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Nachricht vom 15.09.2020    

Kann eine gesunde Darmflora Depressionen lindern?

Der Darm ist wohl eines der am meisten unterschätzten Organe. In der Vorstellung vieler Menschen handelt es sich dabei lediglich um eine Art essensverdauenden Schlauch, der ansonsten keine weiteren Funktionen besitzt. Die Wenigsten wissen hingegen, wie viele körperliche und seelische Prozesse durch die Darmflora beeinflusst werden. Auch die Mikrobiomforschung steht in vielen Dingen noch vor Rätseln. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass eine enge Verbindung zwischen Darmgesundheit und psychischen Problemen besteht.

Photo by silviarita on Pixabay

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. So suchen junge Erwachsene aufgrund von Stimmungstiefs zunehmend ärztliche Hilfe. Bei einer Depression handelt es sich um eine schwerwiegende Krankheit, die unbedingt fachärztlich bzw. psychotherapeutisch behandelt werden sollte. Die Betroffenen leiden unter gedrückter Stimmung, Hoffnungs- und Freudlosigkeit. Häufig kommt eine lähmende Antriebslosigkeit und Müdigkeit hinzu. Die Bewältigung alltäglicher Aufgaben gestaltet sich zunehmend schwerer, was häufig zu sozialer Isolation führt. Außerdem leiden Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, oft unter einem niedrigen Selbstwertgefühl und Selbstvorwürfen, teilweise Suizidgedanken. Je nach Schweregrad wird die Krankheit durch Psychotherapie und den Einsatz von Antidepressiva behandelt.

Die Psyche ist unglaublich komplex und selbst für ausgebildete Experten nicht immer sofort zu entschlüsseln. Oft wirkt eine Vielzahl an Prozessen zusammen: Die persönlichen Lebenserfahrungen, hormonelle Schwankungen, das Immunsystem, aber eben auch die Zusammensetzung der Darmbakterien. Untersuchungen ergaben, dass an Depressionen Erkrankten oft zwei Bakterienstämme im Darm fehlen. Das sind die Gattungen Coprococcus und Dialister. Obwohl ein kausaler Zusammenhang noch nicht abschließend geklärt ist, wird diskutiert, ob Depressionen durch die Zugabe jener Bakterienstämme gemildert werden können. Erwiesen ist zumindest, dass Darmbakterien sich auch auf die Nervenzellen und deren Funktion auswirken. Als Bausteine für Botenstoffe wie Serotonin, GABA und Dopamin spielen sie eine wichtige Rolle bei der reibungslosen Funktion des Gehirnstoffwechsels. Einen Darm, der aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann man häufig an typischen Verdauungsbeschwerden erkennen: Krämpfe, Blähungen oder Durchfall. Ein Stuhltest bei Biomes liefert Aufschluss darüber, welche konkrete Zusammensetzung von Darmbakterien vorliegt. So ist bei Darmproblemen möglich, direkt herauszufinden, welche Schritte eingeleitet werden können, um den Verdauungstrakt zu stärken.

Auch Menschen, die nicht unter Depressionen leiden, tut es gut, sich um ihre Darmgesundheit zu kümmern. Dabei spielt ausreichend Entspannung eine Rolle: Ein Organismus, der ständig im Stresszustand ist, hat keine Kapazitäten für eine funktionierende Verdauung. Regelmäßige körperliche Betätigung sorgt außerdem dafür, dass auch der Nahrungsbrei im Darm in Bewegung bleibt. Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt Verstopfung vor und fördert die Vermehrung hilfreicher Darmbakterien. Auch die Art der einzelnen Atembewegungen spielt bei der Vorbeugung von Verdauungsbeschwerden eine Rolle. Atmet man flach und vor allem in den Brustkorb, werden die Bauchorgane wenig einbezogen. Eine tiefe Bauchatmung, die vom Zwerchfell geführt wird, sorgt hingegen dafür, dass bei jedem Atemzug auch der Magen-Darm-Trakt massiert wird. (prm)



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