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Pressemitteilung vom 13.06.2022
Region
Impflotsen nehmen ukrainische Flüchtlinge in den Fokus
Direkt ansprechen, praktisch helfen, Zweifel mit guten Argumenten ausräumen: Das war und ist die Devise der Impflotsen. Mit dem im Landkreis sehr früh und modellhaft auf den Weg gebrachten Projekt sind zahlreiche, sogenannte impfferne Gruppen erreicht worden. Ein großer Erfolg, der fortgesetzt wird - mit neuem Schwerpunkt.
Seit Anfang des Jahres sind in Stadt und Kreis Neuwied Impflotsen unterwegs und sprechen Menschen gezielt an. Jetzt nehmen sie ukrainische Flüchtlinge in den Fokus und werden dafür von Dolmetschern begleitet.  (Foto: KV Neuwied)
Kreis Neuwied. Kreis und Stadt Neuwied nehmen bei der Impflotsenarbeit nun besonders die ukrainischen Flüchtlinge in den Fokus. Dabei wird nicht alleine für die Corona-Impfung geworben, sondern auch auf alle von der Stiko empfohlenen Impfungen hingewiesen. Bei Bedarf klären die Lotsen aber nicht nur theoretisch auf, sondern helfen ganz praktisch - bis hin zur Vereinbarung von konkreten Terminen.

Damit das gelingen kann, sind ukrainisch sprechende Ehrenamtliche sowie eine aus der Ukraine stammende Mitarbeiterin der Neuwieder Hilfsorganisation „Eirene“ als Dolmetscher gewonnen worden. „Sie gehen gemeinsam mit den bereits etablierten Lotsen auf die geflüchteten Menschen zu und sprechen sie an“, berichtet Kreis-Koordinatorin Rita Hoffmann-Roth. Die Menschen sollen sowohl in den Gemeinschaftsunterkünften, in Sprachkursen wie auch bei speziellen Angeboten für Geflüchtete erreicht werden.

„Im Vordergrund steht der größtmögliche Schutz vor Infektionserkrankungen für die Flüchtlinge“, sagt Landrat Achim Hallerbach. Es sei mittlerweile weithin bekannt, dass die Impfquoten aus verschiedenen Gründen in den osteuropäischen Ländern, und so auch in der Ukraine, vergleichsweise niedrig sind. „Da viele dieser Menschen zu uns gekommen sind, wollen wir nicht einfach zusehen und hoffen, dass nichts passiert, sondern aktiv auf sie zugehen und sie aufklären“, hält er fest.

Von der Impfung überzeugen
Das bedeute aber nicht, dass die Anstrengungen, alle anderen Menschen von den Impfungen zu überzeugen, nachlassen. „Derzeit sinken die Coronazahlen. Aber der Herbst kommt. Impfungen sind eine sehr wirksame Maßnahme, um sich selbst, aber auch die Menschen im Umfeld vor schwerwiegende Erkrankungen zu schützen. Wir wollen kein weiteres Déjà-vu erleben“, betont der Landrat. Der Kreis Neuwied habe dieses Thema daher keinesfalls beiseitegelegt, sondern arbeite weiter daran, einen möglichst breiten Schutz der Bevölkerung zu erreichen und für (Auffrischungs-)Impfungen die Infrastruktur vorzuhalten.

Das Impflotsenprojekt in Stadt und Kreis Neuwied wird finanziell unterstützt von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG).

(Pressemitteilung der Kreisverwaltung Neuwied)
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