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Nachricht vom 02.12.2017    

Forstministerin Ulrike Höfken stellt den Waldzustandsbericht 2017 vor

Der Klimawandel zeigt sich auch in Rheinland-Pfalz: 73 Prozent aller Bäume sind geschädigt. Ursachen sind Luftverschmutzung und Klimawandel. Betroffen sind vor allem Eiche, Kiefer, Douglasie und Lärche. Der Waldzustandsbericht 2017 wurde in Mainz vorgestellt.

Ministerin Ulrike Höfken stellen den Waldzustandsbericht 2017 vor. Foto: MUEF

Region. „Auch in diesem Jahr sind weiterhin 73 Prozent unserer Bäume überwiegend durch Luftschadstoffe und Klimaveränderungen geschädigt. Der Waldzustand ist somit im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Es gibt jedoch deutliche Veränderungen bei einzelnen Baumarten“, sagte Forst- und Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2017 in Mainz.

So ist der Anteil der schwach geschädigten Bäume um drei Prozent auf insgesamt 49 Prozent leicht gestiegen. Vor allem Eiche, Kiefer, Douglasie und Lärche zeigen lichtere Kronen. Der Anteil der deutlichen Schäden ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen von 27 auf 24 Prozent gesunken: Bei der Buche hat sich der Kronenzustand deutlich verbessert.

„Unser Wald spiegelt den Stand des Klimawandels in Rheinland-Pfalz wider. Er unterliegt zunehmend witterungsbedingten Belastungen“, führte Höfken an. Von Juli 2016 bis in den Sommer dieses Jahres habe der Wald unter Trockenheit gelitten. Im Frühjahr seien nach frühem Laubaustrieb in manchen Wäldern Frostschäden hinzugekommen, so die Ministerin. Die Konsequenz: Wärme und Trockenheit begünstigen zum Beispiel die Lebensbedingungen der Borkenkäfer, die vor allem die Fichte gefährden.

„Gleichzeitig sind unsere Wälder Klimaschützer. Durch Wälder und Holzprodukte werden in Deutschland 127 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr der Atmosphäre entzogen – das sind 14 Prozent unseres jährlichen CO2-Ausstoßes“, erklärte die Umweltministerin. Der Weltklimagipfel in Bonn habe alle zu mehr Klimaschutzanstrengungen gemahnt. Denn das Zeitfenster zum Handeln werde immer kleiner. „Wir müssen das Zwei-Grad-Ziel zum Schutz unserer Wälder und unserer landwirtschaftlichen Flächen dringend einhalten“, forderte Höfken. Klimaschutz sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Erhaltung der Waldökosysteme und leiste einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz, so Höfken weiter. Um die Waldböden zu schützen, setzt die naturnahe Waldwirtschaft verstärkt auf das Thema Nährstoffnachhaltigkeit. „Wir haben in Rheinland-Pfalz nun wissenschaftliche Grundlagen für eine nährstoffnachhaltige Waldbewirtschaftung geschaffen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit unserer Wälder“, sagte Dr. Joachim Block von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft.




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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten sowie der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft haben im Juli dieses Jahres 3.864 Bäume an 161 Aufnahmepunkten im Land begutachtet und die „Fitness“ unserer Wälder untersucht. Der Waldzustand gibt jährlich Auskunft über den Gesundheitszustand der rheinland-pfälzischen Wälder und ist in diesem Jahr zum 34. Mal erschienen.

Zahlen und Fakten zum rheinland-pfälzischen Wald
Rheinland-Pfalz ist gemeinsam mit Hessen das Bundesland mit dem höchsten Waldanteil: 42,3 Prozent der rheinland-pfälzischen Landesfläche ist Wald – das entspricht rund 840.000 Hektar. Mit dem Pfälzerwald hat das Land das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland.
Die Waldstruktur ist durch einen Laubbaumanteil von annähernd 60 Prozent geprägt. Die Buche ist mit einem Anteil von knapp 22 Prozent die häufigste Baumart im Land. Rheinland-Pfalz liegt im Zentrum des natürlichen Verbreitungsgebiets der europäischen Buche. Unter natürlichen Bedingungen wäre bei uns über 90 Prozent der Waldfläche buchengeprägt – ein Spitzenwert, der die besondere Verantwortung für diese Baumart unterstreicht. Auf Platz zwei der häufigsten Baumarten im Land steht die Eiche mit 20 Prozent, gefolgt von der Fichte mit 19 Prozent.


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