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Neues aus dem Wald - Verzögerung beim Laubaustrieb
In den letzten Jahren häufen sich die Witterungsextreme. Nach mehreren trockenen und überdurchschnittlich warmen Jahren in Folge, haben wir es in diesem Jahr mit einem überdurchschnittlich kalten April und Mai zu tun.
Der Wald ergrünt von unten nach oben. Fotos: Frank KrauseAnhausen. In den vergangenen Jahren gab es im April bereits etliche warme Tage. Dies führte dazu, dass in einem Zeitraum von nur wenigen Tagen alle Bäume und Sträucher ihre Blätter ausbildeten. Die Natur explodierte förmlich.

In diesem Jahr hingegen gab es bisher nur wenige warme Tage. Dies führte zwar zur Blütenbildung bei den Kirschbäumen, aber der Laubaustrieb setzt nur sehr allmählich ein, so langsam wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Dieses Phänomen kann man vor allem im Wald sehr gut beobachten. Die Pionier-Baumarten (so nennt man die Erst-Besiedler von Kahlflächen) wie Birke, Weide und Pappel haben bereits ihre Blätter ausgebildet. Sie breiten sich mit dieser Strategie schnell auf Flächen aus.

Wärmeliebende Baumarten hingegen wie Eichen, Eschen, Nussbäume oder Robinien sind noch völlig kahl. Sie treiben häufig erst nach den Spätfrösten aus und verhindern damit ein Erfrieren der Blätter.

Bei den Buchen und Ahornen zeigt sich ein gemischtes Bild. In sonnigen, wärmeren (Süd)-Lagen haben schon viele Bäume ihr frisches, zartes Grün ausgebildet, in schattigen und höheren (Nord-)Lagen beginnt der Blattaustrieb gerade erst. Auch treiben zunächst die Bäume der beschatteten Verjüngung und die unteren Zweige von Altbäumen aus, dann schreitet das Ergrünen von unten nach oben in die Kronenspitze fort.

Um nach der winterlichen Ruhephase wieder ins neue Jahr zu starten, benötigen die Bäume eine gewisse Tageslänge und eine gewisse Lufttemperatur. Zudem muss eine gewisse Wassermenge im Boden verfügbar sein.
Frank Krausse
 
Nachricht vom 02.05.2021 www.nr-kurier.de