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Nachricht vom 10.01.2017    

Weichen für Theater Neuwied werden im Theaterrat gestellt

Die Landesbühne Rheinland-Pfalz gGmbH mit Sitz im Neuwieder Schlosstheater erfreut sich mit 45.000 Besuchern im Jahr großer Beliebtheit. Die Diskussion um mögliche Zuschusskürzungen des Landes haben Vertreter der CDU Neuwied zu weiteren Gesprächen mit der Geschäftsleitung der Landesbühne veranlasst. Die CDU-Fraktion fordert: Ausrichtung des Schlosstheaters gehört in das zuständige Gremium. Eine Sondersitzung am Donnerstag, den 12. Januar soll Weichen stellen.

Mitglieder des Theaterrates und Vertreter der CDU Neuwied sind sich mit der Geschäftsführung der Landesbühne RLP einig: Zukunftspläne gehören im ersten Schritt in den zuständigen Theaterrat. Foto: privat

Neuwied. Neben den beiden Theaterratsmitgliedern Lothar Heß und Pascal Badziong waren Vertreter der CDU-Stadtratsfraktion mit Fraktionschef Martin Hahn sowie die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth und der erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach zu einem Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Christoph Beck und Prokuristin Sabine Laskowski zusammengekommen.

„Die Zahlen attestieren der Landesbühne eine einmalige Akzeptanz in der Bevölkerung, denn das Haus ist mit 65 Prozent an Abonnenten ausgelastet, die nachweisbar aus 166 Gemeinden des Landes Rheinland-Pfalz kommen“, erklärt Lothar Heß und der Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach ergänzt: „Somit ist die Landesbühne auch ein regional stark verwurzelter und bedeutender Kulturträger im Schatten der nahen Großstädte.“ „Die jährlich rund 190 Ausführungen im Schlosstheater Neuwied werden zu etwa 60 Prozent durch Eigeneinnahmen erwirtschaftet“, erklärt Theaterratsmitglied Pascal Badziong. „Alleine im vergangenen Jahr konnten die Abonnentenzahlen nochmals um rund 200 Abos gesteigert werden“, unterstreicht Ellen Demuth mit Blick auf die Zahlen.

„Dass eine der erfolgreichsten Bühnen in der Bundesrepublik jetzt aus Mainz massiv mit Kürzungsandrohungen existentiell unter Druck gesetzt wird, lässt sich den Besuchern und den Mitarbeitern der Landesbühne nicht erklären“, zeigt sich nicht nur Fraktionschef Martin Hahn irritiert. „Über den Hebel des Geldes will Staatssekretär Barbaro die Landesbühne ohne Not völlig neu aufstellen und dies von einer „Experten-Kommission“ unter Federführung des Ministeriums von oben herab diktieren“, so Hahn weiter.

Die Pläne des Kulturministeriums sehen eine Gründung einer Expertenkommission vor, die über die Zukunft des Schlosstheaters Neuwied entscheiden soll. „Dass sich das Land Rheinland-Pfalz als großer Fördergeber über die Strukturen der Landesbühne Gedanken macht, ist selbstverständlich und nachvollziehbar. Das dies aber am Theaterrat vorbei geschehen soll, der die Strukturen am besten kennt und auch die Wünsche des Publikums einzuschätzen vermag, ist der Zukunft der Bühne sicher nicht dienlich.




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Ganz im Gegenteil: Die brisanten Ansagen und Vorstellungen des Kultur-Staatssekretärs treffen unser Theater bis ins Mark und stellen die Zukunft der Landesbühne absolut in Frage“, so Pascal Badziong. Die Vertreter der CDU in Neuwied werden daher in der nächsten Sitzung des Theaterrates die zeitnahe Erarbeitung eines Strukturplans für die Zeit nach der Intendanz Ullrich aus dem Gremium heraus fordern, um dem erfolgreichen Theater in Neuwied eine Zukunftsperspektive zu garantieren und sich aktiv an der Erarbeitung beteiligen. „Wir sind für Neuerungen offen, aber werden erfolgreiche Vertrautheiten nicht in Gänze über Bord werfen“, erklärt Pascal Badziong auch mit Blick auf künstlerische Fragen.

„Die Aufgaben sind klar verteilt und geregelt: Nicht in Mainz werden die Weichen gestellt; der Theaterrat ist das entscheidenden Gremium was Ausrichtung, Aufstellung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen festlegt. Ebenso die Erarbeitung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes und auch eine zügige Regelung der Intendantennachfolge“, betont Martin Hahn und ruft den Theaterrat dazu auf, die Ausschreibung der Intendanz schnellstmöglich in die Wege zu leiten. „Bevor externe Expertenkommissionen übereilt in Mainz gegründet werden, muss das zuständige Gremium in Neuwied eine Zukunftsidee entwickeln“, unterstützt Ellen Demuth den Vorstoß der heimischen CDU.


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