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Nachricht vom 13.01.2026
Wirtschaft
Ordnung im Chaos: Ein systematischer Ansatz für methodische Klarheit
Projektmanagement ist heutzutage das beherrschende Thema in Ausbildung und Beruf. Angesichts einer überbordenden Anzahl von Methoden sieht sich so mancher mit der Auswahl überfordert. Strukturierte Hilfestellung geben hier die beiden erfahrenen Dozenten Bernhard Schloß und Christian Botta, die die Methodenvielfalt gesichtet und geordnet haben.
Buchtitel. Foto: Wolfgang TischlerDierdorf. Projektmanagement ist längst kein starres Regelwerk mehr, sondern erfordert situative Entscheidungen zwischen klassischen, agilen und hybriden Ansätzen. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Buch „Das Methodensystem für Projekte“ der Frage, wie Projektverantwortliche aus einer Vielzahl von Methoden die jeweils passende auswählen können.

Im Zentrum des Buches steht ein systematischer Ordnungsrahmen, mit dem Projekte anhand zentraler Merkmale wie Zielklarheit, Komplexität, Dynamik und Umfeldbedingungen analysiert werden können. Auf dieser Basis schlagen die Autoren passende Vorgehensweisen und Methoden vor. Dabei verfolgen sie keinen normativen Ansatz, sondern verstehen Projektmanagement als situative Führungsaufgabe.

Statt einzelne Methoden isoliert darzustellen, ordnen Schloss und Botta diese in ein übergeordnetes Methodensystem ein. Die konkreten Werkzeuge sind dabei in der sogenannten Table of PM Elements verortet, die als strukturierende Übersicht dient. Klassische Projektmanagement-Modelle, agile Frameworks sowie hybride Formen werden gleichwertig behandelt und in Beziehung zueinander gesetzt. Der Fokus liegt weniger auf der detaillierten Beschreibung einzelner Werkzeuge als vielmehr auf deren sinnvoller Auswahl und Kombination im jeweiligen Projektkontext.

Durch diese systematische Einordnung eignet sich das Buch sowohl als Orientierungshilfe für die methodische Auswahl als auch als Referenz für Projektverantwortliche, die bestehende Vorgehensweisen reflektieren und anpassen möchten.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Projektleiterinnen und Projektleiter, Führungskräfte sowie Organisationsentwickler, die in einem zunehmend komplexen Projektumfeld arbeiten. Besonders hilfreich ist der Ansatz für Leserinnen und Leser, die sich nicht auf ein einzelnes Vorgehensmodell festlegen wollen oder können, sondern regelmäßig zwischen unterschiedlichen Projektarten wechseln.

Der größte Mehrwert des Buches liegt in seiner strukturierenden Funktion. Anstatt neue Methoden einzuführen, unterstützt es dabei, bestehendes Methodenwissen gezielt einzuordnen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Dadurch fördert das Werk ein reflektiertes Projektmanagement, das weniger auf dogmatischen Vorgaben als auf Kontextverständnis basiert.

Auch für Ausbildung und Studium bietet das Methodensystem einen klaren Orientierungsrahmen. Es erleichtert den Vergleich unterschiedlicher Ansätze und schafft ein gemeinsames Begriffsverständnis, ohne sich auf einen bestimmten Standard festzulegen. Damit positioniert sich das Buch als vermittelnde Instanz zwischen Theorie und Praxis.

Die konsequent systemische Perspektive des Buches ist zugleich seine größte Stärke und eine mögliche Einschränkung. Leserinnen und Leser, die konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder sofort einsetzbare Methodenbeschreibungen erwarten, werden diese nur eingeschränkt finden. Die Autoren setzen bewusst voraus, dass grundlegende Kenntnisse im Projektmanagement vorhanden sind oder parallel aufgebaut werden.

Zudem bleibt die praktische Anwendung des Methodensystems weitgehend auf abstrakter Ebene. Konkrete Fallbeispiele werden eher zur Illustration als zur detaillierten Anleitung genutzt. Für den Einsatz im Projektalltag ist daher eine eigenständige Übertragung auf die jeweilige Projektsituation erforderlich.

Diese Zurückhaltung ist jedoch Teil des Konzepts: Das Buch versteht sich weniger als Handbuch für operative Umsetzung, sondern als Denk- und Entscheidungsrahmen. In dieser Rolle überzeugt es durch Klarheit, Konsistenz und fachliche Tiefe.

Das Buch ist, auch als E-Book im Carl Hanser Fachverlag erschienen, ISBN 978-3-446-48367-5 als Print-Ausgabe. htv
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