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| Pressemitteilung vom 19.01.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Sparkassenpräsident kritisiert Reformstau in Rheinland-Pfalz |
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| Der Präsident des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Hirsch, äußert deutliche Kritik an der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und den fehlenden Reformen in Deutschland. Trotz Wirtschaftskrise mangele es am nötigen Leidensdruck für Veränderungen. |
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Mainz. Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise geht es vielen Deutschen nach wie vor recht gut, was laut Thomas Hirsch, Präsident des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz, notwendige Reformen behindert. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz erklärt er: "Dem Einzelnen ist zum Teil gar nicht bewusst, was wir für eine dramatische Situation haben. Wir haben einen schleichenden Verfall unserer Volkswirtschaft und schaffen es nicht, die Probleme bei den Hörnern zu packen." Der Leidensdruck sei noch nicht hoch genug, um Veränderungen anzustoßen, so Hirsch, der früher Oberbürgermeister von Landau war. Er betont: "Ich bin der Letzte, der Leidensdruck herbeireden will, aber er ist nun mal das, was bewusstseinsbildend ist am Ende für jeden." Seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik hätten ihm gezeigt, dass Menschen erst reagieren, wenn sie direkte Auswirkungen spüren, etwa durch steigende Müllgebühren oder geschlossene Turnhallen, in die es hineinregne.
Stärke, die zum Nachteil wird
In Deutschland gehe es immer irgendwie weiter, sagt Hirsch, doch diese Stärke könne auch ein Nachteil sein, weil sie die Dramatik der Situation verdecke. Notwendig sei ein Abbau von Bürokratie und Regularien, insbesondere in Rheinland-Pfalz. Es könne insbesondere nicht sein, dass Investoren ein Jahr auf eine Förderzusage für sozialen Wohnungsbau warten müssten. Hirsch wolle den Sachbearbeitern keinen Vorwurf machen, doch die Kleinteiligkeit der Vorschriften passe nicht mehr in die heutige Zeit.
Kritik an Regularien für die Bankenwirtschaft
Hirsch kritisiert zudem die Vielzahl an EU-Regularien, die kleinere Institute wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken belasten. Diese Regularien führten dazu, dass dringend benötigte Investoren im Wohnungsmarkt keine Finanzierungszusagen erhielten, da Banken risikobehaftete Kredite gesondert ausweisen müssten - und das in Zeiten eines eklatanten Wohnungsmangels.
(dpa/bearbeitet durch Red) |
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| Pressemitteilung vom 19.01.2026 |
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