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Auf der Viehwaage werden heute die Gäste gewogen
Hümmerich hat in Eigenleistung en schönes Museum aufgebaut

Hümmerich. Im Westerwald Ort Hümmerich schrieb man das Jahr 1923, als im Ort das Spritzenhaus errichtet wurde. Praktischer Weise wurde dort auch eine Viehwaage untergebracht. Bis 1.000 Kilogramm schwere Bullen konnten die Waage betreten, um das genaue Gewicht zu bestimmen.
Auch vor dem alten Spritzenhaus befinden sich Gerätschaften, die Rudi Lück mit seiner Gattin pflegt und betreut. Fotos: Wolfgang TischlerIn den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gründete sich in Hümmerich eine Waschgemeinschaft und ein Raum des Spritzenhauses erfuhr eine weitere Nutzung. Nach zehn Jahren war der Wirtschaftsaufschwung so weit fortgeschritten, dass sich jeder eine Waschmaschine leisten konnte und das gemeinsame Waschen nicht mehr erforderlich war.

1962 bekam das Schützenhaus einen Glockenturm aufgesetzt. In diesem Turm wurde die Schulglocke des alten Schulhauses untergebracht. Die Glocke versieht noch heute ihren Dienst. Pünktlich um 18.00 Uhr läutet sie den Feierabend in Hümmerich ein.

In den 90er Jahren hatte auch die Viehwaage ausgedient und das Gebäude schien nutzlos zu sein. Nicht in den Augen einiger Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Sie hatten die gute Idee das traditionsreiche Gebäude weiterhin zu nutzen und es in ein Waagenmuseum umzufunktionieren.

Zunächst beschränkte sich das kleine Museum auf den Raum mit der Viehwaage. Dort zeigte die Gemeinde allerlei Zubehör rund um die Waage und verschiedene kleinere, transportable Waagen.

Die Sammelleidenschaft der Mitglieder des Waagenmuseums sprach sich herum und so wurden es immer mehr Ausstellungsstücke. Es kamen Gerätschaften aus dem Haushalt, dem Obst- und Gartenbau, dem Handwerk, der Landwirtschaft und des Bergbaus dazu.

Die letzten alten Schätzchen kamen erst in diesem Jahr aus Oberhonnefeld an. Die Familie Jung stifte alte Geräte aus der früher betriebenen Hausschlachterei, einen Fleischwolf, eine Knochensäge und eine Wurstmaschine.

Wenn Rudi Lück mit seiner Frau schon einmal eine Reisegruppe durch das kleine, feine Museum führt, dann gibt es auf Wunsch eine besondere Gaudi. Die Gruppe wird auf die Viehwaage gestellt, verwogen und das Ergebnis können die Gäste als Urkunde mit nach Hause nehmen. Wolfgang Tischler
   
Nachricht vom 21.07.2011 www.nr-kurier.de