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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 07.01.2019    

Finanzen: Banken erhöhen die Kosten für Girokonten

Die meisten Girokonten sind mittlerweile nicht mehr gratis. Im Jahr 2019 will jedes zweite Kreditinstitut die Kontogebühren erneut anheben. Neben einer Erhöhung bestehender Entgelte ist mittlerweile auch die Einführung neuer Abgaben im Gespräch.

Bildrechte: Flickr Euro Alf Melin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Verschärfung des Bankgebührentrends

Von der Höhe des Grundfreibetrags bis hin zu Rentenversicherungsreformen gibt es im Jahr 2019 zahlreiche finanzielle Veränderungen. Eine dieser Veränderungen bezieht sich auf die Kontogebühren. Angebote für ein kostenloses Girokonto sind längst eine Seltenheit und mittlerweile fast ausschließlich bei Onlinebanken wie der Norisbank zu finden. Die meisten Filialbanken veranschlagen für Standarddienstleistungen - beispielsweise die Kontoanlage - Kosten in nicht zu unterschätzender Höhe. Grundpreise von etwa drei bis vier Euro sind keine Seltenheit. Einige Kreditinstitute fordern dafür sogar zweistellige Beträge.

Reaktionen auf schwindenden Zinsüberschuss

Noch vor einigen Jahren waren Kontogebühren für Girogeldeinlagen unüblich. Dass mittlerweile das Gegenteil der Fall ist, führen Finanzexperten auf die Europäische Zentralbank zurück, die für die Stabilität des Euros sorgt. Deren Währungspolitik ging für Landesbanken in den vergangenen Jahren mit umsatzschädlichen Phänomenen wie Niedrigzins und Strafzinsen einher. Diese hohen Belastungen geben die Banken an ihre Kunden weiter. Im Niedrigzinszeitalter schrumpft die Differenz aus eingenommenen Kreditzinsen und gewährtem Kontozins. Diesen sogenannten Zinsüberschuss benötigen Banken aber im regulären Tagesgeschäft. Letzteres ist vor allem für Filialbanken kostspielig geworden. Aus diesem Grund denken die Finanzhäuser bei schwindendem Zinsüberschuss um. Jetzt scheinen viele von ihnen allerdings gierig zu werden, meinen Verbraucherschützer.

Schluss mit unzulässigen Gebühren

Ab Januar 2019 müssen zahlreiche Kunden mit einer abermaligen Erhöhung der Girogebühren rechnen. Bis auf den Bankwechsel bleibt kaum eine Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen, denn Kontogrundgebühren sind zulässig. Das gilt auch dann, wenn für Buchungen Extrakosten veranschlagt werden. Lediglich fünf Buchungsposten pro Monat müssen in diesem Fall mit der Grundgebühr abgedeckt sein. In der jüngeren Vergangenheit haben Bankgebühren jenseits der Grundgebühr Verbraucherschutzverbände mehrmals vor Gericht geführt - das allerdings mit geringem Erfolg. Nur in wenigen Fällen erklärten Richter veranschlagte Kosten als unzulässig. Für Ein- und Auszahlungen am Bankschalter darf beispielsweise kein Extrageld genommen werden. Dasselbe gilt bei fehlender Kontodeckung für verweigerte Lastschriften und Daueraufträge. Grundsätzlich sind vor allem Gebühren für solche Leistungen fragwürdig, die im Rahmen gesetzlicher Pflichten anfallen oder aus Eigeninteresse der Bank erfolgen. Allgemeine Bankgebühren wie die Überweisungspauschale sind gemäß Gerichtsbeschluss außerdem immer dann unangemessen, wenn sie für jeden Geldtransfer anfallen. Solche Buchungspauschalen lassen sich laut Bundesgerichtshof in voller Höhe zurückfordern - beispielsweise per Musterbrief.

Regelmäßige Prüfung kann sich lohnen

Verbraucherschützer raten mittlerweile zur regelmäßigen Überprüfung veranschlagter Kontogebühren. Nicht nachvollziehbares Entgelt können sich Verbraucher erklären lassen und im Ernstfall zurückfordern. Zumindest zur Transparenz sind Banken mittlerweile verpflichtet. Hierzu zählt die Antwort auf Rückfragen zu angefallenen Gebühren, auf der Verbraucher beharren sollten. Daher bleibt für betroffene Kunden nur der Rat: Augen auf bei der Kontoabrechnung.



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