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Pressemitteilung vom 18.01.2026
Rheinland-Pfalz
Früher Pollenflug in Rheinland-Pfalz: Haselpollen belasten Allergiker
In Rheinland-Pfalz beginnt der Haselpollenflug ungewöhnlich früh und intensiv. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einem mittelstarken Pollenflug, der Allergikern bereits im Januar zu schaffen macht.
Haselpollen. (Foto: Patrick Pleul/dpa)Rheinland-Pfalz. Ungewöhnlich früh hat der Flug von Haselpollen im Westen Deutschlands begonnen. Besonders stark betroffen sind Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD beschreibt die Situation als außergewöhnlich: "Das ist außergewöhnlich früh." Bereits am 10. Dezember 2025 wurde der erste blühende Haselstrauch gesichtet, und zum Jahreswechsel standen in einigen Gebieten fast die Hälfte der Haselsträucher in Blüte.

Der Klimawandel verschiebt den Beginn der Pollensaison seit Jahren weiter nach vorn, was bedeutet, dass Pollenallergiker schon im Januar mit Symptomen wie tränenden Augen und laufender Nase zu kämpfen haben. Im Durchschnitt hat sich der Start der Heuschnupfen-Saison um 16 Tage nach vorn verlagert. Die Entwicklung der Pflanzen wird durch mildere Winter beschleunigt, während Studien darauf hinweisen, dass Kohlendioxid die Pollenkonzentration fördert. Kurzfristige Wetterphänomene wie Regen beeinflussen jedoch den Pollenflug erheblich.

Rund 14 Prozent der Bevölkerung leiden unter Heuschnupfen
Pollen gelten als Hauptauslöser allergischer Atemwegserkrankungen. Laut Professor Karl-Christian Bergmann von der Berliner Charité leiden etwa 14 Prozent der Bevölkerung unter Heuschnupfen, wobei diese Zahl in den letzten 20 Jahren stabil geblieben ist. Trotz empfindlicherer Reaktionen gibt es keine messbare Zunahme bei den Allergikern.

Bergmann rät zur Vorsicht bei abschwellenden Nasensprays, da deren übermäßiger Gebrauch die Nasenschleimhaut schädigen kann. Er empfiehlt Betroffenen, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um das Risiko einer Asthmaentwicklung zu minimieren. Zudem gibt er Eltern den Tipp, Haustiere anzuschaffen, um das Allergierisiko ihrer Kinder zu senken: "Manche Eltern denken, die müssten alles vermeiden und ihre Kinder von allen Bakterien fernhalten - aber das ist einfach nicht richtig."
(dpa/bearbeitet durch Red)
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