. Wenn jemand also eine passende Wohnung für uns hat, wären wir mehr als dankbar."
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