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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 19.11.2020    

MPU nach Führerscheinentzug: Was müssen Betroffene beachten?

Der Entzug des Führerscheins ist an sich schon eine sehr unangenehme Angelegenheit für viele Betroffene. Belastend kommt für die meisten hinzu, dass sie für die Wiedererlangung ihres Führerscheins eine medizinisch-psychologische Untersuchung, besser bekannt unter der Abkürzung „MPU“ oder salopper formuliert auch als „Idiotentest“, über sich ergehen lassen müssen. Was dabei genau auf sie zukommt, wissen jedoch nur die Wenigsten.

Fotoquelle: pixabay.com

Was ist eine MPU?
Bei einer MPU wird die Fahreignung von Autofahrern getestet. In erster Linie wird dabei festgestellt, ob von dem Betroffenen eine Gefährdung für sich und andere im Straßenverkehr ausgeht.

Diese Untersuchung kann aus unterschiedlichen Gründen angeordnet werden. Am häufigsten erfolgt die Anordnung aufgrund von Alkohol am Steuer. Wer mehrfach alkoholisiert oder mit einem Blutwert von 1,6 Promille erwischt wurde, wird zum Test vorgeladen. Weitere Gründe für die MPU können Drogenkonsum und Medikamentenmissbrauch sein. Dabei muss man gar nicht zwangsläufig am Steuer des Autos gewesen sein. Auch wer den Straßenverkehr als Fußgänger unter Drogeneinfluss gefährdet, kann zur MPU vorgeladen werden.

Auch wenn viele glauben, sie werden nicht erwischt: Die Polizei führt regelmäßige Kontrollen durch und das Netz ist mittlerweile sehr engmaschig. Selbst wenn es ein- oder zweimal gutgehen sollte, ist das kein Persilschein für die Ewigkeit. Vor allem, da durch eine rücksichtslose Fahrweise und durch Fahren im beeinträchtigen Zustand die Gesundheit und das Leben völlig unschuldiger Menschen auf dem Spiel steht. Wer will sich nach einem Unfall ein Leben lang vorwerfen müssen, für den Tod eines anderen Menschen verantwortlich zu sein?

Wer kann im Falle des Falles helfen?
Der Verlust des Führerscheins geht oft mit einer großen nervlichen Belastung einher. In dieser Stress-Situation dann auch noch eine medizinisch-psychologische Untersuchung über sich ergehen zu lassen, führt bei vielen Menschen zu einer Überforderung.

Doch grundsätzlich ist in solchen Situationen niemand gezwungen, allein damit fertigzuwerden. Für den seelischen Beistand sollten in diesem Fall Freunde und Verwandte sorgen, die einen mit allen Schwächen akzeptieren und nicht noch zusätzlich Vorwürfe machen. Für die Absolvierung der MPU gibt es hingegen die Möglichkeit, sich an Experten wie beispielsweise VH Seminars zu wenden, die damit große Erfahrung haben.

Das Ziel dabei ist es, eine positive Beurteilung der Fahreignung zu erlangen und somit Betroffene so schnell wie möglich wieder zurück auf die Straße zu bringen. Die möglichen Maßnahmen können dabei in einem kostenlosen Erstgespräch individuell auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten werden und reichen vom Gruppenkurs bis zur gezielten Prüfungsvorbereitung.

Wie genau läuft eine MPU ab?
Die eigentliche Befragung dauert in der Regel nur etwa zwei bis drei Stunden. Der gesamte Prozess kann sich jedoch über mehrere Monate ziehen, wenn ein Abstinenznachweis erbracht werden muss.

Im ersten Schritt wird anhand eines Computertests die Reaktionsfähigkeit überprüft. Dabei sind verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Wichtig ist hier, nicht nervös zu werden und nicht zu versuchen, die gestellten Aufgaben besonders schnell zu absolvieren.

Im zweiten Schritt kommt der Psychologe zum Einsatz, um ein entsprechendes verkehrspsychologisches Gutachten zu erstellen. Den Input dafür holt er sich in einem mündlichen Gespräch durch entsprechende Fragen zum Fahrverhalten allgemein und dem Konsum von Alkohol und Drogen. Ein paar typische Fragen in diesem Zusammenhang lauten:

• Wie ist das Delikt entstanden?
• Welche Konsequenz haben Sie aus diesem Delikt gezogen?
• Was waren die persönlichen Gründe für das Delikt?
• Warum haben Sie Alkohol oder Drogen zu sich genommen?
• Was hat sich seither bei Ihnen verändert?
• Haben Sie Hilfe in Anspruch genommen?
• Wie wollen Sie zukünftig solche Delikte vermeiden?
• Was könnte bei Ihnen zu einem Rückfall führen?

Der dritte Schritt wird bereits im Vorfeld durchgeführt. Dabei wird bei einer medizinischen Untersuchung durch einen befugten Arzt festgestellt, in welchem allgemeinen körperlichen Zustand sich der Betroffene befindet und ob aktuell eine Abstinenz gegeben ist. Die Ergebnisse werden in einem medizinischen Gutachten festgehalten.

Die einzige Möglichkeit, dieses Prozedere legal zu umgehen ist mit einer Wartezeit von zehn Jahren verbunden. Denn nach diesem Zeitraum verjährt die MPU. Trotzdem sollte im Mittelpunkt stehen, das eigene Verhalten im Straßenverkehr gründlich zu überdenken. (prm)



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