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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 09.10.2019    

Ratenkauf: Die Beliebtheit steigt

Das öffentliche Ansehen von Ratenkäufen ist nicht das Beste. Dennoch liegt der Ratenkauf momentan absolut im Trend, und zwar nicht nur aus Kundensicht, sondern auch auf der Händlerseite. Er lässt in Onlineshops und Deutschlands Geschäften (auch regional), die Kassen klingeln. Sein schlechter Ruf, dass er nur für finanziell schwache Haushalte attraktiv ist, lässt sich mittlerweile entkräften.

Ratenkauf liegt derzeit voll im Trend und lässt im Handel die Kassen klingeln. Foto und Quelle: Pixabay © ichBZK (CC0 Public Domain)

In der deutschen Mittelschicht – mit einem Durchschnittseinkommen von 3.000 bis 4.000 Euro monatlich – ist der Ratenkauf ebenfalls ein aktuelles und interessantes Thema. Rund 65 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, eine Finanzierung auf Raten zu vereinbaren. 41 Prozent sind sogar der Meinung, dass der Ratenkauf immer eine Finanzierungsoption sein sollte. Sie sind verärgert, wenn diese Zahlungsart nicht zur Verfügung steht. Knapp zehn Prozent verlangen explizit nach einer Ratenzahlungsmöglichkeit, mit der sie ihre Einkäufe finanzieren können. Aus Kundensicht ist der Ratenkauf das, was modernen Konsumgewohnheiten entspricht. Die Verbraucher wollen nicht mehr auf den Kauf eines Produktes hinsparen.
Das Motto lautet: Kaufen und sofort nutzen, dann in bequemen monatlichen Raten abbezahlen.

Was die Deutschen gerne auf Raten kaufen
Die Ratenkauflösung hat insbesondere im Onlinehandel dazu geführt, dass der Wert der Warenkörbe gestiegen ist. Das geht aus einer Studie von ibi research an der Universität Regensburg GmbH unter ibi.de hervor. Der Einzelhandel und der Onlinehandel bezeichnen die meisten Warengruppen als gut geeignet für den Ratenkauf. Besonders gerne kaufen die Deutschen Unterhaltungselektronik, Möbel, Fahrräder oder Dekoration. Auch der Ratenkauf von Smartphones ist sehr beliebt, was Anbieter wie z.B. Handyratenkauf.com beweisen. Die Händler sind sich darüber einig, dass die Möglichkeit zum Ratenkauf sowohl im Online- wie auch im stationären Handel ein wichtiges Zahlungsmittel ist.

Ratenkauf oder Ratenkredit – was ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe Ratenkauf und Ratenkredit verwenden viele wie Synonyme. Bei beiden handelt es sich um eine Art der Fremdfinanzierung, das heißt, das Geld für die Anschaffung kommt von Dritten und nicht aus eigenen Mitteln. Aber viel mehr haben die beiden Begriffe nicht gemeinsam.

Der Ratenkredit
Einen Ratenkredit schließt ein Kreditnehmer ab, um eine Anschaffung zu finanzieren. Es handelt sich dabei um ein Verbraucherdarlehen, für das der Kunde sich legitimieren muss. Das heißt, er muss entweder persönlich beim Kreditinstitut vorsprechen und sich mit einem Ausweisdokument legitimieren oder er muss dies per Post- oder Video-Ident-Verfahren tun. Das ist im Geldwäschegesetz so vorgeschrieben (vgl. gesetze-im-internet.de).

Die Banken, so auch die Internetbanken, entscheiden innerhalb weniger Sekunden mithilfe einer Bonitätsüberprüfung, ob sie den Kredit vergeben oder nicht. Allerdings fällt zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung. Diese kommt erst zustande, wenn der Kunde weitere Unterlagen eingesendet hat und die Bank diese prüfen kann, um die Kreditentscheidung endgültig zu treffen. Die ergänzenden Unterlagen sind in der Regel Entgeltnachweise oder Dokumente zu Kreditsicherheiten.

Der Ratenkauf
Beim Ratenkauf handelt es sich juristisch gesehen um eine Vereinbarung, die Kunde und Händler treffen, um eine Schuld zu begleichen. Das kann per Teilzahlung oder ratenweiser Zahlung erfolgen. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Factoring-Geschäft. Der Zahlungsanbieter kauft die Forderung direkt dort, wo sie entsteht, beim Einkauf im Online-Shop oder beim Point of Sale im Laden. Bei unbaren Geschäften im Handel ist keine Legitimation des Kunden nach dem Geldwäschegesetz vorgeschrieben. Dennoch prüfen die Zahlungsanbieter natürlich die Bonität des Kunden. Dieser Schritt erfolgt online und direkt in Echtzeit, um sofort eine Entscheidung treffen zu können. Wie das funktioniert, ist unter verbraucherzentrale.de genau erklärt.

Ratenkauf steigert die Umsätze
Händler, die den Ratenkauf als zusätzliche Option für die Abwicklung eines Kaufs anbieten, sind bei den Kunden beliebt. Für die Händler stellt der Ratenkauf meistens sogar einen Umsatztreiber dar, weil die Kunden eher geneigt sind, mehr zu kaufen. Sie wissen, dass sie das Geld nicht sofort bar auf den Tisch legen müssen. Diese Option sorgt ganz nebenbei auch für zufriedene Kunden. Das hat Auswirkungen auf den Warenwert beim Einkaufen und auch auf die Kundentreue, was sich am Ende auf den Gewinn auswirkt.

Aus Sicht des Kunden muss der Ratenkauf vor allem attraktiv sein, was die Konditionen anbelangt, und komfortabel in Bezug auf die Handhabung. Die Finanzierung muss sich einfach und unkompliziert in den Einkaufsprozess einfügen. Für die Kunden ist es wichtig, dass sie den Ratenkauf nach ihren eigenen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten gestalten können. Er sollte individuell sein und in der Summe, der Ratenhöhe und der Laufzeit variabel. Die Bonitätsprüfung und die Finanzierungsentscheidung sollten für den Kunden keinen zusätzlichen Zeitaufwand verursachen. Kommt es zu langen Wartezeiten oder sind aufwendige Legitimierungsmechanismen notwendig, führt das am Ende zu Kaufabbrüchen. Das bringt Frust beim Kunden und Umsatzeinbußen im Handel, was natürlich keiner möchte.

Chancen für den Handel
Für die Kunden stellt die Möglichkeit auf Raten zu kaufen eine echte Alternative als Zahlungsmethode dar. Sie müssen nicht lange sparen, um sich einen Wunsch zu erfüllen, sondern können sich das Sparen quasi nach dem Kauf leisten, indem sie jeden Monat die vereinbarte Rate bezahlen. In der Zwischenzeit können sie schon ihr neues Handy oder das Smart-TV nutzen und sich daran freuen. Für den Handel stellt die Ratenkaufoption eine attraktive Möglichkeit dar, um mehr Umsatz zu generieren. Dabei achten die Kunden in den meisten Fällen allerdings schon darauf, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Sie suchen ein kompetentes Geldinstitut, dem sie vertrauen können. Immerhin 60 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, die Ratenkaufoption bei einem Einkauf in Anspruch zu nehmen.



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