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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 28.09.2019    

Pressearbeit im Wandel: Allan Grap von BETTERTRUST im Interview

INTERVIEW | Die digitale Transformation hat in den vergangenen Jahren für einen grundlegenden Wandel gesorgt. In vielen Bereichen führt sie zu einer Umstrukturierung grundlegender Prozesse und verändert dabei die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren. Für die Pressearbeit hat dies unter anderem zur Folge, dass Zielgruppen nicht mehr so trennscharf anzusprechen sind wie noch vor einigen Jahren. Allan Grap ist Geschäftsführer der Kommunikationsagentur BETTERTRUST GmbH. Im Interview spricht der PR-Profi über den Wandel der Pressearbeit und die daraus resultierenden Folgen.

Die Ausarbeitung zielführender PR-Konzepte ist ein Prozess, der heutzutage aufgrund der vielen Kanäle mehr Planung als je zuvor erfordert. Bildquelle: Free-Photos / pixabay.com

Guten Tag Herr Grap, bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch zunächst einmal den Lesern näher vor.

Allan Grap: Als Co-Geschäftsführer führe ich mit Christopher Runge die Kommunikationsagentur BETTERTRUST. Seit der Gründung vor einigen Jahren übernehmen wir die externe Kommunikation einer Vielzahl von Mandanten aus unterschiedlichen Branchen und sind dabei zu einem langfristigen und angesehenen Partner gewachsen. Wir verstehen uns als eine ganzheitlich arbeitende Agentur. Von Public Relations über Suchmaschinenoptimierung oder auch TV-Platzierungen bis hin zur CEO-Kommunikation und Digital Branding. Um die Reputation unserer Klienten zu erhöhen, sind wir erfolgreich in vielen diversen Bereichen aktiv.

Im Kosmos der B2B-Kommunikation haben Sie sich in Deutschland in Puncto Reputation bereits einen Namen gemacht. Welches sind die Kernbereiche, in denen Sie als Agentur tätig sind?

Allan Grap: Da wäre auf der einen Seite natürlich die klassische, leistungsbasierte PR-Arbeit, die wir unseren Kunden anbieten und die von vielen sehr geschätzt wird. In den vergangenen Jahren haben wir uns einen großen Namen in der Immobilienkommunikation, der CEO-Kommunikation und im Digital Branding machen können. Suchmaschinenoptimierung und TV-Platzierungen sind ebenfalls zwei Felder, auf denen wir uns sehr erfolgreich bewegen. Mit welchen Schritten wir Unternehmen helfen, machen wir stets vom Einzelfall und dem individuellen Bedarf abhängig. Die passenden Mediengattungen wählen wir stets danach aus, welches Medium die hinter dem zu vertretenden Unternehmen stehende Botschaft am besten in die Welt hinaus transportieren kann. Für jedes Segment haben wir eigene Experten im Team, die branchenweit sehr gut vernetzt sind. So können wir auch kurzfristig und spontan agieren, was in der heutigen Zeit enorm wichtig ist.

Sie sprechen es bereits an: Die Pressearbeit befindet sich in einem Paradigmenwechsel – wie sieht dieser aus?

Allan Grap: Die digitale Transformation erfordert nicht nur ein Umdenken auf unternehmerischer Seite bei der Gründung und Führung eines Unternehmens, sondern insbesondere auch bei der Vermarktung und Bekanntmachung von Produkten oder Dienstleistungen. Vor etwas mehr als zehn Jahren war die Pressearbeit noch weitaus einfacher zu kontrollieren, gerade in Bezug auf die Verbreitung von Informationen. Streuverluste spielten damals kaum eine Rolle. Darüber hinaus konnten die im Rahmen der PR-Arbeit über das jeweilige Unternehmen zu vermittelnden Botschaften zielgerichtet und trennscharf der vorgesehenen Zielgruppe bereitgestellt werden. Heutzutage ist es enorm wichtig, Mitarbeiter zu haben, die sich in ihrem Gebiet bestens auskennen und über hohe analytische Fähigkeiten verfügen.

Das klingt plausibel, aber wie sieht die effektive und professionelle Pressearbeit denn dann heutzutage aus?

Allan Grap: Effektive Pressearbeit fängt heute damit an, etwas zu wagen. Die Menschen wollen und müssen überrascht werden, ansonsten wird sich eine Botschaft nicht einprägen. Zu oft nutzen interne Presseabteilungen Chancen nicht optimal und vernachlässigen den Kontakt zu Journalisten und zu branchenrelevanten Persönlichkeiten. Ein stetiger Output an redaktionell hochwertigen Artikeln mit relevanten Inhalten kann die Reputation eines Unternehmens deutlich steigern und somit sein Ansehen und Umsatz immens steigern.

Zudem leben wir in einer Welt des Informations-Überflusses. Journalisten werden täglich mit Pressemeldungen überflutet. Sie müssen sie sichten, bewerten und schließlich entscheiden, ob das Thema von Relevanz für ihr Medium ist. Hat ein Unternehmen keine interessante Geschichte zu liefern, ist sie ganz schnell raus. Genau hier ist es entscheidend, PR-Profis von Anfang an mit ins Boot zu holen und gemeinsam zu schauen, wo ein Unternehmen ansetzen kann, um mit dem langweiligsten Produkt die spannendste Geschichte zu erzählen.


Das heißt, die ,,innovative’’ Geschichte des jahrgangsbesten Uni-Absolventen, der schon während seines Studiums ,,das erste große Ding’’ gegründet hat, zieht nicht mehr?

Allan Grap: Zugegeben: Solche Storys sind ganz nett, aber nicht nur Journalisten, sondern auch Leser haben solche Geschichten schon tausendfach gehört. Um da herauszustechen und zu überzeugen, bedarf es einem gewissen Neuigkeitswert, der über das Normalmaß der Lesererwartung hinausgeht. Essentiell ist es daher heutzutage, Journalisten neben wirklich hochwertigem Content mit aussagekräftigen Infografiken, professionellen Bildern, Insider- und Hintergrundinformationen, sowie Audio- und Videobotschaften zu versorgen, die Aufmerksamkeit generieren. Die moderne Marke muss in der digitalen Welt aus dem Sumpf der Vielfalt herausstechen und durch eine kluge Selektion von PR-Methoden so positioniert werden, dass sie als innovativ und einzigartig wahrgenommen wird.

Das hört sich so an, als komme es heutzutage bei der Pressearbeit mehr denn je auf Qualität und Nachhaltigkeit an.

Allan Grap: Definitiv! Sie müssen sich vor Augen führen, dass sich in der heutigen Zeit Informationen über Unternehmen rasend schnell verbreiten. Informationen sollten daher stets von hervorragender Qualität, nachprüfbar und leicht verständlich sein. Die Zielgruppe möchte zeitgleich informiert, beraten und überzeugt werden von einem Produkt oder einer Dienstleistung, von der sie vorher womöglich noch niemals gehört hat. Fehler sind dabei unverzeihlich. Eine gute Reputation aufzubauen ist ein komplexer und vielschichtiger Prozess. Und trotzdem haben manche Unternehmen noch nicht mal eine eigene Website – ein K.O.-Kriterium, denn sie hat für den Aufbau von Vertrauen in das Unternehmen und die Marke eine zentrale Bedeutung in der heutigen Zeit.

Trotzdem umfasst Pressearbeit ja noch viel mehr. Auf welche PR-Methoden greifen Sie für Ihre Kunden sonst noch zurück?

Allan Grap: Gut, dass Sie fragen. Selbst viele erfahrene Unternehmer und Unternehmen unterliegen nämlich immer noch dem Irrtum, dass man PR bzw. Öffentlichkeitsarbeit irgendwo nebenbei im Hintergrund ablaufen lassen kann – schließlich berichten Medien ja immer. Doch genau da liegt das Problem dieser Einstellung, denn was, wie oft, wo und wie detailliert Medien berichten, lässt sich steuern und im Erfolg messen. Wir setzen daher bei den PR-Methoden auszugsweise auf die Klassiker Webseiten, Landing-Pages, CEO-Kommunikation, Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, TV-Auftritte, Fachartikel, Messen & Events.

Herr Grap, vielen Dank für das Gespräch und auch weiterhin viel Erfolg.



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