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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 14.05.2019 - 15:46 Uhr    

Welche Auswirkungen hat der „Skandal“ um den BVB und Bwin für künftige Werbepartner?

Die Bezirksregierung Düsseldorf kritisiert den BVB für seine Werbepartnerschaft mit dem Wettanbieter Bwin. Angeblich verstoße der Verein mit dieser Kooperation gegen geltendes Recht. Sollte der BVB diesen Streit verlieren, drohen ihm empfindliche Strafen. Zudem dürfte die Entscheidung Auswirkungen auf zukünftige Werbepartnerschaften haben – nicht nur für den BVB, sondern für alle Fußballvereine.

Foto: Pixabay.com, © hpgruesen, CC0 1.0

Das wird dem BVB vorgeworfen

Wie alle Fußballvereine verdient auch der BVB sein Geld durch Werbepartnerschaften. Einer dieser Werbepartner ist der Wettanbieter Bwin. Ob On- oder Offline, Sportwetten erfreuen sich großer Beliebtheit. Und genau da knüpft Bwin an. Diese Kooperation stößt der Bezirksregierung Düsseldorf allerdings sauer auf. Sie sieht in der Tatsache, dass der BVB Werbung für Bwin macht, einen Verstoß gegen das Werbeverbot für Glücksspiel. Denn Bwin bietet nicht nur legale Sportwetten, sondern auch Glücksspiele in Onlinecasinos an, die in Deutschland verboten sind. Unter anderem macht der Verein auf seiner Homepage Werbung für den Anbieter. Außerdem ist im BVB-Stadion ein Bwin-Banner zu sehen.

Während die Bezirksregierung Düsseldorf im Werbeverhalten des BVB einen klaren Regelverstoß sieht, fühlt sich Bwin im Recht. Der Wettanbieter verfügt über eine EU-Lizenz für seine Online-Casinos aus Gibraltar, die allerdings von Deutschland nur bedingt anerkannt wird. Somit widerspricht aus Sicht des Unternehmens das deutsche Recht dem Europarecht. Da das nicht sein dürfe, sei die Partnerschaft zwischen dem BVB und Bwin vollkommen legitim. Welcher der beiden Sichtweisen letztlich Recht gegeben wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Der BVB selbst betont, dass sich die Werbepartnerschaft ausschließlich auf das Sportwetten-Angebot von Bwin beziehe und ausdrücklich keine Werbung für illegale Glücksspiele gemacht werde.

Diese Regelungen zu Wetten und Wettanbietern gelten in Deutschland

Müsste man einen Beziehungsstatus für das Verhältnis zwischen dem deutschen Gesetzgeber und den Wettanbietern angeben, würde die Wahl vermutlich auf „Es ist kompliziert“ fallen. Denn der deutsche Staat sieht sich in der Pflicht, seine Bürgerinnen und Bürger vor den Gefahren der Spielsucht und sich daraus ergebenden Abhängigkeiten zu schützen. Gleichzeitig will er die wirtschaftliche Freiheit von Unternehmen nicht einschränken und selbst etwas vom großen Kuchen der Sportwetten abhaben. Entsprechend uneindeutig ist die aktuelle deutsche Rechtslage zum Thema Wettanbieter.

So sind zum Beispiel Sportwetten auf Fußballspiele durchaus legal. Auf dieser Seite sind einige namhafte Anbieter zu finden, die solche Wetten seriös und rechtskonform anbieten. Gleichzeitig besteht ein striktes Werbeverbot für illegale Glücksspiele, wie sie beispielsweise einige Online-Wettanbieter anbieten. Auf die Gewinne von Sportwetten erhebt der Staat keine Steuern, da die Spielerinnen und Spieler ansonsten auch ihre Verluste geltend machen könnten. Durch eine Sondersteuer verpflichtet er aber die Wettanbieter, 5% der Wetteinsätze an ihn abzutreten. Weniger Transparenz ist kaum vorstellbar.

Diese Strafen drohen dem BVB

Sollte das Verfahren der Bezirksregierung Düsseldorf gegen den BVB Erfolg haben, drohen dem Verein ernste Konsequenzen. Zum einen steht eine sogenannte Untersagungsverfügung ins Haus. Diese untersagt Borussia Dortmund, weiterhin für Bwin und dessen Angebote Werbung zu machen. Das wäre ein herber Verlust für Borussia Dortmund. Immerhin spült der Werbevertrag mit Bwin laut Medienberichten jährlich drei Millionen Euro in die Kassen des Vereins. Außerdem könnten Geldbußen wegen des Verstoßes gegen das Werbeverbot für Glücksspiel verhängt werden. Diese hätte der BVB dann zu tragen.

Bisher scheint der BVB sehr locker mit der Situation umzugehen. So betont beispielsweise der Direktor Kommunikation von Borussia Dortmund, Sascha Fligge, dass dem Verein von einem solchen Verfahren aktuell nichts bekannt sei. Außerdem weist der BVB immer wieder darauf hin, dass ausschließlich für das Sportwetten-Angebot von Bwin Werbung gemacht würde und nicht etwa für illegale Glücksspiele. Von einem Verstoß gegen das Werbeverbot für Glücksspiele könne daher nicht die Rede sein. Die Bezirksregierung sagt jedoch, dass der BVB auf seiner Website auf die Bwin-Startseite verlinke, auf der alle Services des Wettanbieters zu finden seien und nicht nur die Sportwetten.

Die Auswirkungen dieses Verfahrens auf künftige Werbepartner

Trotz der beschwichtigenden Worte seitens des BVB verfolgt ganz Fußball-Deutschland die Entwicklungen in dem Verfahren aufmerksam. Denn natürlich wird die Entscheidung, die die zuständigen Behörden treffen werden, Auswirkungen auf die Vereine und ihr Werbeverhalten haben. Wenn tatsächlich hohe Geldbußen für eine Kooperation mit Wettanbietern drohen, müssen sich die Vereine sehr genau überlegen, ob sie eine solche Werbepartnerschaft eingehen. Immerhin haben die verschiedenen Fußballvereine ein Interesse daran, durch die Wahl ihrer Partner nicht das eigene Image zu gefährden.

Die Unternehmen und Wettanbieter selbst hätten dann in Zukunft größere Schwierigkeiten, geeignete Werbepartner zu finden. Aktuell sind sie nämlich in der Fußballwelt stark vertreten. Von den 56 der in der ersten, zweiten und dritten Bundesliga vertretenen Fußballvereine haben nahezu alle einen Werbevertrag mit einem Wettanbieter. In der dritten Liga sind sogar alle 20 Vereine Werbepartner von Bwin. Das liegt daran, dass der DFB ebenfalls eine Werbepartnerschaft mit diesem Anbieter eingegangen ist. Sollte das Verfahren, das die Bezirksregierung Düsseldorf gegen den BVB eingeleitet hat, zu Lasten von Borussia Dortmund ausgehen, dürfte sich an dieser Situation einiges ändern.

Fazit: Die Wahl der Werbepartner könnte strenger werden

Abhängig davon, wie das Verfahren gegen den BVB ausgehen wird, verändert sich im Werbeverhalten der Fußballvereine alles oder nichts. Sollte sich das Verhalten des BVB als gesetzeswidrig herausstellen, werden sämtliche Vereine ihre Werbestrategien überdenken und ihre Werbepartner noch einmal genau prüfen. Zu groß dürfte die Angst vor empfindlichen Geldstrafen sein. Sollte das Werbeverhalten, das der BVB an den Tag legt, jedoch in Ordnung sein, gibt es für die Vereine keinen Grund, an ihrer Werbestrategie etwas zu verändern. In den nächsten Wochen entscheidet sich also, ob die Auswahl der Werbepartner in Zukunft strenger wird oder ob alles so bleiben kann, wie es aktuell ist.

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