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Nachricht vom 21.01.2021    

Massenware war gestern – Kunden lieben Maßanfertigungen

Trendforschern zufolge gibt es immer mehr Angebote mit individualisierbaren Artikeln. Das fängt beim Müsliriegel an, geht über Kleidung bis hin zu individualisierter Tapete. Dank Onlinehandel und moderner Technologien ist der Trend zum Individualismus heute bezahlbar. Immer mehr Menschen in Deutschland wünschen sich Alltagsgegenstände, die sich von der Masse, vom Bekanntenkreis abheben. Alltagsgegenstände entsprechen mehr und mehr den persönlichen Vorstellungen der Nutzer. Mit Folien werden schwedische Massenmöbel zu Designobjekten. Schuhe lassen sich am Computer in der Lieblingsfarbe entwerfen. Der individuelle Druck auf T-Shirts, Tassen oder Ähnlichem ist längst nicht mehr ungewöhnlich. Für den Konsumenten von morgen wird der Kauf individualisierter Produkte zur Normalität werden. Onlineshopping insgesamt ist dann nichts Ungewöhnliches mehr.

Menschen sind Individuen. Sie wollen sich aus der Masse abheben. Diese Tatsache und die technischen Entwicklungen haben das Käuferverhalten nachhaltig verändert. Pixabay © ronile (CC0 Public Domain)

Maßanfertigung für jedermann
Bisher war es so, dass maßgeschneiderte Anzüge, Schuhe, Dessous oder Oberhemden den gut Verdienenden vorbehalten war. Doch die Zahl der Maßanfertiger steigt, nicht nur bei Textilien oder Möbeln. Bei Kleidung geht der Trend dahin, dass Kunden online maßgefertigte Kleidung bestellen. Dabei können sie unzählige Details, angefangen beim Schnitt, dem Stoff oder den Knöpfen, selbst bestimmen. Für die Möbel einer schwedischen Möbelkette gibt es vorgefertigte Folien, die den Möbelstücken einen individuellen Look verleihen. Zwar gibt es dann über den Globus verteilt immer noch einige tausend Menschen mit dem gleichen Möbelstück, dennoch unterscheidet sich das eigene Möbel dann mit hoher Wahrscheinlichkeit vom gleichen Möbelstück des anderen.

Einheitsbrei ist langweilig
Für junge Käufer ist ein individualisierter Gebrauchsgegenstand ein Mittel, um sich abzusetzen und Persönlichkeit zu zeigen. Doch nicht nur für diese Zielgruppe ist das interessant. Die Zahl der individualisierbaren Angebote steigt, die Kaufgewohnheiten verändern sich. Bei Deine Maßanfertigung gibt es Tischdecken, Vorhänge, Gardinen und Bilderrahmen genau nach Maß. Der Vorteil besteht nicht nur darin, dass die Gegenstände individuell sind. Sie passen auch perfekt ans Fenster, auf den Tisch oder zur Einrichtung.

Der Massenmarkt der letzten Jahrzehnte hat Homogenität erzeugt. Sie galt lange Zeit als normal. Einkaufsstraßen gleichen sich, überall gibt es die gleichen Läden. Die Menschen packen die gleichen Dinge in ihre Einkaufstaschen. Für Unternehmen hatte das Vorteile. Sie sparten Zeit und Kosten im Bereich Lieferkette und Vorratshaltung.

Die neue „Mass Customization“ hat für die Unternehmen mehr Differenzierungsmöglichkeiten. Sie erreichen damit einen Imagegewinn, die Kunden sind loyaler und sie bekommen direkt Rückmeldungen für innovative Produkte. Die Konsumenten heute sind bereit, dafür mehr Geld auszugeben. „Geiz ist geil“ ist schon länger nicht mehr in.

Die Autobranche hat es vorgemacht
Vorreiter bei der Massen-Individualisierung ist die Autobranche. Wer sich ein neues Auto kauft, kann das Basismodell nehmen oder aus einer ganzen Palette an Sonderausstattungen sein ganz persönliches Lieblingsauto zusammenstellen. Kaum ein Auto ist wie das andere. Bei Schuhen war das früher anders. Sie kamen aus dem Sportfachgeschäft, Kunden wählten aus den vorhandenen Modellen aus. Heute gibt es auch in dieser Sparte Individualisierungsmöglichkeiten. Kunden können online bei den Sportartikelanbietern Material und Sohle auswählen. Sie können ihre grün-orangenen Sportschuhe mit gelben Schnürsenkeln versehen lassen, ganz wie es ihnen gefällt. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass es bei einem Marathon ein zweites Paar dieser Schuhe gibt.

Moderne Technik verändert die Möglichkeiten
Kunden wollen eigentlich keine individualisierten Produkte. Sie haben eine bestimmte Vorstellung, die sie wollen. Kleidungsstücke sind dabei der große Renner, beispielsweise T-Shirts oder maßgeschneiderte Hemden, aber auch Fotoprodukte. Kunden können sich ihre persönliche Müslimischung zusammenstallen oder ihre eigene Tapete kreieren. Mithilfe des Internets ist es heute möglich, dass es kaum noch Bereiche gibt, in denen das nicht möglich ist. Dabei muss niemand besonders technik-affin sein oder tiefgreifende Computerkenntnisse haben. Die Programme der Anbieter, die sogenannten Konfiguratoren, sind sehr einfach zu bedienen.

Beflügelt wird der Trend vom immer weiter verbreiteten Wunsch, anders zu sein. In Restaurants gibt es immer häufiger regionale Spezialität oder längst vergessene, klassische Gerichte und nicht mehr die überall erhältlichen Massenprodukte. Kunden fragen wieder Filterkaffee nach und nicht mehr den einst so trendigen Latte Macchiato. Sie ziehen echten Pfälzer Kartoffelsalat dem Sushi vor.

Textilbranche – Comeback der Maßanfertigung
Auch in der Textilbranche ist dieser Trend immer deutlicher zu spüren. Weg von Massenware hat hier zur Folge, dass die Produktion in Europa wieder aufleben könnte, weil es moderne digitale Fertigungsmethoden gibt. Zudem verändern sich auch im Bereich Kleidung die Kundenbedürfnisse. Kunden wünschen sich auch hier eine individuelle Anfertigung. Hier gibt es nicht nur Vorteile für die Kunden. Auch die Bilanzen der Hersteller profitieren und letztlich auch die Umwelt. Wenn die Produktion nicht mehr in weit entfernten Ländern stattfindet, sinkt die Umweltbelastung erheblich. Zudem tragen die modernen digitalen Fertigungsmethoden dazu bei, dass sich die Produktionszyklen rasant beschleunigen.

Bodyscanner nehmen exakt Maß
Die Individualisierung steht noch am Anfang und wird ein großes Zukunftsthema. Die kundenspezifische Anpassung, also das Customizing, ist ein Megatrend. Der immer stärker werdende Onlinehandel drängt den Einzelhandel derzeit immer mehr zurück. Mit moderner Technik kann der Textil-Einzelhandel ebenfalls maßgefertigte Kleidung bieten. Moderne Bodyscanner können Maß nehmen und die Daten direkt an die Kleiderfabrik schicken. Dort werden Hose, Bluse, Kleid oder Jacke in kürzester Zeit hergestellt. Das könnte der Textilindustrie in Europa Auftrieb verleihen. Denn die Lieferzeiten sind kurz. Steht die Textilfabrik in Indien oder Pakistan, dauert die Auslieferung viel länger. (prm)



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