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Nachricht vom 19.12.2012    

Baumängel Biogasanlage Anhausen wurden präsentiert

Nach neuen Schürfungen traten Lecks zu Tage. Laut Betreiber wird alles getan, um schnellstmöglich sicherzustellen, dass keine Silagesäfte mehr austreten können. Die Verantwortung soll beim Generalunternehmer liegen.

Hier wurde die Bodenplatte nicht sauber betoniert. Aus diesem Spalt kommt Silagewasser. Fotos: Wolfgang Tischler

Anhausen. Die Energiegenossenschaft Kirchspiel Anhausen eG hatte am Mittwoch (19.12.) zum Pressegespräch eingeladen, um die neuesten Ergebnisse nach der Suche der Leckage zu präsentieren. Am Montag wurden auf der Rückseite der drei Fahrsilos zwei Stellen aufgebaggert. Es wurde jeweils die Stelle gewählt, an denen die Fahrsilos aneinander stoßen.

Im Bereich der oberen beiden Silos wurde eine Stelle in rund 3,50 Meter Tiefe gefunden, die eine Undichtigkeit von etwa 50 Zentimeter Breite und 5 Zentimeter Höhe aufweist. Bei der Verbindung des mittleren Silos mit dem unteren Silo (Richtung Thalhausen) wurde ein kleinerer Riss gefunden. An beiden Stellen wurde beim Betoneinbau nicht sauber gearbeitet. Die Frage, warum dieser offensichtliche Mangel nicht direkt beim Ausschalen nach Abschluss der Betonarbeiten gesehen wurde, blieb unbeantwortet. Auch hätte vor dem Verfüllen der Baugrube diese deutlich sichtbare Spalte gesehen werden müssen.

Der Geschäftsführer Dirk Gerber wies darauf hin, dass die Energiegenossenschaft einen „Vertrag mit einem Generalunternehmer hat und dieser für die Bauüberwachung zuständig ist“. Nach dem Freilegen war laut Betreiber „ein Ausfluss von Sickersaft zu beobachten“. Angabegemäß wurden Proben genommen, die derzeit untersucht werden.

In dem Bereich der Leckage ist der Untergrund mit klüftigem Fels durchsetzt. Hierdurch könnten die Silagewässer sehr schnell in den Burbach gelangt sein. Geschäftführer Dirk Gerber betonte in diesem Zusammenhang, dass „die finale Kette noch nicht schlüssig bewiesen sei“.

Derzeit wird das obere Silo leergefahren. Erst danach kann von innen geprüft werden, wo die undichte Stelle ist. Vermutet wird die Verbindung zwischen Bodenplatte und den senkrecht aufsteigenden Fertigbauteilen. Hier ist eine besondere Konstruktion gewählt. Es gibt eine senkrechte Trennwand zwischen den Silos. Davor kamen schräg gestellte Fertigbauteile. Diese sind verzahnt und als Abdichtung wurde eine Silikonfuge gesetzt. Warum keine Dichtungsbänder eingesetzt wurden, war nicht zu erfahren.

Es gibt also einen Hohlraum zwischen der senkrechten und schrägen Wand. In diesem Bereich gibt es keinerlei Isolierungen. Wahrscheinlich sind in diesen Hohlraum die Sickersäfte eingedrungen und dann durch die Undichtigkeit in der Rückwand nach außen gelangt.

Ein Gutachter wird in der zweiten Januarwoche 2013 kommen und die Beschichtungen im Detail prüfen. Die SGD hat als Auflage gemacht, dass die Silos erst wieder befüllt werden dürfen, wenn die Dichtigkeit nachgewiesen ist. Wolfgang Tischler



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